Ausgabe Nr. 1/2026 – GELD-MAGAZIN . 7 Riesiger Markt. Die globale Lebensmittelwirtschaft befindet sich in einer der tiefgreifendsten Umbruchsphasen ihrer Geschichte. Bis 2035 entsteht durch grundlegende Veränderungen im Anbau, Verkauf und Konsum von Lebensmitteln ein Marktvolumen von etwa 3,1 Billionen Dollar in innovativen Wachstumsfeldern, die viermal schneller wachsen als die Branche insgesamt. Das zeigt die aktuelle Studie „Future of Food 2.0“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC. Überträgt man das globale Wachstum auf die österreichische Marktgröße, ergeben sich hierzulande Wachstumschancen von bis zu 9,3 Milliarden Dollar. Getrieben wird die Transformation insbesondere durch drei Tiefenströmungen: den derzeitigen Gesundheitsboom, das Bedürfnis vieler Kunden nach schneller und bequemer Lebensmittelversorgung, sowie Klimarisiken – zusätzlich gepaart mit Technologiesprüngen und Künstlicher Intelligenz. Ernährung: Gesunder Trend Unendliche Geschichte. Über 25 Jahre lang verhandelten die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) über ein umfassendes Handelsabkommen. Im heurigen Jänner schien dann endlich der Durchbruch geschafft – der Vertrag wurde unterzeichnet. Doch zu früh gefreut: Das Europäische Parlament hatte bald darauf den Europäischen Gerichtshof beauftragt, zu prüfen, ob das Abkommen mit den EU-Verträgen vereinbar ist. Ein knappes Votum mit 334 Ja- und 324 Nein-Stimmen sowie elf Enthaltungen. Aus Österreich sprachen sich ein Vertreter der ÖVP sowie Abgeordnete von Grünen und FPÖ gegen das Abkommen aus. Eine bemerkenswerte „Mischung“. Zusammengenommen bilden die Mercosur-Länder mit einer Gesamtbevölkerung von 270 Millionen Menschen die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt. Mit dem Abkommen soll eine neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern geschaffen werden. Mercosur: Das Parlament schlägt zurück Vorsichtige Positionierung. Staatsanleihen sind mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet, wie geht es jetzt weiter? Anhaltend hohe Short-Positionierungen sowie wachsende Sorgen um die fiskalische Disziplin großer Volkswirtschaften haben die Renditen am langen Ende spürbar nach oben getrieben. Vor dem Hintergrund steiler werdender Zinskurven rückt der Roll-down-Effekt stärker in den Fokus und lässt Staatsanleihen laut dem Vermögensverwalter Bantleon als Ertragsalternative zu Dividendenaktien erscheinen. (Roll-down tritt ein, wenn sich die Restlaufzeit von Anleihen im Zeitverlauf verkürzt und ihre Rendite durch die positive Kurvensteilheit fällt.) Charttechnisch bleibt das Umfeld für US-Treasuries und deutsche Bundesanleihen laut den Bantleon-Experten jedoch vorerst angespannt. Auch die Konjunkturentwicklung spreche eher für weiter steigende Anleihenrenditen. Diese Gemengelage lege eine vorsichtige Positionierung im mittleren und langen Laufzeiten-Segment nahe. Anleihen: Renditen steigen Europa profitiert. Institutionelle Anleger weltweit passen ihre Investmentansätze neu an, da drei starke Megatrends – Künstliche Intelligenz, Energiewende und Deglobalisierung – die Weltwirtschaft neu ordnet. So eine aktuelle Studie von Nuveen. Und noch ein weiterer Faktor kommt ins Spiel: Fast alle Befragten (91 %) nahmen aufgrund von Handels-, Zoll- und geopolitischen Themen im Jahr 2025 Änderungen an ihrem Portfolio vor. Unter den Investoren, die ihr Kapital nach Regionen umschichteten, erhöhte mehr als ein Drittel (36 %) ihr Engagement in Europa, was eine strategische Verlagerung hin zur stärkerer Diversifizierung angesichts erhöhter Unsicherheit widerspiegelt. Etwa acht von zehn Anleger planen außerdem, ihre Allokationen in Private Markets in den nächsten fünf Jahren zu erhöhen. Nuveen-Expertin Harriet Steel: „Das Ausmaß und das Tempo des Zuflusses von institutionellem Kapital in private Märkte ist weiterhin beträchtlich.“ Zölle: Portfolios im Wandel Harriet Steel, Global Head of Institutional Distribution bei Nuveen
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