Verschuldung pro Kopf, Februar 2026 (in USD; Prognose) Die USA betreiben eine aggressive Außenpolitik, dabei gibt es im eigenen Land Probleme zur Genüge: So übertrifft die Pro-Kopf-Verschuldung der Vereinigten Staaten etwa die Quote von Japan, Italien oder gar Griechenland. USA auf Shopping-Tour Im Laufe ihrer Geschichte haben die Vereinigten Staaten eine ganze Reihe an Territorien erworben und ihr Staatsgebiet so erheblich ausgedehnt. Das „Filetstück“ war dabei der Louisiana-Kauf von 1803, bei dem die USA von Frankreich ein riesiges Gebiet (2.144.476 km²) westlich des Mississippi erwarben. Dieser Deal verdoppelte nahezu die Fläche der jungen Nation und umfasste ganz oder teilweise die heutigen Bundesstaaten wie Louisiana, Missouri, Kansas, Nebraska, Iowa und weitere Regionen bis zu den Rocky Mountains. Florida, Alaska & Co Auch nicht unbedeutend: 1819 erwarben die USA Florida von Spanien im sogenannten Adams-Onís-Vertrag. Spanien trat das Gebiet gegen finanzielle Entschädigungen und die Klärung von Grenzfragen ab. Ein weiterer wichtiger Schritt war der GadsdenKauf von 1853, bei dem die USA von Mexiko Landstriche im Süden des heutigen Arizona und New Mexico erwarben, um eine südliche Eisenbahntrasse zu ermöglichen. Der letzte große Erwerb erfolgte 1867 mit dem Kauf Alaskas von Russland (damaliger Schnäppchenpreis: 7,2 Millionen Dollar). Obwohl diese Erweiterung zunächst in den Vereinigten Staaten innenpolitisch umstritten war, erwies sich Alaska später als strategisch und wirtschaftlich äußerst wertvoll. Zusätzlich erwarben die USA kleinere Gebiete, etwa die Jungferninseln, die 1917 von Dänemark gekauft wurden. Diese Käufe zeigen, dass territoriale Expansion in der US-Geschichte nicht nur durch Kriege und Verträge, sondern auch gezielt durch finanzielle Transaktionen erfolgte. Columbia Threadneedle Investments. Das spezielle Druckmittel bilden dabei: Zölle. Unabhängig von den Kehrtwenden des amerikanischen Präsidenten in der Causa Grönland finden wir uns in einer Welt mit höheren US-Zöllen wieder. Willis analysiert: „Zwischen den 1950er Jahren und 2018, als Donald Trump erstmals offen über Zölle sprach, lag der durchschnittliche effektive US-Zollsatz bei etwa vier Prozent. Zu Beginn des Jahres 2025 lag er sogar bei 2,5 Prozent, ist dann aber auf 14,4 Prozent gestiegen. Obwohl viele von TACO sprechen und glauben, dass er seine Zollpolitik nicht konsequent umsetzt, muss die Weltwirtschaft heute dennoch mit wesentlich höheren Zöllen umgehen als in den letzten 70 Jahren summa summarum.“ Im Zoll-Krieg Es gibt nun zwei Möglichkeiten, wie Nationen auf Zölle reagieren. Zum einen können sie einfach akzeptiert werden – das dient der Beschwichtigung der US-Regierung und um andere negative Konsequenzen zu vermeiden. Die EU hat dies letztes Jahr getan und einen Zollsatz von 15 Prozent akzeptiert, um die weitere Unterstützung der Ukraine durch die USA sicherzustellen. (Hier sieht man wiederum deutlich die Vermischung von Sicherheits- und Wirtschaftspolitik.) Willis: „Die zweite Reaktion ist Widerstand. China verfolgte diese Strategie und hat als einzige große Wirtschaftsmacht eigene Vergeltungszölle verhängt. Nach einem kurzen, intensiven Handelskrieg führte dieses Vorgehen dann zu einer Einigung.“ Wandeln wir ein bekanntes Zitat des berühmt-berüchtigten Militärtheoretikers Carl von Clausewitz ab, kann man sagen: „Zoll-Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Der EU sei angeraten, nicht zu eskalieren, aber Stärke und Einigkeit zu beweisen. Das ist eine Gratwanderung, im Falle Grönlands hat sie sich aber ausgezahlt. Trump: Nicht allmächtig Was wir auch am Beispiel Grönlands wieder einmal gelernt haben, ist, dass Trump in seinem weltpolitischen Pokerspiel mit hohen Einsätzen Maximalforderungen stellt, um dann gegebenenfalls einzulenken, wenn der Widerstand zu groß ist. Fazit: Die Vereinigten Staaten bleiben die führende militärische und wirtschaftliche Supermacht; allerdings mit massiven Problemen im Inneren. Eine riesige Staatsverschuldung und die gefährliche Spaltung der Gesellschaft sprechen für sich. Abenteuer wie die „Grönland-Expedition“ werden Amerika sicher nicht wieder „great“ machen. Quellen: USDebtClock.org, WorldPopulationReview.com, TechGaged.com USA 110.848,- Japan 90.502,- Belgien 72.943,- Kanada 72.573,- Italien 66.524,- Frankreich 65.771,- UK 64.635,- Irland 47.970,- Schweiz 46.563,- Griechenland 45.675,- Ausgabe Nr. 1/2026 – GELD-MAGAZIN . 11
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