GELD-Magazin, Nr. 3/2026

Emerging Markets Hohe Konzentration Credits: beigestellt/Archiv Wenig Streuung. Was vielen Anlegern nicht bewusst ist: Der MSCI Emerging Markets Index ist außergewöhnlich stark konzentriert. Im Dezember 2025 entfielen allein auf fünf Unternehmen – TSMC, Samsung, Tencent, SK Hynix und Alibaba – mehr als 27 Prozent der gesamten Indexgewichtung. Diese Konzentration hat sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich verstärkt und stieg von 15 Prozent im Jahr 2016 auf 27 Prozent Ende 2025. Diese fünf Unternehmen waren auch maßgebliche Treiber der Marktentwicklung. Allein im Kalenderjahr 2025 trugen sie 42 Prozent zur Gesamtrendite des Benchmarks bei. Die „Emerging Markets Equity Income“-Strategie des Vermögensverwalters Guinness geht hier andere Wege: In deutlicher Abweichung von der Benchmark hält der Fonds lediglich eines dieser fünf dominierenden Unternehmen – TSMC – mit einer Gewichtung von 2,8 Prozent. MÄRKTE . Kurzmeldungen Börsen: Freundliches Bild Solide. Karin Kunrath, Chief Investment Officer von Raiffeisen Capital Management, wirft einen Rundumblick auf die globalen Aktien und Anleihenmärkte: Trotz Iran-Krieg präsentierten sich laut der Expertin die internationalen Aktienmärkte (auch vor der Verkündigung des Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran) in den letzten Wochen sehr freundlich. Der Blick auf das erwartete Gewinnwachstum liefere wohl die wichtigste Erklärung für die festen Aktienbörsen der hochentwickelten Länder. Auch die Aktienmärkte der Schwellenländer konnten den Werteinbruch im Zuge des Iran-Kriegs inzwischen wieder wettmachen. Hier zeigt sich, dass der asiatische Raum auch ein AI-Powerhouse der Welt ist. Ebenso präsentieren sich SchwellenländerHartwährungsanleihen nach einer kurzen Schwächephase Anfang des Jahres weiterhin stark, wobei deren Risikoprämien nahe ihrer historischen Tiefstände liegen. Kunrath fügt hinzu: „Wir denken dennoch, dass Schwellenländer-Anleihen überkauft sind, und sind bei dieser Anleiheklasse derzeit zurückhaltend.“ Karin Kunrath, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Capital Management 28 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 3/2026 Lithium und mehr. Nicht nur bei der Fußball-WM stehen südamerikanische Staaten hoch im Kurs. Michael Vander Elst, Head of Emerging Markets Fixed Income bei DPAM, sieht Lateinamerika als gut positioniert für langfristiges Wachstum, unterstützt durch seinen Ressourcenreichtum, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und strategische Relevanz. Um dieses Potenzial vollständig zu realisieren, muss die Region die Diversifizierung stärken, die Integration vertiefen, Institutionen verbessern und in Infrastruktur und Humankapital investieren. Während Herausforderungen bestehen bleiben, bieten die Anpassungsfähigkeit der Region und ihr Engagement für Fortschritt laut dem Experten ein starkes Investitionsargument. Immerhin: Lateinamerika kontrolliert 60 Prozent der globalen Lithiumreserven und 40 Prozent der Kupferproduktion. Europa stärkt seine Beziehungen zur Region, um den Zugang zu kritischen Mineralien und Energie zu sichern. Lateinamerika: Wichtige Rohstoffe Michael Vander Elst, Fixed IncomeExperte bei DPAM DIE ZAHL DES MONATS 5 Prozent Auf den Kupon achten. „US-Investment-Grade-Anleihen rentieren inzwischen bei über fünf Prozent und bieten damit wieder einen spürbaren laufenden Ertrag und sind eine echte Alternative zu Geldmarktanlagen oder Dividendenrenditen“, so Thorsten Fischer, Managing Director bei Moventum AM. Ein wesentlicher Unterschied zur vergangenen Nullzinsphase: Anleger müssen heute nicht mehr darauf hoffen, dass sinkende Zinsen für zusätzliche Kursgewinne sorgen. Der Ertrag wird wieder vor allem durch die regelmäßigen Kuponzahlungen und den sogenannten Carry bestimmt – also den laufenden Ertrag, den eine Anleihe beim Halten bis zur Fälligkeit beziehungsweise in einem stabilen Marktumfeld liefert. An den Euro-Staatsanleihemärkten rückt die Differenzierung zwischen den einzelnen Ländern erneut stärker in den Vordergrund. „Länder mit höherer Verschuldung und expansiver Fiskalpolitik – darunter Frankreich und Italien – bleiben anfälliger für Spreadausweitungen“, sagt Fischer. Deutschland und andere Kernländer wirken als Stabilisatoren. Für deutsche Bundesanleihen ergibt sich damit ein insgesamt neutrales Bild: Die Rendite zehnjähriger Papiere liegt aktuell mit rund drei Prozent deutlich über dem Niveau der Nullzinsphase.

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