BANKING . Kurzmeldungen 18 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026 Kein Kleingeld. Die spanische Bank Santander gab die Übernahme der US-amerikanischen Webster Bank für 12,2 Milliarden Dollar bekannt. Die Transaktion wird zu 65 Prozent in bar und zu 35 Prozent in Aktien finanziert. Filippo Alloatti, Head of Financials bei Federated Hermes, kommentiert den beachtlichen Deal: „Die strategische Begründung liegt vor allem in Finanzierungssynergien, insbesondere in der Reduzierung der Loan-to-Deposit-Ratio von Santander USA von derzeit 108 auf 100 Prozent sowie in einer Senkung der gesamten Refinanzierungskosten vor dem Hintergrund der hochwertigen Einlagenbasis von Webster.“ Darüber hinaus verschafft die Akquisition Santander eine deutlich größere Präsenz im US-Markt und führt zur Entstehung einer der zehn größten Privat- und Geschäftsbanken in den USA mit einer pro-forma-Bilanzsumme von 327 Milliarden Dollar. Die Gruppe plant, die Eigenkapitalrendite in den Vereinigten Staaten von zehn Prozent im Geschäftsjahr 2025 auf 18 Prozent bis 2028 zu steigern. DIE ZAHL DES MONATS 12,2 Milliarden Neue Phase. Eine Umfrage von Finastra, Anbieter von Software für Finanzdienstleistungen, zeigt, dass eine nahezu flächendeckende Einführung von KI bei deutschen Finanzinstituten zu beobachten ist. Nur noch drei Prozent dieser Unternehmungen geben an, keinerlei künstliche Intelligenz einzusetzen. Das ist ein klares Signal für den Übergang von der Experimentierphase zur Umsetzung in der gesamten Branche. 86 Prozent der Befragten geben an, auf den technologischen Wandel vorbereitet zu sein und Einschränkungen identifiziert zu haben, die im Zuge der Transformation ihrer TechnologieStacks angegangen werden müssen. Dazu zählen Datensicherheit (32 %), organisatorische Bereitschaft (37 %) und das Tempo des Wandels (30 %). Im Bewusstsein, dass interne Herausforderungen technologischen Wandel und Innovation ausbremsen können, nennen 36 Prozent interne Kapazitätsengpässe als Grund für Partnerschaften mit Fintech-Anbietern. Deutschland: KI ist Trumpf Credits: OeNB/Archiv; K2L Family/stock.adobe.com Trends im Bankensektor Wichtiges Jahr Transformation. 2026 entwickelt sich für den Banken- und Finanzdienstleistungssektor zu einem entscheidenden Jahr: Wirtschaftliche Unsicherheiten, regulatorische Weichenstellungen sowie der rasante Fortschritt in der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz prägen die Transformation der Branche. Dun & Bradstreet hebt wichtige Trends hervor: So drücken niedrige Zinssätze und wirtschaftliche Volatilität die Nettozinsmargen und zwingen die Banken zur Diversifikation. Gebührenbasierte Dienstleistungen wie Zahlungen, Vermögensverwaltung und Beratung gewinnen an Bedeutung, während Plattform-Banking und eingebettete Finanzen neue Wachstumswege eröffnen. Die Gewinner werden diejenigen sein, die fortschrittliche Analysen und saubere, strukturierte Daten nutzen, um Chancen zu identifizieren, Kunden zu segmentieren und strategische Diversifikation zu unterstützen. Positive Trendwende. Vor dem Hintergrund der zaghaften konjunkturellen Erholung steigt die Kreditnachfrage österreichischer Unternehmen seit dem dritten Quartal 2025 wieder schrittweise an. Zuvor war sie infolge der Schwächephase der Wirtschaft seit dem dritten Quartal 2022 drei Jahre lang gesunken. OeNB-Gouverneur Martin Kocher sagt dazu: „Die Trendwende bei der Kreditnachfrage der Unternehmen ist ein ermutigendes Signal. Nach einem Anstieg im dritten Quartal 2025 stieg die Nachfrage nach Krediten auch im vierten Quartal – getragen von gesunkenen Zinsen, einem höheren Bedarf an Betriebsmitteln und ersten Anzeichen einer wieder anziehenden Investitionstätigkeit.“ Das deute auch darauf hin, dass die Unternehmen vorsichtig optimistisch nach vorne blicken und neue Projekte in Angriff nehmen. Ebenfalls erfreulich: Für das erste Quartal 2026 erwarten die Banken eine weitere Belebung der Kreditnachfrage. Kredite: Nachfrage zieht an Martin Kocher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank
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