GELD-Magazin, November 2020

AKTIEN . Anlagetipps D ie Zahl der Neuinfektionen nimmt weltweit rasant zu. Mittlerweile werden wieder ganze Länder in Quarantäne versetzt. Mit einer Entspannung ist vorerst nicht zu rechnen. Bereits jetzt nei- gen die Sentix Konjunkturerwartungen nach einem fulminanten V-förmigen Verlauf zur Lethargie. Und aus Lethargie kann rasch wieder Panik werden. Einen Vorgeschmack lieferte der DAX Mitte Oktober, der nach einem Wochenende mit schlechten Corona- News am folgenden Montag um fast drei Prozent einbrach. Und auch in den USA wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Nach deutlicher Entspannung verharren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ebenso auf vergleichsweise hohem Niveau wie die Re- zessionswahrscheinlichkeit in den sonst so konsumstarken USA. Zunehmende große re- gionale Lock Downs könnten die Wirtschaft wieder so schwer belasten wie im März. Eine W-artige Weltwirtschaftsentwicklung wäre noch das beste Szenario, also eine soge- nannte „Double-Dip-Recession“, bei der nach einer Erholung die Konjunktur erneut auf Talfahrt geht. Dies legen auch bereits die von der Citigroup berechneten ökono- mischen Überraschungs-Indizes der Länder Zweiter Akt der Corona-Krise Seit Herbstbeginn hat sich die Lage in der Covid-19-Pandemie dramatisch verschlechtert. Neue Lock Downs werden schrittweise wieder eingeführt. Aber noch halten sich die Börsen relativ stabil. WOLFGANG REGNER nahe, die deutlich „unterraschen“, also nachgeben. Tatsächlich haben sich Anschaf- fungsneigung, Konjunkturerwartungen und Konsumklimaindex in Deutschland nach zwischenzeitlicher Erholung von den Tief- ständen wieder eingetrübt. Nun wächst die Angst vor einer Pleitewelle nach dem Aus- laufen der Corona-Hilfspakete. In aller Eile werden neue Maßnahmen zur Stabilisierung der Unternehmen auf den Weg gebracht. Nur die EZB funktioniert noch, wird jedoch zum Staatsfinanzierer. Anleger sollten sich angesichts der zahlreichen Risiken mit Neu- investments weiterhin zurückhalten. ISIN IE00BTN1Y115 Kurs (06.11.2020) 87,70 € KGV 2020 e 27,2 Marktkap. 116,35 Mrd. € KGV 2021 e 18,1 Umsatz 2020 e 24,62 Mrd. € KGV 2022 e 16,3 Buchwert/Aktie 2020 e 93,40 € DIV. 2020 e 2,16% MEDTRONIC . Spezialist für Herz und Gefäße Medtronic hatte im September ein neues Zwi- schenhoch erreicht. Bis zum Rekordhoch sind aber noch 17 Prozent Luft, womit der aktuelle Einstiegszeitpunkt günstig erscheint. Kauf bei rund 90 Euro, Stopp Loss bei 78 Euro. Der US-Medizintechnikkonzern ist einer der führenden Hersteller von Medizintech- nik für Herz und Gefäße und liefert mehr als die Hälfte der weltweit implantierten Herz- schrittmacher oder auch Defibrillatoren. Die Technik für Herz, Kreislauf und Gefäße steu- ert rund 40 Prozent der Gesamterlöse von umgerechnet knapp 25 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr bei. Für mini- malinvasive Therapien liefert Medtronic Zu- behör und Geräte, die weitere 30 Prozent der Erlöse einspielen. Geräte für die Neuro- modulation, die elektrische Stimulation von Nerven, tragen die restlichen 30 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Pandemiebedingte Verzögerungen bei Produkteinführungen bremsen heuer zwar das Geschäft, 2021 er- wartet der Medizintechnik-Konzern aber wieder zweistellige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Die weltweite Verschiebung von Operationen aufgrund der Bevorzugung von Pandemie-Patienten wird Medtronics Geschäft zwar auch 2021 drosseln, mit nied- riger Nettoverschuldung und hohen Cash- Reserven ist der Konzern aber besser in Form als viele Wettbewerber. Das Geschäft ist prinzipiell durch hohe Mittelzuflüsse ge- kennzeichnet, rund ein Fünftel des Um- satzes ist freier Cashflow. Medtronic hat die Ausschüttungen 17 Jahre in Folge kontinu- ierlich erhöht. Die Bewertung ist mit einem KGV von über 20 traditionell relativ hoch. Credits: Medtronic, Philips, pixabay EUR (Frankfurt) 2018 2019 2020 60 110 100 90 80 70 54 . GELD-MAGAZIN – November 2020

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