GELD-Magazin, Nr. 4/2026

AKTIEN . Deutschland Am 28. August erreichte der DAX bei 26.570 Punkten ein neues, aber eher kraftloses Allzeithoch. Danach wurde der Leitindex unter deutlich anziehenden Umsätzen abverkauft. Das Allzeithoch entpuppte sich damit als Fehlsignal. Der anschließende Rutsch bis auf 25.500 Punkte überraschte daher nicht. Damit ist der DAX aus einem ansteigenden Keil nach unten ausgebrochen: Das ist kurzfristig negativ. Nun muss die Marke von 25.000 Punkten halten. Der für die Unternehmensstimmung maßgebliche Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im August um 2,1 Punkte auf 88,8 Punkte. Das war der vierte Zuwachs in Folge, wobei bereits drei Anstiege hintereinander als klares Zeichen für einen Konjunkturaufschwung gewertet werden. Auch die „harten“ Wirtschaftsdaten überraschten positiv. Im zweiten Quartal stieg die deutsche Wirtschaftsleistung mit plus 0,3 Prozent zum Vorquartal etwas stärker als zunächst berechnet, vor allem dank einer guten Entwicklung der Exporte. Es war der dritte Quartalszuwachs in Folge. Zudem dürfte der Rückenwind von höheren Staatsausgaben in den nächsten Monaten zunehmen. Und so wurden die Wachstumsprognosen für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Erstmals seit längerer Zeit sind die Auftragsbücher in der Industrie gut gefüllt. Allerdings wirkt die Schwäche im Dienstleistungssektor noch als Wachstumsbremse und auch die Investitionen fallen leicht. Bei den Staatsfinanzen bleibt die Lage angespannt. Ein erheblicher Teil des Aufschwungs ist schuldenfinanziert, eine Entwicklung, die sich nicht längerfristig fortschreiben lässt. Zuletzt schnellten die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit 2011. Der private Konsum bleibt schwach. Die Einzelhandelsumsätze fielen im Juni um 1,1 Prozent, trotz anziehender Löhne. DAX-Konzerne mit Rekorden Die 40 DAX-Konzerne steigerten ihren Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum Vorjahreszeitraum um fast 16 Prozent auf 52,6 Milliarden Euro: so viel wie noch nie in einem zweiten Quartal und zehn Prozent mehr als der bisherige Höchstwert von 2024. Auch der Umsatz erreichte mit plus 4,6 Prozent auf insgesamt 463 Milliarden Euro einen Bestwert. Allerdings findet ein Großteil dieses Wachstums dank guter Exporte im Ausland statt. DHL stärkt Aktienrückkäufe Der Logistikkonzern DHL will mehr Aktien zurückkaufen als bislang geplant. Dank der positiven Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr soll das im Jahr 2022 gestartete Aktienrückkaufprogramm um 500 Millionen Euro auf bis zu 6,5 Milliarden Euro aufgestockt und bis 2027 verlängert werden. Zu bedenken ist jedoch, dass die Geschäftszahlen (Umsatz + 12,8 Prozent) vor allem wegen der schwachen Vergleichswerte der Jahre 2024/2025 so stark ausgefallen sind. Das margenstarke Express-Geschäft mit zeitkritischen Sendungen läuft sehr gut, dazu kommen Kosteneinsparungen, was das operative Ergebnis um satte 30 Prozent in die Höhe trieb. Anleger, die unserer Kaufempfehlung bei 38,50 Euro gefolgt sind, können an erste Gewinnmitnahmen denken. Rückversicherer warnen Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re warnt nach einem katastrophenarmen ersten Halbjahr vor hohen Gefahren durch Schäden aufgrund von Naturereignissen. Ähnlich fiel der Tenor des aktuellen Berichts der Hannover Rück aus. Das Thema Cyber-Sicherheit spielt eine zentrale Rolle. Nach immensen Prämienerhöhungen vor wenigen Jahren wird Rückversicherungsschutz im Schaden- und Unfallgeschäft seit Anfang 2025 wieder billiger. Ratingagenturen gehen davon aus, dass sich dieser Trend 2027 fortsetzt. Damit dürfte weitere Luft aus den Aktien der Münchener bzw. Hannover Rück entweichen. Anleger sollten sich hier im Abseits aufhalten. Konjunktur zieht an Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich weiter vom Einbruch als Folge des Iran-Kriegs erholt. Auch die Wachstumsdaten zeigen eine neuerliche positive Überraschung. WOLFGANG REGNER Durchbruch bei Volkswagen? Was viele Analysten für unmöglich gehalten haben, ist nun doch eingetreten: Der VWAufsichtsrat, inklusive Belegschaftsvertreter und Land Niedersachsen, hat einen umfassenden Plan für die Zukunft des Konzerns gebilligt, etwa den Abbau von weiteren 50.000 Stellen weltweit, die Hälfte davon in Deutschland. Rund so viele Jobs sollen schon bis 2030 wegfallen. Allerdings wird dieser Personalabbau den VW-Konzern viel Geld kosten. Und vier Werke bleiben weiter in der Warteschleife: Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. In Europa besteht eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen und für die Werke keine wettbeDAX . Neuer Rekord 27.000 20.000 23.000 24.000 25.000 26.000 21.000 22.000 19.000 2025 2026 56 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 4/2026

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