GELD-Magazin, November 2021

November 2021 – GELD-MAGAZIN . 57 men. Regulierung und der klassische Fi- nanzmarkt sind nicht so schnell wie unsere Industrie, doch ich bin davon überzeugt, dass wir in absehbarer Zeit auch einen ETF basierend auf „physischen Bitcoin“ für die breitere Masse sehen werden. Auch in Europa hat sich die öffentliche Wahrnehmung geändert. Von der Dro- hung mit Verboten sind wir zu einem Dis- kurs über eine verhältnismäßige Regulie- rung gekommen. Wie schätzt du als CEO einer Kryptobörse mit Sitz in Wien die Stimmung ein? Ich erwarte, dass MiCA (Markets in Crypto- Assets = EU-weite Regulierung von Krypto- Assets) nächstes Jahr umgesetzt wird und damit dem europäischen Finanzmarkt auf jeden Fall hilft, eine klare und systematische Regulierung zu bekommen. Momentan muss man noch mit 27 verschiedenen Regu- latoren sprechen, wovon jeder eine andere Meinung hat und einen anderen Ansatz ver- folgt. Es ist ein Irrglaube, dass wir heute ei- nen harmonisierten Finanzplatz in Europa haben – regulatorisch sind wir absolut nicht synchron. MiCA ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und wird meiner Mei- nung nach sehr positive Auswirkungen auf die Branche in Europa haben. Um gewisse Vorgaben bezüglich Geldwäsche oder Kon- sumentenschutz wird man nicht herumkom- men und das ist auch gut so. Für den Markteintritt wird es zwar bestimmt Schwierigkeiten mit sich bringen, doch die Industrie insgesamt wird sich dadurch wei- ter in den Finanzmarkt integrieren. Wir se- hen das mit unserer neuen White Label-So- lution. Es gibt jetzt Banken und Finanz- dienstleister, die ihren Kunden über unsere Technik und teilweise über unsere Lizenzen exakt das anbieten können, was wir schon seit Jahren machen. Was sind eure weiteren Pläne für das auf- kommende Jahr und mit welchen Heraus- forderungen seht ihr euch konfrontiert? Unsere Stocks-Sparte wird uns definitiv noch weiter beschäftigen. Die Kombination aus fraktionalisierten Aktien und 24-Stun- den-Trading wird in Zukunft ein absoluter Gamechanger sein. Wir planen demnächst unser Beta-Produkt aufzulösen und dann das richtige Produkt, so wie wir uns das in voller Ausgestaltung vorgestellt haben, zu präsentieren. Da steckt viel Arbeit drinnen! Unser Team in dem Bereich ist mittlerweile so riesig, der Kundenstock so groß und das Produkt so komplex, dass wir uns hier keine Fehler erlauben können. Auch sonst gehen uns die Ideen nicht aus. Nur um es zu veranschaulichen: Wir haben mittlerweile über 600 Leute, gleichzeitig aber auch über 350 offene Stellen! Zusätz- lich machen wir auch acht bis zehn neue Bü- ros in Europa und im Dezember einen neu- en Campus mit über 8000 Quadratmetern in Wien auf. Mehr kann ich diesbezüglich zwar noch nicht verraten, aber wir haben auf je- den Fall reichlich in unseren Wiener Stand- ort investiert. www.bitpanda.com ZU BITPANDA Eric Demuth (34) ist einer von drei Gründern und einer von zwei CEOs der Wiener Kryptowährungsplattform Bitpanda. „Bitpanda wurde 2014 mit dem Ziel gegründet, das Investieren für alle zugänglich zu machen“, heißt es auf www.bitpanda.com . Mit nun- mehr 600 Teammitgliedern und 3 Mil- lionen Nutzern darf sich Bitpanda zu einem der florierendsten FinTechs Eu- ropas zählen. „Mithilfe einer PSD2- Zahlungsdienstleisterlizenz, modern­ ster Sicherheitstechnologien und optimierter Benutzererfahrung lässt sich in Aktien, Kryptowährungen oder Edelmetalle investieren.“ Auf der intu- itiven Plattform ist man „ab nur einem Euro mit dabei“. V.l.n.r.: Christian Trummer (Gründer & CTO), Paul Klanschek (Gründer & CEO) und Eric Demuth (Gründer & CEO) der Bitpanda GmbH

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