Altersvorsorge Der KESt ein Schnippchen schlagen Credits: Archiv; © Ludwig Schedl Neues Modell. Die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Österreich schrumpft. Die Zahl der Verträge in der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge hat sich seit dem Höchststand von 1,6 Millionen im Jahr 2012 mehr als halbiert. Auch in der von der Kapitalertragssteuer (KESt) befreiten Lebensversicherung ist das Prämienvolumen in den vergangenen 25 Jahren um ein Drittel eingebrochen. Das Wiener Fintech froots (mit Andreas Treichl als Investor und Advisor) hat nach eigenen Angaben als erster Vermögensverwalter in Österreich nun ein neues KEStbefreites Pensionssparmodell gestartet, das den bisherigen Provisionen- und Gebührenaufwand für die Pensionsvorsorge beträchtlich reduziert. Das Prinzip: Der für Versicherte jeweils sinnvollste steuerbefreite Versicherungsmantel übernimmt die rechtliche Hülle, froots dagegen die Veranlagung auf Basis kostengünstiger ETFs. VERSICHERUNG . Kurzmeldungen Wiener Städtische: Wechsel im Vorstand Neuer CEO. Ralph Müller übernimmt den Vorstandsvorsitz im Wiener Städtischen Versicherungsverein und folgt damit auf Robert Lasshofer, der weiterhin Aufsichtsratspräsident bleibt. Müller wurde 2021 Generaldirektor der Wiener Städtischen, davor bekleidete er diese Funktion in der DONAU Versicherung. Er startete im Jahr 2011 seine Tätigkeit in der Wiener Städtischen als Vertriebsvorstand, danach war er für das Risiko- und Finanzressort verantwortlich. Müller war vor seiner Zeit in der VIG-Gruppe viele Jahre im Finanzbereich tätig. Weitere Neuerung: Sonja Brandtmayer wird Generaldirektorin der Wiener Städtischen. Sie hat seit ihrem Eintritt in die Wiener Städtische im Jahr 2016 mehrere Führungsfunktionen ausgeübt, darunter die Leitung der Kranken- und Unfallversicherung. Anschließend führte sie erfolgreich die Wiener Städtische Landesdirektion Steiermark, bevor sie 2020 in den Vorstand wechselte. Derzeit verantwortet sie den Vertrieb, die Krankenversicherung sowie Marketing und Werbung und Slowenien. Ralph Müller, neuer CEO, Wiener Städtische Versicherung 78 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 3/2026 Flexibel. Die Pensionssysteme stehen bekanntlich unter Druck. Wer das Rentenalter noch nicht erreicht hat, sollte zusätzlich vorsorgen. In jungen Jahren zu sparen, um später die staatliche Pension – und im besten Fall die betrieblichen Pensionszahlungen – aufzustocken, erscheint vielen sinnvoll, wenn nicht sogar zwingend. Aber wie lässt sich das optimal gestalten? Monica Defend, Head of Amundi Investment Institute: „Wer mehr als eine statische Vermögensallokation möchte, sollte über Lebenszyklusmodelle nachdenken. Ein Gleitpfad, also die schrittweise Veränderung der Anlagestrategie über Zeit, kann dabei helfen, das Portfolio immer neu an der jeweiligen Lebensphase auszurichten, während der Ruhestand näher rückt.“ Dabei sei die Gestaltung eines effektiven Gleitpfads nicht einfach eine Frage der Risikominderung mit zunehmendem Alter. Sie erfordert einen langfristigen Blick betreffend die Entwicklung von Beiträgen, Gehaltswachstum, Zeithorizont, Altersvorsorgebedarf und Risikotragfähigkeit. Und das über das gesamte Erwerbsleben einer Person. Außerdem muss sie praktische Realitäten berücksichtigen, darunter Verhalten, regulatorische Rahmenbedingungen, Dynamiken in der Vergleichsgruppe und Altersvorsorgeziele. Fokus: Lebenszyklus Monica Defend, Head of Amundi Investment Institute 262 Prozent. Heimische Versicherungsunternehmen haben im ersten Quartal 2026 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 366,5 Millionen Euro erreicht. Die finanzielle Stärke der Branche – gemessen am Solvabilitätsgrad – stieg im Jahresvergleich auf 262 Prozent (Median), einer der höchsten Werte in Europa. Das zeigt eine aktuelle Statistik der FMA. Die Basis für das solide Ergebnis lieferte ein Wachstum des Prämienvolumens von 3,5 Prozent auf 7,55 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich stark stieg erneut das Prämieneinkommen in der Krankenversicherung mit 8,1 Prozent. In der Lebensversicherung setzte sich der Trend hin zu Einmalerlägen und zu fonds- und indexgebundenen Produkten fort. Gewinnseitig glichen Lebens- und Krankenversicherung einen Rückgang in der Schaden- und Unfallversicherung weitgehend aus. Nach Insolvenzen im US-Markt steht die Anlageklasse Private Credit verstärkt im Fokus der europäischen Aufsicht. Die EZB schätzt das Exposure europäischer Versicherer auf 2,3 Prozent der Vermögenswerte. Die direkte Exponierung österreichischer Versicherungsunternehmen gegenüber Private-CreditFonds ist jedoch mit 0,46 Prozent der gesamten Kapitalveranlagung deutlich geringer. Versicherer: Gute Bilanz
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