GELD-Magazin, Nr. 3/2026

72 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 3/2026 Neubaubericht Wien 2026. „Wenn wir den Ausbau und Aufbau zusätzlich zum Neubau nicht rasch wieder ermöglichen, wird aus geplanten Projekten kein realer Wohnraum“, gibt Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WK Wien zu bedenken, der gemeinsam mit den Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) den aktuellen Neubaubericht für Wien präsentierte. Für 2026 ist die Fertigstellung von rund 12.600 Wohneinheiten geplant. Tatsächlich realisiert werden voraussichtlich jedoch nur rund 9.400. „Es gibt zahlreiche Projekte, die aktuell nicht fertig gebaut werden, weil sie in der Krise der letzten drei Jahre 'gestrandet' sind. Hier braucht es dringend eine gemeinsame Taskforce, um diese Projekte wieder in Bewegung zu bringen“, betont Pisecky. Ein wichtiger Ansatzpunkt sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die aktuelle Flächenwidmung reicht in vielen Bereichen noch in die 1990er-Jahre zurück, in der Wien noch deutlich weniger Einwohner hatte. Sie passe nicht mehr zur Realität einer wachsenden Millionenstadt und müsse dringend angepasst werden. Auch beim Abbruchverbot gibt es Anpassungsbedarf. „Das bestehende Abbruchverbot verhindert in vielen Fällen eine sinnvolle Weiterentwicklung. Wir brauchen mehr Flexibilität, um neuen und zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen“, so Pisecky. Die Entwicklung im Bestand (Ausbau oder Aufbau der bestehenden Häuser) gewinnt an Bedeutung. Das schafft Wohnraum und ermöglicht die Modernisierung bestehender Gebäude. Alarm im Wohnbau: Jede 4.Wiener Wohnung wird nicht gebaut 2028: Immobilienertragsteuer soll angehoben werden Altbestände. Die Immobilienertragsteuer auf Gewinne aus dem Verkauf von Grundstücken und Gebäuden wird seit 2012 unabhängig von der Haltedauer fällig und beträgt grundsätzlich 30 Prozent – mit wichtigen Ausnahmen wie Hauptwohnsitz- und Herstellerbefreiung sowie Sonderregelungen für Altvermögen und Umwidmungen. Laut der Regierungsvorlage vom 10. Juni 2026 soll nun die Immobilienertragsteuer für pauschalierte Altgrundstücke (vor dem 31. März 2002 angeschafft) ab 1. Jänner 2028 von 4,2 auf 6,0 Prozent angehoben werden. Erfolgte nach dem 31. Dezember 1987 eine Umwidmung von Grünland in Bauland, beträgt die Steuerbelastung aktuell 18 Prozent und soll ab 2028 auf 21 Prozent angehoben werden. Damit ist ein Verkauf vor 2028 steuerlich deutlich attraktiver. Hohes Risiko. Am 10. Juni 2024 stellte das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) fest, dass von Gewerbeimmobilienkrediten (rd. 110 Mrd. Euro) ein erhöhtes Risiko für die Finanzmarktstabilität in Österreich ausgeht. Daher wurde mit 1. Juli 2025 ein sektoraler Systemrisikopuffer (sSyRP) von einem Prozent der Risikopositionen aus Gewerbeimmobilienkrediten eingeführt. Am 12. Dezember 2025 hielt das Gremium fest, dass die Systemrisiken aus Gewerbeimmobilienkrediten aufgrund der weiteren Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds seit der ersten Festlegung des sektoralen Systemrisikopuffers im Jahr 2024 weiter angestiegen sind. Auf Basis der neuerlichen Empfehlung des Gremiums erhöht sich der sSyRP mit 1. Juli 2026 auf zwei Prozent sowie ein Jahr später auf 3,5 Prozent. Der Anteil von NPLs im Gewerbeimmobilienbereich liegt derzeit lt. OeNB bei 8,3 Prozent. Jean-Monnet-Tower CA Immo startet Vermarktung IMMOBILIEN . Kurzmeldungen „Wir brauchen eine Taskforce, um viele Projekte wieder in Bewegung zu bringen.“ Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WK Wien Credits: beigestellt; WK Wien/Pippan DIE ZAHL DES MONATS 8,3 Prozent Berlin. Der von Barkow Leibinger Architekten entworfene und 2012 von der CA Immo fertiggestellte Jean-Monnet-Tower ist ein DGNB Gold-zertifiziertes Green Building mit 14.875 m² Mietfläche und steht in der Berliner Europacity – eine der gefragtesten Bürolagen Deutschlands zwischen Regierungsviertel, Spree und Museumsmeile Mitte. Das flexible Flächenkonzept bietet ca. 450 m² bis zur Gesamtanmietung des Gebäudes, das eines der wenigen Hochhäuser Berlins ist, das einen 360-Grad-Ausblick über die Hauptstadt bietet. Die Lage direkt am Berliner Hauptbahnhof sorgt für eine hervorragende Verkehrsanbindung mit optimaler Erreichbarkeit per Bahn, ÖPNV, Pkw und zum Flughafen.

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