Elon Musks Super-Coup. Der Börsegang des Jahres wurde zum erwarteten Erfolg, denn CEO Elon Musk hatte nichts dem Zufall überlassen. Entgegen den Usancen gingen über 30 Prozent des Emissionsvolumens an Kleinanleger, also Musks treueste Fangemeinde, wichtige Indexanbieter hatten ihre Aufnahmekriterien für BörsenNeulinge aufgeweicht, sodass Indexfonds schon recht bald gezwungen sein werden, SpaceX-Aktien zu kaufen, und Musk behält aufgrund einer Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Aktionären trotz der Emission mit über 82 Prozent die klare Stimmenmehrheit. Er kann sich also nur selbst feuern, was kaum geschehen wird, zumal auch der Aufsichtsrat vornehmlich aus Musk- Jüngern besteht und Musk als Vorsitzender fungiert – er kontrolliert sich als SpaceX-CEO also selbst. Natürlich hat er eine Börsenbewertung von SpaceX durchgebracht, die ihresgleichen sucht. Egal welche Maßzahl man anlegt, alle liegen – eines Weltraumunternehmens würdig – in astronomischen Höhen. Bei all dem Hype ging einiges unter: Benzin an den Tankstellen wurde seit Ende Februar um 40 Prozent teurer, dennoch stiegen die Industrie-Stimmungsindikatoren und auch der Arbeitsmarkt blieb dynamisch. Eigentlich müssten die Notenbankzinsen steigen, sind doch die Renditen der 30-Jahres-Staatsanleihen auf ein 20-Jahres-Hoch angezogen, in Washington hofft man aber auf ein Ende des US-Iran-Konflikts. (wr) Wirtschaftsdaten enttäuschen zusehends. Im Mai sind in Festlandschina sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch die Investitionen schwächer als von Experten erwartet ausgefallen. Der Handel verbuchte somit den ersten Rückgang seit dem Ende der Corona-Lockdowns im Jahr 2022. Die Sachanlagen außerhalb der Landwirtschaft gingen bis Ende Mai im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent zurück und zeigten damit einen beschleunigten Abschwung. Zugleich weist auch die Inflation nicht auf eine Konjunkturstärke hin – die Verbraucherpreise legten im Mai Jahresvergleich wie schon im Vormonat um 1,2 Prozent zu. Allerdings gab es bei den Erzeugerpreisen, die Hersteller für ihre Waren verlangen, einen Sprung nach oben, und zwar um 3,9 Prozent, der stärkste Anstieg seit dem Sommer 2022. Noch hält der Exportsektor Chinas Wirtschaft im Lot, denn zuletzt legten die Ausfuhren um fast 20 Prozent zu (in US-Dollar gerechnet), noch mehr als im Vormonat. Überkapazitäten im Inland, die anhaltende Schwäche am Immobilienmarkt und ein Einbruch bei den Automobil-Absatzzahlen um 22 Prozent deuten dennoch auf tiefliegende Probleme in Chinas Wirtschaft hin. Die Neubauwohnungspreise sanken in 70 Großstädten bereits den 34. Monat in Folge. In Reaktion auf diese Daten wurden chinesische Aktien abverkauft, wobei die Kursverluste an den OffshoreBörsen wie in Hongkong stärker ausfielen. (wr) AKTIEN . Börsen international USA . SpaceX überstrahlt alle Schwächen CHINA . Die Binnen-Konjunktur schwächt sich ab Abverkauf nach Index-Top Dem S&P 500 Index gelang – beflügelt von Hoffnungen auf ein Abkommen mit dem Iran – der Sprung auf ein neues Rekordhoch bei 7.600 Punkten. Hierauf folgte eine Verkaufswelle, wobei das Verlaufshoch unterhalb des neuen Tops zu liegen kam. Kursverluste nach Mai-Hoch Der Shanghai A-Shares Index der chinesischen Festlandsbörsen musste den schwachen Konjunkturdaten Tribut zollen und verlor nach dem Mai-Hoch rund acht Prozent, bevor er sich bei 4.100 Punkten stabilisieren konnte. S&P 500 SHANGHAI A-SHARES INDEX Credit: ZIA CREATIVE/stock.adobe.com 62 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 3/2026 2.800 3.600 3.400 3.800 4.200 4.400 4.000 3.200 3.000 4.600 Indexpunkte in CNY 2021 2023 2024 2022 2025 ´26 3.500 4.000 5.000 8.000 7.000 6.500 7.500 6.000 5.500 4.500 Indexpunkte in USD 2021 2022 2023 2024 2025 ´26
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