Ein genauer Rendite- und Kostenvergleich schadet nicht, wenn es um die finanzielle Zukunftsplanung geht. Laufzeit verteilt werden. Bei gezillmerten Verträgen hingegen werden die Abschlusskosten mit der gesamten Prämiensumme – also der Summe aller geplanten Einzahlungen – verrechnet und meist in den ersten fünf Jahren belastet. Dadurch ist der Sparanteil zu Beginn deutlich geringer. Gerade in diesen frühen Jahren, die für den Zinseszinseffekt besonders wichtig sind, wird das Kapitalwachstum spürbar gebremst, wie auch eine grobe Vergleichsrechnung zeigt (siehe Tabelle). Eine kostengünstigere Alternative kann die sogenannte Nettopolizze sein. Hier entfallen Abschlussprovisionen; stattdessen zahlt der Kunde ein fixes Honorar, beispielsweise 500 Euro, an den Berater. Nettopolizzen wurden speziell für die Honorarberatung konzipiert und sind häufig schlanker strukturiert. Das führt meist zu niedrigeren Verwaltungskosten und insgesamt geringeren laufenden Kosten, was sich langfristig positiv auf die Rendite auswirkt und zur besten Performance führt. Wer stattdessen direkt über ein Wertpapierdepot in einen breit gestreuten ETF investiert und von einer Marktrendite von sechs Prozent p.a. ausgeht, erzielt nach Kosten und Steuern eine Endrendite von rund 4,6 Prozent. Allerdings werden in Österreich einbehaltene Dividenden laufend besteuert – eine Besonderheit des österreichischen Steuerrechts. Bei einer Dividendenrendite von einem Prozent entspricht dies einem jährlichen Renditeabzug von 0,275 Prozent. Zusätzlich fällt am Ende der Laufzeit die Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent auf die erzielten Kursgewinne an. Vorbild Deutschland Die Zahlen zeigen, dass selbst bei einer nur moderaten Inflation eine durchschnittliche Marktrendite von mindestens vier Prozent p.a. erforderlich ist, um einen realen Wertverlust zu vermeiden. Welche Verbesserungen in der privaten Vorsorge möglich sind, verdeutlicht ein Blick über die Grenze. In Deutschland unterliegen ETF-Sparer während der Ansparphase keiner laufenden Besteuerung von Dividenden, was den Zinseszinseffekt weniger stark beeinträchtigt. Zwar gibt es mit der Vorabpauschale eine Form der Mindestbesteuerung, diese fällt in der Praxis jedoch meist kaum ins Gewicht. Ein zusätzlicher Anreiz für deutsche Sparer ist der jährliche Freibetrag auf Kapitalerträge von 1.000 Euro pro Person. Dieser reduziert die Belastung durch die 25-prozentige Kapitalertragsteuer spürbar. Neben der höheren effektiven Bruttorendite hat der Freibetrag auch eine soziale Komponente, da insbesondere kleinere Anleger im Verhältnis deutlich weniger Steuern zahlen. „Jeder vierte Steuereuro fließt bereits in Pensionen – das verunsichert acht von zehn Menschen in Österreich.“ Sonja Brandtmayer, Wiener Städtische GeneraldirektorStellvertreterin Ausgabe Nr. 1/2026 – GELD-MAGAZIN . 53
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