GELD-Magazin, Nr. 1/2026

Inflation fällt weiter. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beließ alle drei Leitzinsen zuletzt unverändert: Der Einlagensatz verharrt bei 2,0 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 Prozent. Die Zinspause hält im Euroraum also an. Die letzte Senkung datiert auf Juni 2025. EZB-Präsidentin Christine Lagarde dämpfte Spekulationen auf baldige Zinsänderungen. Zwar fiel die gesamte Verbraucherinflation im Januar auf 1,7 Prozent, die Prognosen für die Kernrate hingegen wurden nach oben revidiert – um plus 0,3 auf nun 2,2 Prozent – „dank“ hartnäckig hoher Dienstleistungskosten und Lohndruck. Die meisten Analysten rechnen damit, dass die EZB ihren Einlagensatz über die nächsten ein bis zwei Jahre bei 2,0 Prozent belassen wird. Allerdings wird der starke Euro zu einem Risikofaktor. Er wirkt wie eine geldpolitische Straffung und drückt die Inflation und Konjunktur zugleich nach unten. Die Umsätze im Einzelhandel in der Eurozone sind im Dezember stärker als erwartet gefallen. Im Vergleich zum Vormonat sanken sie um 0,5 Prozent. Die Stimmung der Dienstleister in der Eurozone hat sich zu Beginn des Jahres weiter verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel im Januar um 0,8 Punkte auf 51,6 Punkte. Die Stimmung in den Industrieunternehmen hat sich dagegen verbessert, blieb aber unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. (wr) Politische Stabilität stützt. Der Wahlpoker von Premierministerin Takaichi ist aufgegangen. Ihre Regierungspartei LDP errang eine Zweidrittelmehrheit. Nun will sie die Inflation bekämpfen und die achtprozentige Verbrauchssteuer auf Lebensmittel für einen Zeitraum von zwei Jahren aussetzen. Das und höhere Löhne dürften den Konsum der Japaner deutlich antreiben. Dadurch steigt der Umsatz der Unternehmen, was wiederum zu höheren Steuereinnahmen führt und die Kosten der Maßnahme finanziert. Dies mindert auch die bisherigen Befürchtungen einer unsoliden Budgetpolitik. Die Yen-Schwäche wäre vorüber und die Aktien könnten weiter steigen. Dazu kommen positive strukturelle Faktoren. Das neue inflationäre Umfeld verbessert die Preissetzungsmacht japanischer Unternehmen und stützt das Gewinnwachstum, das bereits seit einem Jahrzehnt anhält. Parallel wirken Corporate-Governance-Reformen und eine stärkere Kapitaldisziplin. Aktienrückkäufe entsprechen bereits dem Umfang der Dividenden und steigern das Gewinnwachstum um 2,2 Prozent. Japanische Unternehmen haben ihre Produktionsbasis stark internationalisiert und sich von reinen Exporteuren zu multinationalen Unternehmen entwickelt. Dadurch sind die Gewinne weniger abhängig von Wechselkursbewegungen. Takaichi will auch Steuersenkungen für Unternehmen bis zu 20 Prozent durchbringen. (wr) EUROPA . EZB hält Zinsen stabil All-Time-High Der Euro Stoxx 50 konnte nach Überwindung des Widerstandes bei 5.500 Punkten auch hurtig die Marke bei 6.000 Zählern knacken – wenn auch nur knapp. Hier ist nun jedoch mit einem hartnäckigem Widerstand zu rechnen. Ein Rekord nach dem anderen Dank des Erdrutschsieges von Premierministerin Takaichi und ihres positiv interpretierten Programms stieg der japanische Leitindex Nikkei 225 auf ein neues Allzeithoch bei 57.800 Punkten. Nun ist eine Korrektur zu erwarten. EURO STOXX 50 NIKKEI 225 JAPAN . Klarer Wahlsieg treibt Aktien auf Rekordhöhen Ausgabe Nr. 1/2026 – GELD-MAGAZIN . 39 Indexpunkte in EUR 3.500 4.000 4.500 5.000 6.000 5.500 3.000 2021 2022 2023 2024 2025 Indexpunkte in JPY 60.000 50.000 55.000 45.000 35.000 25.000 30.000 40.000 20.000 2021 2022 2023 2024 2025

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