GELD-Magazin, November 2020

Weiterhin im Bann von Covid-19. Das Corona- virus drückte zuletzt wieder stärker auf die Stimmungslage der Unternehmen – der wichtige deutsche IFO-Geschäftsklimaindex fiel im Okto- ber von 93,2 auf 92,7. Das ist noch nicht sehr beunruhigend, zumal die Stimmung im Verar- beitenden Gewerbe sogar zulegte. Allerdings zeigte sich der wichtige Dienstleistungssektor deutlich schwächer. Bei den Einkaufsmana- gerindizes zeigt sich ein ähnliches Bild. Die In- dustrie hält ihren Index noch über der Expansi- onsschwelle von 50. Doch dies betrifft nur eine Zahl von Beschäftigten, die wesentlich geringer als im Servicebereich ist. Im Handel trübte sich die Stimmung ebenfalls ein. Damit droht ein erneuter Rückfall des Wachstums im vierten Quartal. Dazu bedarf es nicht einmal eines Lock Downs. Schon die stark steigenden Infektionszahlen reichen aus, um Konsumenten derart zu verunsichern, dass sie einfach nur die nötigsten Ausgaben tätigen. Besonders Frankreich steht vor einer erneuten Rezession. Die französische Regierung hat die Ausgangssperren auf weitere Teile des Landes ausgeweitet. In einem derart schlechten Umfeld verwundert es nicht, dass sich nicht nur in Frankreich sondern in ganz Europa die Kauflaune der Verbrau- cher massiv eintrübt. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen im Oktober fiel nach EU-Angaben um 1,6 Punkte auf minus 15,5 Zähler. (wr) Was plant Yoshihide Suga? Die Talfahrt im japanischen Außenhandel schwächt sich wei- ter ab. Die Exporte schrumpften im September zwar erneut, aber langsamer. So gingen die Ausfuhren des Landes im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,9 Prozent zu- rück. Das ist der schwächste Rückgang seit etwas mehr als einem halben Jahr. Für Unter- stützung sorgten die Ausfuhren nach China, die so deutlich stiegen wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr. Auch die Exporte in die USA legten zu. Die Einfuhren nach Japan sanken dagegen erneut deutlich. Allerdings bremst auch hier die Talfahrt ab. Gegenüber September 2019 fielen sie um 17,2 Prozent - weniger als im Vormonat. Die Entwicklung der Verbrau- cherpreise zeigt weiter nach unten. Die Kerninflationsrate (ohne frische Lebensmittel) be- trug im September gegenüber dem Vorjahr mi- nus 0,3 Prozent. Im Vormonat hatte sie minus 0,4 Prozent betragen. Die Pandemie, ein schwa- cher Tourismus sowie fallende Energiepreise sind dafür verantwortlich. Der neue Minister- präsident Suga will die Politik Shinzo Abes nun fortsetzen. Allerdings haben sich die Hoff- nungen, die unter Abe mit den „Abenomics“ verbunden wurden, kaum erfüllt. Vor allem sind Strukturreformen zu kurz gekommen. Die Förderung der Digitalisierung der Wirtschaft und die Modernisierung der Regionalbanken muss nun Suga in Angriff nehmen. (wr) EUROPA . Zweite Coronawelle gefährdet die Erholung Neuer Abgabedruck Der Euro Stoxx 50 droht aus seiner volatilen Seitwärtsphase nach unten zu kippen. Ne- gativ ist, dass er nach wie vor unterhalb sei- ner fallenden 200-Tages-Linie notiert. Die wichtige Unterstützung bei 3000 Punkten wurde durchbrochen. Das ist kein Signal zum Einstieg. Leicht aufwärts Nach der Erholung des Nikkei bis auf rund 23.000 Punkte und einem kurzen Rückset- zer stieg der Index über diese Marke hi- naus bis auf 23.750 Punkte. Nun wäre ein Rückfall bis auf 22.500 Punkte nicht über- raschend. Bei 20.000 Punkten wartet eine starke Unterstützung. JAPAN . Neuer Regierungschef nährt Hoffnungen NIKKEI 225 2020 2017 2018 2019 Indexpunkte 22.000 20.000 18.000 24.000 16.000 EURO STOXX 50 2020 2017 2018 2019 Indexpunkte 2.200 3.400 3.200 3.000 2.800 2.600 2.400 3.600 3.800 4.000 November 2020 – GELD-MAGAZIN . 53

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