ROHSTOFFE . Aktuelle Trends SILBER . Für Mutige Der Chart kann nach dem Absturz noch einige Überraschungen parat haben – auch nach unten, obwohl das Potenzial nach oben größer erscheint. Sehr mutige Investoren sind bereits wieder eingestiegen. Dramatisch. Der Silberpreis zeigte im Januar 2026 einen steilen Anstieg auf mehrere Rekordhochs – angetrieben von geopolitischen Spannungen, der Nachfrage nach sicheren Anlagen und einem schwachen Dollar. Das konnte aber – analog zu Gold – nicht ewig gutgehen: Zum Monatsende erfolgte der abrupte Einbruch. Nachdem Silber über 90 und sogar mehr als 110 Dollar pro Unze geklettert war, stürzte es in den letzten Januartagen dramatisch ab. Die Reise führte bis unter 60 Euro. Die Wiener Privatbank zu den Hintergründen: „Gewinnmitnahmen, ein stärkerer Dollar und margengetriebene Verkäufe führten zu einer raschen Auflösung gehebelter Positionen und drückten die Preise.“ Es folgte eine Gegenreaktion in Richtung Norden, wobei sich der Bereich von 70 Euro als Widerstand andeutet. Somit ist noch nicht klar, ob schon alles ausgestanden ist. Wer am Low kaufte, konnte jedenfalls bereits wieder kurzfristige Gewinne einstreifen. Tatsache ist auch: Die langfristige Silber-Fantasie lebt weiter, also eine intakte Industrienachfrage bei gleichzeitigem Angebotsdefizit. Das Edelmetall ist ein unverzichtbarer industrieller Rohstoff, der aufgrund seiner elektrischen und thermischen Leitfähigkeit in der Elektronik (Leiterplatten), Photovoltaik (Solarzellen) und der Automobilindustrie (insbesondere E-Mobilität) verwendet wird. (mf) Credits: Joaquin Corbalan & benidama & salita2010 & Destina/stock.adobe.com ERDÖL . Bange Blicke Die Förderung der OPEC+ ist hoch, auch die USA produzieren kräftig. Die Folge ist ein Überangebot an Erdöl, die Schätzungen der Preisspanne reichen daher nur von ca. 55 bis 62 Dollar pro Fass. Iran & Co. Analysten und Rohstoffhändler erwarten für 2026 keinen neuen Ölboom, sondern einen Markt, der von Überangebot, gedämpfter Nachfrage und geopolitischen Störfeuern geprägt ist. Apropos Störfeuer – von dem gibt es auf der Weltbühne derzeit genug! Da hatten wir zu Jahresbeginn die US-Intervention in Venezuela, immerhin OPEC-Gründungsmitglied und das Land mit den weltweit größten Erdölreserven. Am anderen Ende der Welt hat sich die innenpolitische Lage im Iran zugespitzt, und wieder drohen die Vereinigten Staaten mit militärischer Gewalt. Der Ausgang der Gespräche zwischen den USA und dem Mullah-Regime bleibt ungewiss. All das hat den Ölpreis recht kräftig in die Höhe gezogen. Wie geht es also weiter? Die Preise dürften wohl nicht in den Himmel wachsen. So macht die Steiermärkische Sparkasse darauf aufmerksam, dass die Förderung der OPEC+ hoch bleibt. Gleichzeitig bauen die USA ihre Rolle als weltweit größter Ölproduzent weiter aus. Dazu kommt, dass abhängig von den künftigen politischen Entwicklungen aus Venezuela oder Iran zusätzliche Mengen auf den Markt kommen könnten. In Summe rechnen viele Beobachter für 2026 mit einem strukturellen Überangebot. Das erklärt, warum die meisten Prognosen für Brent nur Preise zwischen rund 55 und 62 Dollar sehen. (mf) Sorte Brent, USD/Barrell 55 100 110 80 90 70 60 120 130 140 2022 2023 2024 2025 in USD/Unze 15 20 30 40 50 60 80 100 120 2022 2023 2024 2025 34 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026
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