GELD-Magazin, Nr. 3/2026

Fragmentierung. Das globale Finanzsystem ist nach wie vor eng vernetzt, doch ein neuer Bericht des Weltwirtschaftsforums in Zusammenarbeit mit der internationalen Strategieberatung Oliver Wyman warnt vor einer zunehmenden Fragmentierung. Zölle, Sanktionen, Investitionsbeschränkungen und divergierende Regelungen erschweren es Unternehmen, grenzüberschreitend tätig zu sein, und Kapital, frei zu zirkulieren. Die Fragmentierung ist bereits Realität: „Die quantitative Analyse des Berichts schätzt, dass bestehende Handels- und Finanzbeschränkungen die globale Wirtschaftsleistung bereits um 213 bis 307 Milliarden Dollar reduzieren und gleichzeitig die Inflation anheizen“, heißt es in der Untersuchung. Sollte die Fragmentierung zu einer vollständigen globalen wirtschaftlichen Entkopplung führen – dem Worst-Case-Szenario der Analyse –, könnten die Kosten für die Weltwirtschaft sogar auf bis zu 6,9 Billionen Dollar steigen. Der Bericht fordert klarere Regeln und eine bessere Koordinierung, damit das globale Finanzsystem berechenbar bleibt. Zölle: Hemmschuh der Wirtschaft Überbewertete Aktien. In ihrer jüngsten Frühjahrsprognose kommt die OECD zu dem Schluss, dass das reale Bruttoinlandsprodukt der Welt weiterhin mit einer Rate von rund drei Prozent expandieren wird. „Das erwarten auch fast alle Ökonomen, die für Forschungsinstitute und Banken arbeiten. Die dynamischsten großen Volkswirtschaften sind China und Indien; aber auch Länder wie Brasilien, Mexiko, Indonesien und der Rest Ostasiens, ebenso wie etwa Nigeria oder Polen, wachsen äußerst kräftig“, so Dieter Wermuth von Wermuth Asset Management. Gleichzeitig hat er warnende Worte parat: „Wie in der Vergangenheit hält auch diesmal kaum jemand eine neue Finanzkrise oder eine globale Rezession für wahrscheinlich, obwohl, wie ich finde, vieles dafür spricht.“ Er sieht das Risiko einer Stagflation und bezeichnet Finanzaktiva als überbewertet, vor allem mit Blick auf Aktien aus den USA und Japan. Weltwirtschaft: Neue Krise? Dieter Wermuth, Mitgründer von Wermuth Asset Management 918 Milliarden Euro. Eine sehr kleine Gruppe Superreicher verursacht durch ihren Lebensstil und insbesondere ihre Unternehmensbeteiligungen extrem hohe Klimaschäden. Allein für das Jahr 2022 werden den Investitionen und Beteiligungen der reichsten 0,01 Prozent der Welt (rechnerisch etwa 800.000 Privatpersonen) Klimaschäden in Höhe von geschätzt 992 Milliarden Dollar (918 Mrd. Euro) zugerechnet. Das zeigt ein auf der Bonner Klimakonferenz veröffentlichter Report von Greenpeace Africa. Klimaverantwortung lässt sich laut der Untersuchung nicht allein am klimaschädlichen Lebensstil festmachen, etwa Privatjet-Flügen. Bei Hochvermögenden falle nämlich insbesondere die Klimawirkung ihrer Investitionen und Beteiligungen ins Gewicht. „An extremen Vermögen hängen noch größere Klimaschäden als bisher angenommen. Die Spitze der Superreichen trägt besonders stark zur Klimakrise bei und muss nach dem Verursacherprinzip auch stärker an den Kosten beteiligt werden“, fordert Clara Thompson, GreenpeaceExpertin für Klima- und Steuergerechtigkeit. Klimaschäden: Superreiche in der Schuld Ausgabe Nr. 3/2026 – GELD-MAGAZIN . 7 Weit weg von Europa? Soeur JeanneCécile Atimnedi ist Gesundheitskoordinatorin der Diözese Bunia im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Sie erlebt die Ebola-Epidemie täglich aus nächster Nähe. Erst vor kurzem starb in ihrer Nachbarschaft eine ganze Familie an Ebola, beide Eltern und die fünf Kinder. Der Alltag von Atimnedi und ihre Schilderungen gegenüber der Caritas sind erschütternd. „In Bunia gibt es derzeit 30 bis 40 Beerdigungen pro Tag“, berichtet sie. Für die Stadt ist das ungewöhnlich viel. Für Soeur Jeanne-Cécile steht fest: Die Region befindet sich erst am Anfang der Epidemie. Die Zahl der Erkrankten steigt weiter an, während die Diagnosemöglichkeiten kaum Schritt halten können. Oft bleibt unklar, ob Menschen tatsächlich an Ebola erkrankt sind oder an anderen schweren Krankheiten wie Malaria. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Aufklärungsarbeit zeigt Wirkung. Immer mehr Menschen verstehen, wie ansteckend Ebola-Verstorbene sind, und informieren die Gesundheitsdienste selbstständig. Ebola: Tägliches Sterben

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