16. August 2022

US-Aktien: Erwartungen übertroffen

Über 80 % der börsengelisteten Unternehmen in den USA haben bereits die Ergebnisse für das zweite Quartal 2022 vorgelegt. Erfreulich: Die Gewinne der US-Aktiengesellschaften haben die Konsenserwartungen übertroffen. 

Frank Thormann, Fondsmanager bei Schroders
Frank Thormann, Fondsmanager bei Schroders

Die Wachstumsrate fiel aber im Vergleich zu den historisch außergewöhnlich starken letzten Quartalen schwächer aus. Dieser Ansicht ist Frank Thormann, Fondsmanager bei Schroders.

Im Vergleich zu den Konsenserwartungen lagen die Umsätze im zweiten Quartal um etwa 3 % und der Gewinn je Aktie um etwa 4 % höher. 

Top: Energie-Aktien

Die stärksten „Beats“ und damit die meisten positiven Gewinnkorrekturen waren im Energiesektor zu beobachten, die schwächsten im Kommunikationssektor, was bei Letzterem vor allem auf einen Rückgang beim Anzeigengeschäft zurückzuführen ist. Das Finanzwesen ist der Sektor mit dem stärksten Gewinnrückgang innerhalb eines Jahres, wofür gestiegene Rückstellungen die Hauptursache sind. Etwa 80 % der Unternehmen haben die Konsensprognose für den Gewinn je Aktie und 66 % die Umsatzerwartungen übertroffen. „Die Beat Rates mögen niedriger ausfallen als in den vergangenen zwei Jahren, dennoch sind sie im längeren historischen Vergleich immer noch stark“, so Thormann.

Positive Überraschung

Im Jahresvergleich stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 14 %, der Gewinn je Aktie im Jahresvergleich um 9 %. Thormann: „Die Wachstumsraten sind in etwa vergleichbar mit dem ersten Quartal, was eine positive Überraschung ist, denn es wäre ein stärkerer Rückgang zu erwarten gewesen.“ Gewisse Sorgen bereitet allerdings die Inflation: „Sollte der Druck hoch bleiben, wird sich das wahrscheinlich auf die gesamte Gewinn- und Verlustrechnung auswirken.“

Wie stellt sich Thormann bei den von ihm verwalteten Strategien also auf?  „Als Stockpicker sehen wir das aktuelle Umfeld als Chance, um Alpha zu generieren“, meint der Fondsmanager. Bei der Aktienauswahl fokussiert er sich auf drei Merkmale von Unternehmen: Preissetzungsmacht, weiterhin positive Ertragsaussichten sowie die Fähigkeit, die Markterwartungen kontinuierlich zu übertreffen.

Interessante Beispiele

Im Sektor für nichtzyklische Konsumgüter wäre Pepsi als Beispiel zu nennen. Der Getränkehersteller konnte exzellente Q2-Ergebnisse vorweisen. Dabei erhöhte das Unternehmen seine Preise weltweit um 12 % im Vergleich zum letzten Jahr, konnte jedoch gleichzeitig ein Volumenwachstum verbuchen. 

Im Tech-Sektor wäre Microsoft ein weiteres Beispiel für ein Unternehmen, welches an der Preisschraube drehen kann, ohne die Nachfrage zu beeinträchtigen. Der Experte erläutert: „Die angebotenen Produkte sind für Büroangestellte weltweit unverzichtbar. Daher gibt es kaum Möglichkeiten, sich gegen eine mögliche Preiserhöhung zu stellen.“ Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die Q2-Berichtssaison zwar zeigte, dass sich die Wachstumsraten leicht abschwächten, wir uns aber trotzdem auf Rekordniveau befinden und die meisten Unternehmen die Konsenserwartungen übertreffen konnten.

Schroders/HK

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