Zwischen Chance und Sicherheit: Mischfonds steuern durch wechselnde Marktphasen. mig. Das Risikobudget orientiert sich bei einer Zielvolatilität von drei bis sechs Prozent am Beitrag zum Gesamt- und Stressrisiko. „Aktive Steuerung und Risikomanagement lassen sich nicht von Market Timing trennen“, so Romig. Er ergänzt: „Nicht ein Einzelsignal, sondern ein deutlich verändertes Verhältnis von Chance und Verlust führt zur Anpassung.“ Aktuell sieht Romig globale Aktienindizes wegen ihres US- und Technologiefokus als hoch bewertet und stark konzentriert. Chancen sieht er „vor allem bei antizyklischen Value-Investments in den USA, Europa und Japan“. Bei Anleihen bevorzugt Assenagon insbesondere Schwellenländeranleihen in Hart- und Lokalwährung. „Seit dem 30. Juni haben wir Aktien aus globalen und asiatischen Schwellenländern, US-Technologiewerte sowie technologielastige Wandelanleihen reduziert. Dafür wurden US- und japanische Value-Investments aufgestockt“, so Romig und ergänzt: „Eine Position wird geschlossen, wenn die These an Kraft verliert, Risiken steigen oder eine bessere Alternative verfügbar wird.“ Gold ohne Romantik „Wir sehen Gold ganz nüchtern als Renditequelle, die in vielen, wenn auch nicht in allen Marktphasen diversifizierende Eigenschaften gegenüber Aktien aufweist“, so Philipp Schifferegger, Fondsmanager des ERSTE REAL ASSETS. Der Fonds investiert in Aktien, Rohstoffe, Infrastruktur und Immobilien und meidet nominale Schuldtitel öffentlicher oder privater Emittenten. Für Schifferegger bildet die strategische Allokation die Basis für den langfristigen Investmenterfolg. Aktuell liegt rund die Hälfte des Fondsvermögens in Aktien (Value-Fokus), 25 Prozent in Goldprodukten und jeweils rund 12,5 Prozent in Rohstoffen sowie Infrastruktur- und Immobilienwerten. Bei Gold ist das Realzinsniveau entscheidend: „Solange dies niedrig bleibt, bleibt auch der langfristige Aufwärtstrend von Gold intakt“, so Schifferegger. Das Dollar-Euro-Risiko von Gold und Rohstoffen wird permanent abgesichert. Bei Industriemetallen erwartet das Team wegen hoher Nachfrage und zu geringer Investitionen in Produktionskapazitäten einen langfristigen Aufwärtstrend. Diverse Risikoparameter werden bereits bei der Portfoliokonstruktion berücksichtigt. „Eine taktische Steuerung des Risikos aufgrund kurzfristiger negativer Marktbewegungen findet aber nicht statt. Portfolioanpassungen nehmen wir dann vor, wenn sich die mittel- bis langfristige relative Attraktivität einer Anlageklasse verändert“, erklärt Schifferegger. Niedrigere Preise bei gewünschten Assets nutzt das Management für Zukäufe. Offene Immobilienfonds gelten als Stabilisator. Ihre Gewichtung wurde wegen der Novellierung des Immobilien-Investmentfondsgesetzes jedoch reduziert. „Wir sehen Gold ganz nüchtern als Renditequelle, die in vielen, wenn auch nicht in allen Marktphasen diversifizierende Eigenschaften gegenüber Aktien aufweist.“ Philipp Schifferegger, Fondsmanager des ERSTE REAL ASSETS bei der Erste Asset Management Credits: nsit0108/stock.adobe.com; Philipp Schifferegger: Erste AM Ausgabe Nr. 4/2026 – GELD-MAGAZIN . 25
RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxOTU=