GELD-Magazin, Nr. 4/2026

AKTIEN . Anlagetipps Die Ökonomen streiten darüber, ob eine neue Schuldenkrise bevorsteht. Selbst wenn der große Crash ausbleibt, könnten die Folgen der zuletzt auf fast Zwanzigjahres-Hochs gestiegenen Renditen von Staatsanleihen in aller Welt erheblich sein. Auslöser für die Unruhe an den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere war der Start einer neuerlichen Runde staatlicher Eingriffe in die Kursentwicklung von Anleihen mit dem Ziel, die global rekordhohe Verschuldung von Staaten ohne schmerzhafte Sparmaßnahmen fortschreiben zu können. So begann das US-Finanzministerium mit einer neuen „Operation Twist“: Dabei werden längerlaufende Anleihen zurückgekauft, die Investoren also ausbezahlt, gleichzeitig jedoch enorme Volumina an kürzerlaufenden Anleihen neu emittiert. Von Schuldenabbau kann also keine Rede sein. US-Finanzminister Bessent spekuliert somit also auf eine Abflachung der zuletzt deutlich steiler gewordenen Zinskurve. Das kann kurzfristig funktionieren, längerfristig jedoch das Anlegervertrauen untergraben und somit das Ziel, die Zinslasten des USStaates zu reduzieren, verfehlen. Historisch kam es – nicht immer, aber auffällig oft – zu Die Anleihen-Falle 40 Billionen Dollar Schulden in den USA, steigende Renditen für Staatsanleihen und eine düstere Prognose der Weltbank: An den Finanzmärkten wächst die Nervosität. WOLFGANG REGNER einer Rezession in den USA, wenn die längerfristigen Zinsen für mehr als sechs Monate deutlich über der magischen Grenze von fünf Prozent verharrten. Denn dies verteuert für die US-Konsumenten nicht nur den Immobilienerwerb, sondern auch die gesamte Konsumfinanzierung. Wenn der Staat nicht spart, so müssen es früher oder später die Bürger, also die Konsumenten. Und dann haben sie auch weniger Mittel zur Verfügung, um in Aktien zu investieren: ein gefährlicher Kreislauf könnte so in Gang kommen. Denn Anleihen bieten erstmals seit langer Zeit eine attraktive Alternative. INVESTOR B . Die Volksaktie aus dem hohen Norden Die liquidere B-Aktie von Investor befindet sich in einem soliden Fünfjahres-Aufwärtstrend. Auch längerfristig konnte der Titel überzeugen, vor kurzem wurde ein Rekordhoch erreicht. Kauf bei rund 34,50 Euro. Erfolgreiche Unternehmerdynastie. Investor AB ist eine schwedische Finanzholding, die 1916 von der Familie Wallenberg gegründet wurde. Der Investor verfolgt das Ziel, durch den Aufbau von starken, nachhaltigen Unternehmen Werte zu schaffen, die den Anteilseignern und der Gesellschaft Schwedens dienen. Dabei versteht man sich als aktiver Finanzinvestor. Die Aktivitäten gliedern sich in drei Bereiche mit folgendem wertmäßigem Anteil: Rund 70 Prozent des Kapitals sind in Minderheitsbeteiligungen an börsengelisteten, schwedischen Unternehmen investiert. Gut 20 Prozent gehen in Mehrheitsbeteiligungen an relativ jungen Unternehmen mit Wachstumspotenzial, knapp zehn Prozent machen eine Beteiligung an der Risikokapitalgesellschaft EQT aus. Investor-Aktionäre sind somit auch an jungen Unternehmen beteiligt, die noch nicht an die Börse gegangen sind. Bekannte Unternehmen aus dem Portfolio sind ABB, AstraZeneca, Atlas Copco, Ericsson, Saab sowie die Bank SEB. Rund 25 Prozent von Schwedens Privatanlegern haben die Aktie in ihren Depots. Die Beteiligungen von Investor konnten im ersten Halbjahr 2026 zweistellige Umsatz- und Gewinnzuwächse verbuchen. Der Nettoinventarwert (NAV) legte knapp zehn Prozent zu. An der Börse sollte die liquidere B-Aktie von Investor favorisiert werden. Credits: wikipedia; InfiniteFlow & leopold/stock.adobe.com ISIN SE0015811963 Kurs (10.09.2026) 35,87 € KGV 2026 e 8,3 Marktkap. 110,0 Mrd.€ KGV 2027 e 14,9 Umsatz 2026 e 6,1 Mrd.€ KGV 2028 e 27,6 Buchw./Aktie 2026 e 27,52 € Div. 2026 e 1,46 % EUR (Tradegate) 14 40 30 35 25 16 18 20 2023 2024 2021 2022 2025 2026 54 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 4/2026

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