Die Vorsorgestudie der Wiener Städtische Versicherung zeigt, dass sich die Bevölkerung nicht mehr ausschließlich auf die staatliche Pension verlässt. „Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro in die Stützung der öffentlichen Pensionen fließt, verunsichert mittlerweile acht von zehn Befragten in Österreich“, erläutert Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin des Unternehmens, die aktuelle Situation. Entsprechend halten es 90 Prozent der Befragten – 1.000 Personen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren – für wichtig, zusätzlich privat vorzusorgen. Auf die Frage nach bereits genutzten Vorsorgeinstrumenten werden vor allem klassische Anlageformen genannt: das Sparkonto (51 %), die Lebensversicherung (38 %) sowie Wertpapiere und Fondssparpläne (25 %). Es folgen Bausparen (24 %), Gold (17 %) und Immobilien (16 %). Gleichzeitig wünschen sich 78 Prozent der Befragten eine staatliche Förderung – allerdings nicht mehr in der bisherigen Form der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge. Deren Kapitalgarantie, bei der sämtliche eingezahlten Beiträge und staatlichen Prämien jederzeit abgesichert sein müssen, führt zu hohen Absicherungskosten und niedrigen Aktienquoten. Dadurch ist ein langfristiges Aussitzen von Börsenschwankungen kaum möglich. Die Folge sind wenig attraktive Renditen, die häufig nicht einmal die Inflation ausgleichen. Entsprechend ist die Zahl der laufenden Verträge seit ihrem Höchststand im Jahr 2012 deutlich zurückgegangen. Fondssparen vs. FLV Viele Anleger stellen sich bei der privaten Vorsorge die Frage: Wertpapierdepot mit Fondssparplan oder fondsgebundene Lebensversicherung (FLV)? Für einen sachlichen Vergleich müssen vor allem Kosten und steuerliche Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Die Fondspolizze unterliegt einer Versicherungssteuer von vier Prozent, die bereits in der Ansparphase direkt von der Prämie abgezogen wird. Von einer Einzahlung von 100 Euro bleiben somit nur 96 Euro für die tatsächliche Veranlagung übrig. Zusätzlich zur Steuer fallen grundsätzlich zwei Kostenarten an, deren Höhe je nach Anbieter stark variiert. Erstens entstehen Abschlusskosten, die vor allem Vertriebs- und Vermittlungskosten abdecken. Diese liegen häufig zwischen fünf und zehn Prozent der Prämie und reduzieren ebenfalls den investierten Betrag. Bei fünf Prozent Abschlusskosten würden von 100 Euro weitere fünf Euro abgezogen, sodass nur rund 91 Euro tatsächlich investiert werden. Diese Rechnung gilt jedoch nur für ungezillmerte Verträge, bei denen die Abschlusskosten gleichmäßig über die gesamte VERSICHERUNG . Finanzplanung Wertpapierdepot oder Fondsgebundene? Die Private Vorsorge wird immer wichtiger. ETF-Sparpläne und Fondsgebundene Lebensversicherungen spielen eine immer wichtigere Rolle in den Vorsorgeplänen der Österreicher. Welches ist aber die günstigere Sparform? CHRISTIAN SEC Credits: beigestellt/Archiv; Warakorn/stock.adobe.com RENDITEVERGLEICH: 100 € MONATLICH, 30 JAHRE, 6 % MARKTRENDITE MODELL EINZAHLUNGEN NETTO-ENDWERT EFFEKTIVE (SUMME ÜBER 30 J.) (AUSZAHLUNG) NETTORENDITE (p.a.) ETF-Sparplan 38.802,- € 78.811,- € 4,61 % FLV Ungezillmert 36.000,- € 70.500,- € 4,34 % FLV Gezillmert 36.000,- € 66.200,- € 3,92 % Quelle: eigene Berechnung Angenommene Parameter: Sparplan: Transaktionskosten: 0,1 %, TER: 0,15 %, Dividendenrendite: 1,0 %; FLV (gezillmert 5 Jahre, nicht gezillmert: Abschlusskosten: 5,5 %, Vertragskosten: 1 %, Risikoprämie: 0,2 %, TER: 0,15 % 52 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026
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