Langsamer Abgesang. Seit Mitte der 1990er Jahre sind US-Staatsanleihen der meistgehaltene Vermögenswert in den weltweiten Reserven. Allerdings: Seit Mitte der 2010er Jahre ist ein Rückgang der ausländischen Bestände an US-Schulden zu beobachten. Insbesondere China hat seine Bestände an US-Anleihen seit 2013 um fast 40 Prozent reduziert. Mehrere Zentralbanken Südostasiens, die sich in geldpolitischer Hinsicht zunehmend am chinesischen Yuan statt am Dollar orientieren, sind diesem Trend gefolgt. Die Experten von LFDE werfen den Blick in die Gegenwart und folgern: „Die aggressive Handelspolitik der Trump-Regierung hat die Bereitschaft der Zentralbanken und Investoren verstärkt, den Dollar als bevorzugten sicheren Hafen aufzugeben.“ Zwar werde der Greenback bis auf weiteres die wichtigste Reservewährung der Welt bleiben, jedoch werden 30 Prozent der US-Anleihen außerhalb der Vereinigten Staaten gehalten, dadurch könnte der Währungs- und Anleihenmarkt zu einem Schauplatz geopolitischer Auseinandersetzungen werden. Dollar: Vorherrschaft bröckelt Positiv. Die Performance der europäischen und US-amerikanischen Börsen war im Jahr 2025 in Lokalwährung vergleichbar, in Euro betrachtet lagen die europäischen Märkte sogar deutlich vorne. Francesco Sedati, Head of Equity Research bei Eurizon, startet 2026 mit ähnlichen Aussichten: „Europa profitiert von einer positiven Entwicklung im Bankensektor, der nach wie vor attraktiv bewertet ist, sowie von einer möglichen Erholung der Konsumgüterbranche. Luxus- und Automobilaktien, die im Vorjahr unter Druck standen, könnten nun wieder stärker wachsen.“ Insgesamt sei Europa strukturell in einer guten Ausgangsposition. Die politische Agenda in den USA sollte laut dem Spezialisten klarer sein, insbesondere was die Zölle betrifft. „Dies schafft ein Umfeld, in dem sowohl europäische als auch Emerging-MarketsWirtschaften profitieren könnten“, so Sedati. Fiskalische Impulse in Europa seien ebenfalls positiv. Europa: Im Trend Francesco Sedati, Head of Equity Research bei Eurizon Auswahl entscheidet. Das neue Jahr hat für Europas Hochzinsanleihen gut begonnen: Die Renditeaufschläge haben sich weiter verengt. Gibt es jetzt noch Wertpotenzial – oder überwiegen die Risiken? Marc Leemans, Fondsmanager bei DPAM, zeichnet ein differenziertes Bild: „Im Auge behalten sollte man das Transaktionsgeschäft. Fusionen und Übernahmen, einschließlich Leveraged Buyouts, haben sich seit 2021 abgeschwächt. Wenn das Vertrauen der Unternehmen zurückkehrt und das Transaktionsvolumen steigt, könnten fremdfinanzierte Transaktionen Druck auf die Kreditwürdigkeit ausüben.“ Risiken gibt es zudem durch Emittenten, die mit neuen Anleihen große Investitionsprogramme (Rechenzentren, KI-Infrastruktur) finanzieren. Der Experte: „Unsere Gesamtbewertung der Märkte für Unternehmensanleihen bleibt jedoch positiv. Die Ausfallraten sind weiterhin niedrig und die Fundamentaldaten solide. Wenn die Fundamentaldaten solide und die technischen Bedingungen günstig bleiben, könnten die Spreads bei Hochzinsanleihen noch länger innerhalb einer bestimmten Bandbreite bleiben. Die Auswahl von Emittenten mit starken Bilanzen und konjunkturunabhängigem Wachstum, moderater Verschuldung und geringem Refinanzierungsbedarf entscheidet über den Anlageerfolg.“ Unternehmensanleihen: Nicht alles rosig Marc Leemans, Fondsmanager bei DPAM Ausgabe Nr. 1/2026 – GELD-MAGAZIN . 23 Beeindruckend. Der norwegische „Government Pension Fund Global“ (GPFG) gilt mit einem aktuellen Vermögen von umgerechnet fast zwei Billionen Euro (Ende 2025) als der größte Staatsfonds der Welt. Und er kann als Vorbild dienen – nicht nur, weil das rohstoffreiche Norwegen seine Einnahmen für künftige Generationen sichert, sondern auch aufgrund seiner langfristig erfolgreichen Investmentstrategie. Geduld, eine breite Diversifikation und politische Disziplin sind die Eckpfeiler des Erfolges, so die Experten des Steiermärkische Sparkasse Private Banking. Investiert wird in Aktien, Anleihen, Immobilien und Infrastruktur für alternative Energiequellen, hauptsächlich Wind- und Solarprojekte. Der GPFG strebt durch eine antizyklische Anlagestrategie danach, die Aktienquote bei rund 70 Prozent und den Anleihenanteil bei rund 30 Prozent zu halten. Nur rund zwei Prozent fließen in Immobilien und Infrastruktur. Ende 2025 betrug die Aktienquote 71,3 Prozent, in Anleihen waren 26,5 Prozent des Vermögens geflossen. 1,7 Prozent betrug der Anteil an Immobilien und 0,4 Prozent an Infrastruktur. Beeindruckend: Der Fonds hält 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Aktien. Damit ist er an rund 7.200 Unternehmen in fast 70 Ländern rund um den Globus beteiligt – von Apple über Nestlé bis Siemens. Die größte Position ist Nvidia, wo der Fonds 1,26 Prozent Ende 2025 besaß. Staatsfonds: Investieren wie die Wikinger
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