GELD-Magazin, Nr. 1/2026

AKTIEN . Anlagetipps Erstens könnten die Ölpreise stark ansteigen, falls die iranische Regierung zusammenbricht. Die inflationären Auswirkungen eines solchen Schocks würden die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen. BCA verwies auf geopolitische Spannungen rund um den Iran und schätzt die Wahrscheinlichkeit eines „massiven“ Ölangebotsschocks infolge von Unruhen im Land auf 38 Prozent. Zweitens eine Aktienkorrektur durch einen Vorsprung in Chinas Technologiesektor. Ein weiterer „Deep-SeekMoment“ könnte die Börsen erschüttern, falls China die USA im technologischen Wettrüsten überholt. Bei Patentanmeldungen liegt das Land vor den USA, Europa, Südkorea und Japan. Drittens sieht BCA eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent, dass die Spannungen zwischen China und Taiwan in einen Stellvertreterkrieg münden. China könnte wirtschaftlich-technologisch autark werden und damit die zentrale Einschränkung beseitigen, die das Land bislang davon abhält, militärische Konflikte mit Taiwan zu eskalieren. Chinas Wirtschaftsindikatoren, etwa die Industrieproduktion, deuten jedoch darauf hin, dass sich das Land derzeit nicht auf einen Krieg vorbereitet. Fünf „Black-Swan“-Szenarien BCA Research hat eine Liste von „Black-Swan“-Ereignissen vorgestellt, die die Weltbörsen im Jahr 2026 erschüttern könnten. Sie sind zwar unwahrscheinlich, aber nicht unplausibel. WOLFGANG REGNER Viertens könnte Russland der NATO den Krieg erklären und das Baltikum angreifen. Wegen der schwachen Konjunktur und der Kriegsmüdigkeit in Russland schätzt BCA dieses Risiko aber mit nur zehn Prozent Wahrscheinlichkeit als gering ein. Fünftens, und das ist das einzig wirklich gefährliche Szenario, könnte die NATO zerfallen, falls die USA einem Mitgliedstaat im Bündnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrags die Unterstützung verweigern. Allerdings wäre auch dafür ein russischer Angriff erforderlich. Daher wird wohl keiner dieser fünf schwarzen Schwäne landen. ASTRAZENECA . Profiteur steigender Gesundheitskosten Der Aktienchart zeigt einen klaren intakten langfristigen Aufwärtstrend, zuletzt wurde ein Rekordhoch markiert. Dennoch ist AstraZeneca mit einem KGV 2027 von 17,7 relativ günstig bewertet. Kauf bei rund 160 Euro. Starke Pipeline. AstraZeneca PLC ist ein führendes, international aufgestelltes Biopharmazie-Unternehmen, das verschreibungspflichtige Medikamente erforscht, entwickelt und vermarktet. Die Gruppe konzentriert sich auf die Indikationen Krebs, Herz- und Gefäß-, sowie Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen. Als Pharmakonzern profitieren die Briten von den steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Diese werden sich laut Branchenanalysen global bis 2035 auf 26,8 Billionen Dollar nahezu verdoppeln. Katalysatoren dieses Wachstums sind der weltweite demografische Wandel mit Überalterung und die zunehmende Verbreitung chronischer Krankheiten. Ermöglicht wird gesundes Älterwerden aber durch die großen Fortschritte in der pharmazeutischen Forschung, verstärkt durch den Einsatz von KI-Modellen. Das ergibt einen positiven Rückkoppelungseffekt. AstraZeneca generiert fast die Hälfte seiner Umsätze mit immer wirksameren Krebsmedikamenten. Das Wachstum in dieser Schlüsselsparte ist zweistellig und nachhaltig. Die Entwicklungs-Pipeline ist voll mit in breiten Indikationsgebieten einsetzbaren Medikamenten gefüllt. Bis 2030 soll der Umsatz auf 80 Milliarden Dollar steigen, 2025 waren es 43 Milliarden. Besonders am wichtigsten Pharmamarkt der Welt, in den USA, will man zulegen. Credits: pixabay ISIN GB0009895292 Kurs (13.02.2026) 173,00 € KGV 2025 28,4 Marktkap. 263,8 Mrd.€ KGV 2026 e 19,9 Umsatz 2026 e 53,0 Mrd.€ KGV 2027 e 17,7 Buchw./Aktie 2026 e 28,95 € Div. 2025 1,67 % EUR (Xetra) 80 180 160 140 90 100 120 2023 2024 2021 2022 2025 40 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026

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