GELD-Magazin, Nr. 1/2026

GOLD . Das Erwachen Politische Unsicherheiten bleiben und sollten Gold auch nach dem schmerzhaften Crash als Krisenwährung unterstützen. Einige Analysten empfehlen, Schwächephasen zum Aufbau von Positionen zu nützen. KUPFER . Prognose angehoben Wer schnell hoch nach oben steigt, kann auch schnell wieder fallen - das haben zuletzt die Edelmetalle gezeigt. Ohne den Teufel an die Wand zu malen: Auch Kupfer ist stark in die Höhe geklettert, Vorsicht ist geboten. Vorsicht geboten. Analysten haben laut einer Reuters-Umfrage (Ende Jänner 2026) ihre Konsensprognose für den Kupferpreis für das heurige Jahr erstmals auf knapp 12.000 Dollar angehoben, nachdem der Markt auf ein Allzeithoch gestiegen war. Sie warnen jedoch gleichzeitig vor spekulativen Übertreibungen und erwarten, dass die Preise im Durchschnitt deutlich unter den Höchstständen liegen werden. Das würde vom gegenwärtigen Stand doch einen deutlichen Abschlag bedeuten, denn das wichtigste Industriemetall hat bereits ein Niveau von über 13.000 Dollar (rund 11.000 Euro) pro Tonne erreicht, am bisherigen Allzeithoch im Jänner waren es sogar 14.000 Dollar. Und wie schnell spekulative Übertreibungen ins Auge des Investors gehen können, haben die Edelmetall-Börsen in den vergangenen Wochen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Es ist also Vorsicht geboten. Zu den Fundamentals: Kupfer wird zum Beispiel massiv in der Bauindustrie eingesetzt, sowie in Rechenzentren für KI und für die globale Energiewende verwendet. Somit ist „Doctor Copper“ ein unverzichtbarer Rohstoff, er wird oft als Barometer der Weltwirtschaft herangezogen. Allerdings verteuerte sich Kupfer bereits im vergangenen Jahr um 42 Prozent und einige Anleger befürchten laut Reuters eine Abschwächung der industriellen Nachfrage. (mf) Anatomie eines Crashs. Die Edelmetallmärkte erlebten im noch jungen Jahr Bewegungen, die selbst erfahrene Trader ins Schwitzen brachten: Am 29. Jänner sprang Gold intraday auf 5.595 Dollar je Feinunze, um noch am selben Tag unter 5.200 Dollar zu rutschen. Am 30. Jänner fiel der Preis zeitweise unter 5.000 Dollar. Die Experten von WisdomTree kommentieren treffend: „Solche Ausschläge gelten unter normalen Umständen als typische Jahresbewegungen – nicht als Phänomene einzelner Handelstage.“ DWS zu den Ursachen des Crashs: „Nachdem Gold fast 5.600 Dollar erreicht hatte, setzte der Abverkauf ein und drückte den Preis um rund 1.000 Dollar, bevor es nach Bodenbildung aussah. Die Nominierung von Kevin Warsh als Chair der US-Notenbank wurde vielerorts als Signal für ,ruhigere Hände‘ als befürchtet gelesen – das traf eine Edelmetall-Rally, in der auch Misstrauen gegenüber dem Dollar eine Rolle spielte.“ Als die Stimmung kippte, wurde es eng am Ausgang: Viele wollten gleichzeitig raus. Als weitere plausible Faktoren kommen auch höhere Margin-Anforderungen an Börsen in den USA und China sowie saisonale Verkäufe vor dem chinesischen Neujahr in Betracht. Allerdings befindet sich das Edelmetall bereits auf Erholungskurs, die wichtige Marke von 5.000 Dollar wurde wieder überschritten. (mf) in USD/Unze 1.600 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000 5.500 2022 2023 2024 2025 USD/Tonne 7.000 9.000 8.000 10.000 11.000 12.000 13.000 14.000 2022 2023 2024 2025 Ausgabe Nr. 1/2026 – GELD-MAGAZIN . 35

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