GELD-Magazin, Nr. 1/2026

Technologieaktien Unter Druck Credits: beigestellt/Archiv Differenzierung. Unternehmenszahlen aus dem Technologiesektor und die Reaktionen des Marktes deuten darauf hin, dass eine selektivere Phase des KI-Zyklus eintritt. Anleger bewerten Investitionen in KI nicht mehr automatisch als positiv. Stattdessen achten sie zunehmend darauf, ob diese Ausgaben tatsächlich zu greifbarem Umsatzwachstum führen und einen glaubwürdigen Renditepfad eröffnen; damit wird auch die Profitabilität berücksichtigt. Daher reagieren die Aktienkurse inzwischen differenzierter. Von Federated Hermes heißt es: „Das wirkt wie eine natürliche Weiterentwicklung des Zyklus. Der Markt bewegt sich über die Begeisterung für die Investitionshöhe hinaus hin zu einer disziplinierteren Bewertung von Effizienz und Ergebnissen. Dort, wo die Nachfrage klar erkennbar ist, herrscht größere Zuversicht, während die Prüfung intensiver wird, wenn die Renditen noch unsicher sind.“ MÄRKTE . Kurzmeldungen Aktien: Volatil Schwächephasen nützen. Mit einem geopolitischen Paukenschlag hatte das Jahr 2026 begonnen: Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro. Aber auch die Spannungen mit dem Iran, die Schlagzeilen um Grönland, Kuba und natürlich der Krieg gegen die Ukraine haben weltpolitisch immer wieder enorme Wellen geschlagen. An den Märkten ist somit eine ordentliche Volatilität ins Tagesgeschehen gekommen. Es gibt täglich bei vielen Einzelwerten an den jeweiligen Tagen der Unternehmensberichte sehr starke Schwankungen mit kräftigen Kursausschlägen nach oben und auch deutlich nach unten. Fondsmanager Robert Beer sagt dazu: „Diese schwachen Tage sollten stets zum langfristigen Positionsaufbau genutzt werden. Manchmal heben sich die Bewegungen der Einzelwerte in den Indices gegenseitig auf und manchmal kumulieren sie in eine Richtung. Das sollte nicht weiter überraschen.“ Wichtiger als politische Manöver seien für die Kapitalmarktteilnehmer die harten Fakten wie Zinsentscheidungen und das Wirtschaftswachstum. Robert Beer, Gründer der Investmentboutique Robert Beer Management 22 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026 Rekorde. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg der Dividendenausschüttungen in Europa erwartet. Gemessen am MSCI Europe Index dürfte erneut ein Rekordjahr erreicht werden. Damit würden die Ausschüttungen – mit Ausnahme des von der Pandemie überschatteten Jahres 2020 – seit der Finanzkrise kontinuierlich steigen. Bei einer aktuellen Rendite für 2026 von ca. 3,2 Prozent rechnen Analysten von 2025 bis 2028 mit einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von rund sieben Prozent pro Jahr. Für Boris Anbinder, Aktienexperte bei Metzler, bleibt Europa damit aus globaler Sicht die attraktivste Region für Dividendeninvestoren. Zusätzlichen Rückenwind für künftige Ausschüttungen erwartet er von den angekündigten Fiskalmaßnahmen in Europa, die ab heuer zunehmend in der Realwirtschaft wirksam werden dürften. Steigende Umsätze und Gewinne könnten sich entsprechend positiv auf die Dividendenentwicklung auswirken. Dividenden: Attraktiv Boris Anbinder, Head of European Equities bei Metzler AM DIE ZAHL DES MONATS 84 Milliarden ESG in Nöten. Weltweit verzeichneten nachhaltige Fonds – aktiv verwaltete und börsengehandelte – im Jahr 2025 Nettoabflüsse in Höhe von 84 Milliarden Dollar, während sie 2024 noch Nettozuflüsse in Höhe von 38 Milliarden Dollar verbuchen konnten. Allein im vierten Quartal 2025 flossen 27 Milliarden Dollar aus ESG-Fonds ab, im dritten Quartal waren es gar fast 55 Milliarden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung von Morningstar. „Die Entwicklung der ESG-Fondsströme sieht nicht gut aus“, sagt Hortense Bioy, Leiterin des Sustainable Investing Research bei Morningstar Sustainalytics. „Allerdings sind die Zahlen etwas verzerrt. Große institutionelle Investoren aus Europa, insbesondere aus dem Vereinigten Königreich haben Vermögenswerte aus gepoolten ESG-Fonds in maßgeschneiderte ESG-Mandate umgeschichtet. Das macht einen Großteil der Abflüsse aus.“ Auch folgender Aspekt ist interessant: Trotz der Abflüsse stieg das Vermögen nachhaltiger Fonds im vierten Quartal weltweit um etwa vier Prozent auf 3,9 Billionen Dollar. Grund dafür war die Wertsteigerung an den Aktienmärkten. Damit hat sich seit Ende 2018 das weltweite Vermögen nachhaltiger Fonds von rund 600 Milliarden Dollar mehr als versechsfacht.

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