Sinkende US-Leitzinsen, ein tendenziell schwächerer US-Dollar und in vielen Ländern weiterhin hohe Realzinsen schaffen ein unterstützendes Umfeld. Hartwährungsanleihen aus Emerging Markets rentieren laut den Experten von Amundi aktuell im Bereich von sieben bis neun Prozent und bieten damit ein deutlich höheres Renditepolster als Anleihen aus Industrieländern. Carlos Carranza, Co-Fund-Manager des M&G (Lux) Emerging Markets Bond Fund, sieht positive, carry-getriebene Renditen für Schwellenländeranleihen, wobei lokale Märkte im Jahr 2026 besonders gut aufgestellt sind (Chancen auf Kurs- und Währungsgewinne): „Diese Einschätzung basiert auf der Tatsache, dass die Realrenditen in Schwellenländern im Vergleich zu Industrieländern weiterhin hoch sind, die Inflation weitgehend unter Kontrolle ist und die glaubwürdigen Zentralbanken der Schwellenländer noch Spielraum für Lockerungsmaßnahmen haben. Darüber hinaus ebnet der Zinssenkungszyklus der Fed den Weg für einen schwächeren US-Dollar, was die Renditeaussichten für lokale Zinsen und Devisen verbessert“, und er ergänzt: „Investment-Grade-Anleihen in Hartwährung sind reichlich vorhanden und dürften überwiegend carry-basiert sein, wobei der Spielraum für weitere Straffungen begrenzt ist, während Hochzinsanleihen und idiosynkratische Staatsanleihen nach wie vor selektive Spread-Kompressionen bieten, wenn sich die Reformdynamik und der Marktzugang verbessern“. Amundi verweist auf neue Handelsabkommen außerhalb der USA. Diese Entwicklung stärke das Wachstumspotenzial der übrigen Welt und reduziere zugleich die Abhängigkeit vom US-Dollar – insbesondere dort, wo Handelsbeziehungen verstärkt in Lokalwährungen abgewickelt werden. Rohstoffe und Geopolitik Geopolitische Spannungen bleiben ein Thema. Dazu Carranza: „Insgesamt war die Reaktion der Märkte auf geopolitische Turbulenzen in den letzten Jahren verhalten. Positive und historisch hohe Realrenditen bieten einen wichtigen Puffer gegen externe Unsicherheiten, und die Ansteckungsrisiken sind sehr gering. Die Spreads für Investment-Grade-Staats- und Unternehmensanleihen sind zwar eng, signalisieren jedoch eher starke Fundamentaldaten als ein Bewertungsrisiko. Hochverzinsliche Anleihen weisen hingegen weiterhin höhere Spreads auf und bieten Wertpotenzial dort, wo die Glaubwürdigkeit der Politik zunimmt, dies jedoch noch nicht vollständig eingepreist ist“. Laut Amundi profitieren Goldproduzenten wie Ghana, Kasachstan und Usbekistan von MÄRKTE & FONDS . Anleihen EM-Bonds mit Renditepolster Hohe reale Renditen, verbesserte Fundamentaldaten und ein konstruktiveres Zinsumfeld sprechen 2026 für Schwellenländeranleihen. Trotz geopolitischer Risiken eröffnet die Anlageklasse selektive Chancen. MICHAEL KORDOVSKY Diversifikation gewinnt mit steigender Unsicherheit an Bedeutung und Anleger sind in EM-Bonds noch unterinvestiert. Credits: M&G; studiohuger.at; Papisut/stock.adobe.com „Positive und historisch hohe Realrenditen bieten einen wichtigen Puffer gegen externe Unsicherheiten.“ Carlos Carranza, Co-FundManager des M&G (Lux) Emerging Markets Bond Fund 32 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026
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