GELD-Magazin, Nr. 3/2026

nagement. Das europäische Small-Cap-Universum umfasst mehr als 2.000 börsennotierte Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen. Diese Breite stellt sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung dar: Um das Beste aus diesem Segment herauszuholen, reicht ein passives Engagement nicht aus. Unser Ansatz konzentriert sich darauf, hochwertige, noch wenig beachtete Unternehmen zu identifizieren, bevor sie eine breitere Anerkennung am Markt erlangen. Der Fonds trägt den Namen „Entrepreneur Europe Small“. Welche Bedeutung hat dieser Name, und wie prägt er Ihren Anlageprozess? Wir suchen nach hochwertigen Unternehmen, die von langfristigen Trends profitieren, bevor diese allgemein bekannt werden. Dafür betrachten wir nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch das Management und die Eigentümerstruktur. Konkret investieren wir in Unternehmen, die von Entrepreneurs – Gründern oder Gründerfamilien – geführt werden. Wir sind fest davon überzeugt, dass Anreize maßgeblich die Ergebnisse bestimmen. Wenn Gründer oder Gründerfamilien einen erheblichen Teil ihres Vermögens in das Unternehmen eingebracht haben, sind ihre Interessen eng mit denen der Aktionäre verbunden. Gleichzeitig wird der klassische Principal-Agent-Konflikt reduziert, den man sonst oft beobachtet. Diese Eigentümer denken eher in Generationen als in Quartalen und zeichnen sich häufig durch solide Bilanzen aus. Diese finanzielle Stärke sorgt für Widerstandsfähigkeit und ermöglicht es ihnen, in die Offensive zu gehen, wenn andere zur Defensive gezwungen sind. Gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Fundamentaldaten verbessern? Ja. Die Stärke dieser zugrundeliegenden Trends spiegelt sich zunehmend in den Unternehmensergebnissen wider. Die Gewinne haben sich als robust erwiesen, und in der jüngsten Berichtssaison übertrafen immer mehr Unternehmen die Erwartungen. Gleichzeitig verbessern sich die Prognosen für das Gewinnwachstum weiter, was die Stärke der langfristigen Nachfragetreiber widerspiegelt, die sich zunehmend von den allgemeinen Wirtschaftswachstumstrends abkoppeln. Wie attraktiv sind die Bewertungen europäischer Small Caps vor diesem günstigen Hintergrund derzeit? Ausgabe Nr. 3/2026 – GELD-MAGAZIN . 31 Trotz der sich verbessernden Aussichten haben die Bewertungen noch nicht aufgeholt. Small Caps werden weiterhin unter ihren historischen Durchschnittsmultiplikatoren und mit einem erheblichen Abschlag gegenüber Large Caps gehandelt. Das ist historisch gesehen ungewöhnlich: Small Caps werden aufgrund ihres überdurchschnittlichen langfristigen Wachstumspotenzials traditionell mit einer Bewertungsprämie gehandelt, die ihr überlegenes langfristiges Wachstumspotenzial widerspiegelt. Die aktuelle Kombination aus stärkeren Wachstumsaussichten und einer attraktiveren Bewertung ist selten. Wenn man alles zusammenfasst: Wie ist der „Bellevue Entrepreneur Europe Small“ positioniert, um diese Chance zu nutzen? Wir blicken recht optimistisch in die Zukunft. Wir sehen klare relative Gewinner und Verlierer in einem Umfeld, das von höheren Zinsen, stärkerem staatlichem Einfluss und zunehmender Regionalisierung geprägt ist. Der KI-Paradigmenwechsel, Energiesicherheit und Geopolitik sind strukturelle Wachstumsfaktoren, die Investitionsausgaben auslösen. Man kann sogar von einem Investitions-Superzyklus sprechen. Dies schafft Streuung und Alphapotential und genau darauf ist unsere Strategie ausgerichtet. Hinzu kommen attraktive Bewertungen – all dies ergibt eine seltene Chance auf vielversprechende Renditen. Mit einem bewährten Anlageprozess, fundierter Branchenexpertise und einer starken Erfolgsbilanz bei der Identifizierung europäischer „Hidden Champions“ ist der Bellevue Entrepreneur Europe Small bestens positioniert, um vom anhaltenden Aufschwung dieser Anlageklasse zu profitieren. www.bellevue.ch Birgitte Olsen, CFA, Head Entrepreneur Investments, trat 2008 bei Bellevue Asset Management ein. Davor war sie über neun Jahre bei Generali Investments in Köln als Stellv. Leiterin für das Portfolio Management Aktien Europa zuständig. Als Fund Manager (DE und Skandinavien) arbeitete sie 1997 und 1998 bei Vontobel Asset Management in Zürich. Birgitte Olsen startete ihre Karriere in der Finanzbranche 1994 als Sell-Side Analyst bei der Bank am Bellevue für die Sektoren Versicherungen und Pharma. Sie hat ein Studium in Finanz- und Rechnungswesen an der Universität St. Gallen abgeschlossen.

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