Credits: beigestellt 34 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 3/2026 der Marktbreite sehr heftig ausfallen könnte. Doch noch ist der positive KI-Zyklus intakt. Schon mehrmals gab es Warnungen vor einer möglichen Techno-Blase an den US-Börsen, doch wer auf fallende Kurse wettete, verlor viel Geld. An Warnsignalen fehlt es auch jetzt nicht: So sind die Preise für KI-Token (siehe Chart) zuletzt deutlich gefallen. Allerdings gab es bei diesem Indikator schon stärkere Rückgänge, ohne dass deswegen die gesamte US-Technologiebörse massiv eingebrochen wäre. Die Manager von Branchen-Fonds sehen dennoch die Zeit gekommen, um selektiver an Neuinvestments heranzugehen. So hat Tobias Rommel, Fondsmanager des DWS Artificial Intelligence, drei Gruppen von KIProfiteuren im Visier: Infrastrukturanbieter; Unternehmen, die die notwendigen Daten in ausreichender Menge („Big Data“) zur Verfügung stellen und analysieren können; und Anwender, also Unternehmen, die ihr Produktangebot, ihre Marktposition und ihre Geschäftsmodelle mittels KI-Anwendung stärken. „Im Infrastrukturbereich gefallen uns Anbieter von KI-Chips mit hoher Rechenleistung und Bandbreite, also extrem raschem Datenzugriff. Bei Software favorisieren wir jene Player, die stark in die Geschäftsmodelle ihrer Kunden integriert sind und Zugang zu deren systemkritischen Daten haben, die nicht mittels KI reproduzierbar sind oder übers Internet einfach abgegriffen werden können. KI-Anwendungen müssen Wettbewerbsvorteile bringen, die Ertragskraft und Geschäftsmodelle nachhaltig durch Effizienzgewinne und höhere Kundenbindung stärken, solide finanziert sind und zusätzliche Werte für Investoren schaffen.“ Die große Preisfrage Ein Paradebeispiel, was die kontroverse Diskussion über die Monetarisierung von KI anbelangt, ist der Hyperscaler Alphabet: Manche Investoren erachten den Titel als heillos überbewertet, da der freie Cash Flow aufgrund der gewaltigen Investitionen gegen Null tendiert. Andere schätzen dieses Phänomen aber als vorübergehend ein und favorisieren Alphabet aufgrund der Finanzkraft als einen nachhaltigen KI-Gewinner. So meint Richard Clode, Manager des Janus Henderson Global Technology Leaders Fund: „Wir glauben, dass die Renditen der heutigen Investitionsausgaben positiv und die Amortisationszeiten relativ kurz sein werden. Es ist irreführend, das Free-Cashflow-Multiple des laufenden Jahres auf ein Unternehmen anzuwenden, das sich mitten in einem gezielten, vorgezogenen Investitionszyklus befindet.“ Die relevante Frage laute also nicht: „Wie hoch ist der Free Cashflow heute?“, sondern: „Wie hoch wird der Free Cashflow sein, sobald sich der Investitionszyklus normalisiert und die Erträge aus diesen Investitionen realisiert werden?“ Wettrennen um KI-Anwendungen Für Lei Qiu, Portfoliomanagerin des AB International Technology Portfolio bei AllianceBernstein, ist das Wettrennen um die gewinnträchtige Anwendung von KI-Lösungen in vollem Gang: „Das exponentielle Wachstum beim Token-Verbrauch zeigt, dass wir die entscheidende Phase in der KI-Adoption erreicht haben. Daher erwarten wir, dass der Investitionstrend weiterhin nach oben zeigen wird, vor allem in der Infrastruktur, bei der Datenspeicherung und -analyse. Effizientes Chip-Design, Netzwerk- und Kommunikationsausrüstung der nächsten Generation bleiben gefragt. Auch Segmente wie Robotik und Automation sowie das Internet der Dinge werden größere Beachtung finMÄRKTE & FONDS . Trend 2026 . Technologie Derzeit zeigt der Silicon Data LLM Token Expenditure Index einen deutlichen Rückgang. Sollte sich dieser fortsetzen, könnten sich die Aussichten an den Technologiebörsen verdüstern. Allerdings blieb der Einbruch der Ausgaben für KI-Token im Februar 2026 ohne ernste Folgen. Silicon Data LLM Token Expenditure Index Quellen:Steno Research, Bloomberg & Macrobond Dez. 2025 1.0 Jan. 2026 Feb. 2026 März 2026 April 2026 Mai 2026 1.2 1.4 1.6 1.8 2.0 „Je näher ein KIModell an einer Maschine arbeitet, desto profitabler ist das Ergebnis.“ Lei Qiu, Managerin des AB International Technology Fund
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