GELD-Magazin, Nr. 3/2026

Die Zukunft hat bereits begonnen. Tesla führt immer wieder den Optimus öffentlichkeitswirksam vor, einen 1,73 Meter großen humanoiden Roboter, der laut Tesla „sich wiederholende und langweilige Aufgaben übernehmen soll“ – etwa auch Saubermachen und Kochen. Roboter können aber auch Arbeitskräfte ersetzen, wie z.B. in der Lagerhaltung. Anfang 2027 soll Optimus auf den Markt kommen – zu einem Preis von 20.000 bis 25.000 Dollar. Neben Tesla sind aber zahlreiche andere Unternehmen bereits in der Entwicklung weiter, die aktuell eng mit datengetriebenen Verfahren zusammenhängen. Verbesserte Bildverarbeitung und sprachbasierte Schnittstellen erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Dennoch bleibt die Aussagekraft vieler Demonstrationen begrenzt. „Wann immer man die beeindruckenden Videos sieht, beispielsweise jene von tanzenden humanoiden Robotern, dann fällt auf, dass die Roboter nicht mit der Umwelt interagieren oder wenn doch, dann nur unter sehr sorgsam kontrollierten Bedingungen“, erklärt Oliver Brock, Professor für Robotik an der Technischen Universität Berlin. Entscheidend für den realen Einsatz sei jedoch die Fähigkeit, auch außerhalb solcher kontrollierten Szenarien zuverlässig zu agieren. Daten entscheiden Im industriellen Kontext verschiebt sich der Fokus zunehmend von der Hardware zur Datenbasis. „Die größte Herausforderung der humanoiden Robotik ist heute nicht mehr die Hardware, sondern der Zugang zu hochwertigen, realitätsnahen Trainingsdaten. Das drängendste Problem ist die Datenlücke: Humanoide KI-Modelle verfügen über weniger Trainingsdaten als ausgereifte Sprachmodelle. Während große Sprachmodelle auf riesige Datenmengen aus dem Internet zugreifen können, sind Daten aus der Interaktion physischer KI mit realen Menschen und Objekten noch vergleichsweise rar. Diese Datenlücke zu schließen, wird der entscheidende Durchbruch sein“, so David Reger, CEO von NEURA Robotics. Er sieht kognitive Robotik als „next big thing“: „Wir sprechen hier von einem der größten Märkte weltweit, weit größer als der Smartphone-Markt. Gemeinsam mit strategischen Partnern wie Bosch, Qualcomm, Schaeffler und Vorwerk baut NEURA Robotics heute Europas Zwischen Aufbruch und Realität Roboter mit menschenähnlicher Form gelten als nächste Stufe der Automatisierung. Doch zwischen Demonstrationen und realem Einsatz liegen weiterhin strukturelle und ökonomische Hürden. MICHAEL KORDOVSKY „Die größte Herausforderung der humanoiden Robotik ist heute nicht mehr die Hardware, sondern der Zugang zu hochwertigen, realitätsnahen Trainingsdaten.“ David Reger, CEO und Gründer von NEURA Robotics Credits: Helois/stock.adobe.com; beigestellt Vor dem großen Durchbruch müssen noch einige Hürden überwunden werden. Die größten Herausforderungen liegen laut Markus Vincze, Professor am Institut für Automatisierung und Regelungstechnik an der TU Wien, weiterhin in der Bewegungsplanung und der präzisen Steuerung von Greifprozessen. Auch die visuelle Wahrnehmung bleibt ein Engpass, da Roboter ihre Umgebung häufig nur als zweidimensionale Farbbilder erfassen und komplex interpretieren müssen. „Fortschritte hängen daher maßgeblich von leistungsfähigeren Algorithmen ab. Anwendungen im Alltag, etwa beim Aufräumen im Haushalt, sind grundsätzlich denkbar, stoßen jedoch noch an technische Grenzen. Zudem habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass weniger die Technologie selbst, als vielmehr deren Vermarktung und Integration in reale Umgebungen die größte Hürde darstellt. Insgesamt bleibe humanoide Robotik in vielen Bereichen vorerst Zukunftsmusik und werde den Menschen eher ergänzen als ersetzen“, erklärt Vincze. David Reger, CEO von NEURA Robotics, indes sieht die größte aktuelle Herausforderung der humanoiden Robotik im Zugang zu hochwertigen sowie tatsächlich realitätsnahen Trainingsdaten. Herausforderungen in der humanoiden Robotik Ausgabe Nr. 3/2026 – GELD-MAGAZIN . 13

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