GELD-Magazin, Nr. 3/2026

Österreich Downgrade Credit: Tayiba Studio/stock.adobe.com Schulden belasten. Morningstar hat das langfristige Emittentenrating der Republik Österreich in Fremd- und Landeswährung von AAA auf AA herabgestuft und den Trend von negativ auf stabil geändert. Die Herabstufung spiegelt die Einschätzung von Morningstar wider, dass sich die Kennzahlen zur Staatsverschuldung aufgrund des anhaltend hohen Haushaltsdrucks in den kommenden Jahren in einem schwierigen geopolitischen und makro- ökonomischen Umfeld weiter verschlechtern werden. Die Ratingagentur scheint also nicht ganz an den Erfolg des Sparprogramms der heimischen Bundesregierung zu glauben. Trotz der Konsolidierungsbemühungen wird die österreichische Verschuldungsquote demnach weiterhin langsam steigen. Morningstar erwartet, dass sie 2030 rund 85 Prozent des BIP erreichen wird. WIRTSCHAFT . Kurzmeldungen UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator Österreich Quelle: Statistik Austria, Wifo, UniCredit 2021 2022 UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator BIP (real; Veränderung zum Vorjahr in %) 2023 2024 2025 ´26 14 12 10 8 6 4 2 0 -2 -4 -6 -8 14 12 10 8 6 4 2 0 -2 -4 -6 -8 16 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 3/2026 012345 DIE ZAHL DES MONATS 40 Prozent China-Schock. Die steigende Importkonkurrenz aus China setzt den Industriestandort Österreich unter Druck. Eine neue Analyse des Supply Chain Intelligence Institute Austria, des WIFO und der OeNB deutet auf einen verstärkten China-Schock in Österreich hin – also auf einen deutlich zunehmenden Wettbewerbsdruck durch rasch wachsende, preisgünstige und technologisch fortgeschrittene Importe aus dem Reich der Mitte. Die im Rahmen der Analyse durchgeführte Befragung unter heimischen Industrieunternehmen deutet auf einen verschärften Anpassungsdruck hin: Insgesamt geben ca. 30 Prozent aller Teilnehmer an, ihre Produktion bis 2030 im Ausland ausbauen zu wollen – bei besonders stark von chinesischer Konkurrenz betroffenen sind es sogar über 40 Prozent. Etwa 35 Prozent planen, zumindest eine Unternehmensfunktion zu verlagern. Besonders häufig betroffen: die Fertigung. Österreich betroffen. Es bleibt zu hoffen, dass der jüngste Deal zwischen Washington und Teheran halten wird, schwerer wirtschaftlicher Schaden ist bereits angerichtet. Der Iran-Krieg hat zu Preiserhöhungen bei fossilen Brennstoffen geführt, was die Inflation anheizt, und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen dämpft. Hinzu kommt die unberechenbare Handelspolitik der USA. Angesichts des undurchsichtigen Umfelds hat das WIFO drei Szenarien ausgearbeitet. Je nach Szenario wird in Österreich das Wachstum des realen BIP im Jahr 2026 zwischen 0,2 und 1,1 Prozent liegen, die Inflationsrate zwischen 2,5 und 4,1 Prozent und die Arbeitslosenquote zwischen 7,3 und 7,5 Prozent. Im optimistischen Szenario ist der Krieg bald vorbei: Die Infrastruktur der Golfstaaten für die Gewinnung, Verarbeitung, Verladung und den Transport von Rohöl wird nicht wesentlich beschädigt. Im Basisszenario ist der Krieg ebenfalls von kurzer Dauer, die Preise für fossile Brennstoffe steigen jedoch stärker als im optimistischen Szenario. Im pessimistischen Szenario dauern die Kampfhandlungen bis zum Ende des Sommers an und zerstören wichtige Infrastruktur, der Ölpreis bleibt bis September hoch. Eher optimistisch stimmt der Konjunkturindikator der UniCredit (siehe unten), er zeigt eine gewisse Stabilisierung. Iran-Krieg: Schmerzhafte wirtschaftliche Folgen

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