Report 2024‘ das neue 60/40-Portfolio konzipiert: weg von nominalen Ansprüchen, hin zu nicht-inflationierbaren Sachwerten. Physisches Gold bildet den strategischen Kern, flankiert von aktiv getimtem ,PerformanceGold‘ wie Silber und Minenaktien, einer Rohstoff-Allokation sowie einer vernünftig dosierten Bitcoin-Position. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere hingegen schrumpft deutlich – mit voller Absicht. Die Frage des Jahrzehnts ist nicht mehr die nach der Rendite von Anleihen, sondern die nach ihrer realen Kaufkraft.“ Alles in allem sieht Stöferle den langfristigen Bullenmarkt für Gold jedenfalls intakt. Silber: „Kränkelnder Bruder“ Und wie sieht es mit dem bereits erwähnten Silber aus – oft als kleiner Bruder von Gold bezeichnet? Die industrielle Nachfrage legte das Fundament für den Anstieg auf das Allzeithoch im Jänner 2026; die spekulative Euphorie setzte ihm die Krone auf – mit ETP-Nettozuflüssen (Exchange-Traded Commodities) von 312 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es folgte aber ein schmerzhafter Absturz, sozusagen auch im Windschatten des „großen Bruders“. Auch steht die industrielle Silbernachfrage 2026 unter Druck: Der Solarbedarf soll um 19 Prozent einbrechen, während E-Autos und Rechenzentren die Lücke nur teilweise schließen. Stöferle kommentiert: „Vor allem die Renaissance der Investitionsnachfrage entscheidet 2026 über das Schicksal von Silber – während Indien voranprescht, halten sich westliche Investoren noch zurück.“ Wobei der Experte hinzufügt: „Selbst bei einer inflationsbedingten Seitwärtsbewegung von Silber bleiben Silberminen die Wahl für renditehungrige Anleger – sie erzielen bei einem Preis von 80 Dollar für Silber bereits Gewinnmargen von über 80 Prozent.“ Strahlende Zukunft? Und wie sieht es mit Rohstoffen abseits der Edelmetalle aus? Ob es nun umweltbewegten Menschen passt oder nicht – mehrere große Investmenthäuser haben sich in den letzten Jahren deutlich positiv zur Atom- Energie geäußert. KI-Rechenzentren und Elektrifizierung treiben die Stromnachfrage deutlich stärker als bisher erwartet an, gleichzeitig will zum Beispiel Europa mehr Energie-Unabhängigkeit erreichen und den CO2-Ausstoß drastisch drosseln. Die globale Nuklearkapazität könnte laut Morgan Stanley bis 2050 von heute rund 400 Gigawatt auf etwa 860 Gigawatt steigen. Wer an eine „strahlende Zukunft“ glaubt, könnte in ETFs investieren, die auf Uran-Minen und Nukleartechnologie setzen. Wobei das Thema höchst umstritten bleibt: Während etwa in Frankreich die Atomkraft fast schon als Heilsbringer gefeiert wird, bleibt sie in Österreich ein No-Go, Zwentendorf lässt grüßen. Bedenklich ist: Das Problem der Endlagerung konnte bis heute nicht gelöst werden. Nur langsam kommt Gold wieder auf die Sprünge, es gilt das langfristige Potenzial im Auge zu behalten. Das Edelmetall schwenkt in eine Stabilisierungsphase ein. Silberminen könnten ein Rendite-Renner werden. Der World Uranium Index hat auf Sicht von drei und fünf Jahren stark zugelegt. Atomkraft könnte weiter im Trend liegen. Mögliches Gesamtportfolio mit Edelmetallen Dieses Portfolio beinhaltet „Sicherheitsgold“, das stabilisierend wirken soll. „Performancegold“ stellt den dynamischeren Teil dar. Quelle: incrementum 15 % Sicherheitsgold 15 % Anleihen 5 % Bitcoin 10 % Rohstoffe 10 % Performance- Gold 45 % Aktien Gold: Gelitten Silber: Konsolidierung Uran: Strittiger Trend in tUSD/lb 40 90 100 110 70 50 60 80 ´26 2022 2023 2024 2025 in USD/oz 15 80 60 100 120 40 20 30 50 ´26 2022 2023 2024 2025 in USD/oz 1.500 4.500 5.000 5.500 3.500 2.000 2.500 3.000 4.000 ´26 2022 2023 2024 2025 Ausgabe Nr. 3/2026 – GELD-MAGAZIN . 49
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