Gewinnwachstum überzeugt. Wieder haben fast 80 Prozent der Unternehmen des S&P 500-Index die Erwartungen bei ihren Gewinnen übertroffen. Seit Ende 2022 lieferten die größten Tech-Unternehmen rund zwei Drittel des gesamten Wachstums im S&P 500. Damit die Rally nachhaltiger wird, müssen die Gewinne auf mehr Schultern verteilt werden – und genau das hat die laufende Berichtssaison gezeigt. Im Schnitt erreichte das Gewinnwachstum laut Bloomberg 14,5 Prozent. Das ist der höchste Wert seit vier Jahren. Die US-Arbeitsmarktdaten waren nur auf den ersten Blick stark. Denn der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde deutlich nach unten revidiert. 2025 sind entgegen Präsident Trumps Versprechungen nur 181.000 neue Arbeitsplätze entstanden – so wenige wie seit 2003 nicht mehr. In der Industrie, die Trump mit seinen Zöllen schützen wollte, gingen sogar 83.000 Stellen verloren. Dazu stagnierten die Einzelhandelsumsätze im Dezember. Dennoch wird die US-Notenbank Fed am 18. März die Füße stillhalten. Es zeichnet sich ein positives makroökonomisches Umfeld ab, in dem eine lockere Geldpolitik mit steigenden Unternehmensgewinnen einhergeht – eine günstige Kombination für Aktien. Kevin Warsh soll Jerome Powell als Fed-Vorsitzenden ablösen – eine Überraschung. Denn er ist als Inflationshawk und ein Verfechter der Unabhängigkeit der Fed bekannt. (wr) Zufälle gibt es nicht. Das offizielle chinesische Wirtschaftswachstum lag 2025 bei den von der Regierung angepeilten 5,0 Prozent. Die Punktlandung macht aber niemanden in China so wirklich froh. Denn trotz zuletzt etwas gestiegener Verbraucherpreise verharrt das Reich der Mitte in der Deflation und die Immobilienkrise ist weiterhin nicht überwunden. Das Ziel wurde nur durch einen Exportboom erreicht, den Peking kräftig subventionierte. Chinesische Unternehmen fluten die Weltmärkte mit Billigware unter den Produktionskosten. Dies trotz des Zollchaos, denn die Preisvorteile chinesischer Anbieter sind deutlich höher als die neuen Einfuhrzölle. Außerdem werden chinesische Exporte zunehmend über andere asiatische Länder umgeleitet. Am chinesischen Festland jedoch stagnieren die Investitionen, das Wachstum im Einzelhandel lässt weiter nach und der gesamte Binnenkonsum ist rückläufig. Zuletzt stieg der RatingDog Einkaufsmanagerindex, der die Stimmung in der produzierenden Industrie misst, minimal auf 50,3, das war aber allein den noch sehr guten Exportaufträgen geschuldet. Die Inlandsaktivitäten blieben dagegen schwach, und das beim stärksten Kostenanstieg seit einem halben Jahr aufgrund der hohen Rohstoffpreise. Wegen des absehbar anhaltenden Kostendrucks fielen die Geschäftserwartungen auf ein Neunmonatstief – der Ausblick in China bleibt also wolkenverhangen. (wr) AKTIEN . Börsen international USA . FED-Nominierung überrascht CHINA . Verdächtige Punktlandung Neues Allzeithoch Der S&P 500-Index konnte nach dem Knacken der Marke von 6.000 Punkten deutlich ansteigen und ein neues Rekordhoch bei 6.980 Punkten erreichen. Die Hürde bei 7.000 Punkten erwies sich jedoch bisher als unüberwindlich. Neues Fünfjahreshoch Der Shanghai-A-Index der chinesischen Festlandsbörsen stieg Mitte Januar zwar auf ein neues Fünfjahreshoch bei 4368 Punkten, fiel dann aber auf 4200 Punkte zurück. Hier zeigte sich eine Unterstützung, die vorerst hielt. S&P 500 SHANGHAI A-SHARES INDEX Credit: ZIA CREATIVE/stock.adobe.com 38 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026 2.800 3.600 3.400 3.800 4.200 4.000 3.200 3.000 4.400 Indexpunkte in CNY 2021 2023 2024 2022 2025 3.500 4.000 5.000 7.000 6.500 6.000 5.500 4.500 Indexpunkte in USD 2021 2022 2023 2024 2025
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