GELD-Magazin, Nr. 1/2026

6 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026 BRENNPUNKT . Kurzmeldungen Credits: beigestellt/Archiv; Towering Goals & PX Media/stock.adobe.com;pixabay Versorger Entscheidend für KI-Boom Wertvolle Energie. Der globale KI-Boom entscheidet sich vor allem im Stromnetz. Während Hyperscaler Rechenleistung skalieren, schaffen Energieversorger die physische Grundlage: Stromerzeugung, Netze und Verteilinfrastruktur. Marc Decker, Co-Leiter Aktien bei der Quintet Private Bank: „Unsere Analyse des europäischen und US-amerikanischen Marktes zeigt, dass KI weniger ein Digitalthema als ein Infrastrukturprojekt ist.“ In den USA wächst die Stromnachfrage so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Studien zufolge könnten KI-Rechenzentren ihren Anteil am US-Stromverbrauch von heute rund vier bis fünf auf etwa acht bis zwölf Prozent bis 2030 erhöhen. Das entspricht dem zusätzlichen Energiebedarf von mehr als 20 Millionen Haushalten. Namasté. Die Europäische Union und Indien haben sich am 27. Jänner 2026 auf ein umfassendes Handelsabkommen geeinigt. Mit dem geplanten Vertrag soll ein Großteil der bestehenden Zölle und handelspolitischen Hürden abgebaut werden. Indien ist einer der dynamischsten Wachstumsmärkte und der bevölkerungsreichste Staat weltweit. „Das EU-Indien-Abkommen eröffnet der österreichischen Industrie zusätzliche Exportmöglichkeiten und stärkt ihre Position in globalen Wertschöpfungsketten“, sagt dazu Stefan Bruckbauer, Chefökonom der UniCredit Bank Austria. Österreich exportierte im Jahr 2024 Waren im Wert von 1,3 Milliarden Euro in den Subkontinent, das sind 0,7 Prozent der gesamten Ausfuhren. Maschinen, Elektronik und synthetische Fasern zählen zu den wichtigsten Exportgütern. Oberösterreich war mit 445 Millionen Euro das exportstärkste Bundesland, gefolgt von der Steiermark (231 Mio. Euro) und Vorarlberg (149 Mio. Euro). Durchschnittliche Zölle von über 12 Prozent (gewichtet mit dem Exportvolumen) auf österreichische Exporte belasten derzeit insbesondere die KFZ-Industrie, den Getränkesektor sowie Teile des Maschinenbaus. Indien - EU: Wichtiger Schritt Optimismus. Trotz großer geopolitischer Risiken und des kräftigen Gegenwinds aus Übersee durch Trumps Zölle und Chinas subventionierte Exportoffensive ist die Wirtschaft in der Eurozone im vergangenen Jahr solide gewachsen. Sechs Gründe sprechen laut einem Bericht von Berenberg dafür, dass die Konjunktur in der Eurozone in diesem Jahr sogar noch etwas besser abschneiden könnte als 2025. Hierzu zählen (hoffentlich) weniger Störfeuer aus dem Weißen Haus, die lockere Geldpolitik der EZB, der nachlassende Energiepreisschock, ein robuster Arbeitsmarkt, eine etwas stabilere Lage in Frankreich sowie der deutsche Fiskalimpuls. Somit könnte die Eurozone im heurigen Jahr sogar ein Wachstum leicht über ihrer Trendrate von 1,2 Prozent erreichen. Dank einer robusten Binnennachfrage kann sich das Wachstum im Jahr 2027 sogar auf 1,5 Prozent beschleunigen. Als Reaktion auf dieses Wachstum oberhalb der Trendrate dürfte die EZB ihren Einlagensatz ab Mitte 2027 von seinem derzeitigen Tiefstand von zwei auf einen weitgehend neutralen Wert von drei Prozent bis Anfang 2028 anheben. DIE ZAHL DES MONATS 1,5 % Billionen-Geschäft. Das GELD-Magazin hat bereits berichtet: Die Robotik steht 2026 an einem Wendepunkt, der weit über klassische Maschinenbauzyklen hinausgeht. Absehbar ist eine Verschmelzung von KI, Sensorik, Daten und physischer Aktorik. Das bedeutet den Eintritt der KI in die „Physical Economy“ (sozusagen von der virtuellen in die reale Welt). Auch Mike Glöckner, Analyst für den Technologiesektor bei DJE Kapital, meint: „Wie bei der Elektrifizierung, dem Internet oder dem Smartphone geht es um eine Basistechnologie, die ganze Branchen umbaut.“ Entsprechend groß sind die Erwartungen: Morgan Stanley prognostiziert, dass sich der weltweite Robotik-Umsatz von heute rund 100 Milliarden Dollar bis 2035 auf etwa 2,6 Billionen Dollar (das 25-Fache) erhöhen und bis 2050 weiter auf rund 25 Billionen Dollar (das Zehnfache ab 2035) steigen wird. Das entspräche rund 20 Prozent des heutigen weltweiten BIP von rund 115 Billionen Dollar. Physical AI: Die nächste Revolution Mike Glöckner, Analyst für den Technologiesektor bei DJE Kapital

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