Credit: flickr.com/Finish Government 10 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 1/2026 aber wohl das geringste Übel gewesen wäre, schon heute rangiert seine Beliebtheit laut einer globalen Gallup-Umfrage nur knapp vor der Wladimir Putins. Umfragewerte im Sturzflug Apropos Beliebtheit: Auch in den USA selbst schwindet die Zustimmung der Bevölkerung zur Politik Trumps (siehe Grafik unten). Das ist von Bedeutung, weil im heurigen November Midterm-Wahlen anstehen. Hier werden die Karten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat neu gemischt, beide zusammen bilden den Kongress. Wobei ein Kongress, der von der Oppositionspartei dominiert wird, Gesetze blockieren, Ermittlungen einleiten oder die Agenda des Präsidenten stark einschränken kann. Im Falle eines Wahlsieges der Demokraten würde Trump zur „Lame Duck“, also einem weitgehend handlungsunfähigen Präsidenten. Das will Trump natürlich tunlichst vermeiden, wobei hinzukommt, dass die „Grönland-Karte“ bei den US-Wählerinnen und Wählern nicht sticht: Eine Untersuchung der Universität Quinnipiac vom Januar 2026 ergibt, dass sich 86 Prozent der Befragten gegen den Einsatz militärischer Gewalt zur Eroberung der Insel und 55 Prozent gegen einen Kauf aussprechen. Wie geht es weiter? Die Eskalation des Grönland-Konflikts wurde zum Wohle aller Beteiligten abgewendet, gelöst ist die Angelegenheit damit aber noch nicht. Ein realistisches Szenario ist, dass Dänemark weiterhin die formale Souveränität über Grönland behält, die Vereinigten Staaten aber ihren Einfluss weiter ausbauen werden. Das betrifft sowohl die militärische Präsenz als auch das Interesse an Rohstoffen. Vor allem die Vorkommen an Seltenen Erden als unverzichtbarer Bestandteil von Zukunftstechnologien wecken Begehrlichkeiten. Geopolitisch ist die größte Insel der Welt so wichtig, weil sie Atlantik und Arktis verbindet und die sogenannte GIUK-Lücke (Grönland–Island–UK) besetzt. Wer hier die Kontrolle hat, überwacht den Zugang zum Nordatlantik und somit auch U-Boot-Routen. Durch den Klimawandel schmilzt außerdem das Meereis, dadurch entstehen neue Schifffahrtswege zwischen Europa und Asien. Bedeutend ist Grönland auch für Frühwarn- und Raketenabwehrsysteme, wobei die USA mit der Pituffik Space Base hier bereits vor Ort präsent sind. Fazit: In enger und noch ausbaufähiger NATO-Kooperation kann die sensible Region vor den Interessen Russlands und Chinas sicher besser geschützt werden als durch einen Alleingang der Vereinigten Staaten. Verschwimmende Grenzen Was bleibt, ist das mehr als beunruhigende Verständnis Trumps von Diplomatie und Politik. „Unter der Trump-Regierung verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Wirtschafts- und Sicherheitspolitik“, sagt Anthony Willis, Senior Economist bei Trump: Guter Job? Die Ablehnung der US-Bürgerinnen und Bürger zur Amtsführung Donald Trumps steigt. Das hängt auch damit zusammen, dass die internationale Interventionspolitik der Vereinigten Staaten wenig mit dem Wahlversprechen „America first“ zu tun hat. Geschichte Grönlands Vor rund 4400 Jahren fassten erstmals Inuit auf der größten Insel der Welt Fuß. Um 985 n. Chr. gründeten Wikinger unter Erik dem Roten nordische Siedlungen, die im 15. Jahrhundert wieder verschwanden. (Mittlerweile grassiert der Scherz, dass eigentlich Grönland Anspruch auf die USA hätte, weil Wikinger um das Jahr 1000 n. Chr. kurzzeitig Teile Nordamerikas besiedelten.) Ab dem 18. Jahrhundert geriet die Insel unter dänische Kontrolle und wurde 1953 offiziell Teil des Königreichs. 1979 erhielt Grönland eine begrenzte Selbstverwaltung, die 2009 deutlich ausgeweitet wurde. Heute ist Grönland ein autonomes Gebiet innerhalb Dänemarks. Reich an Rohstoffen Wirtschaftlich spielen Fischerei und Rohstoffe eine zentrale Rolle. Die Letzteren haben auch den Appetit der USA auf Grönland geweckt. „Wir entscheiden uns für Dänemark.“ Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen Quelle: Real Clear Politics Ablehnung Zustimmung 40% 42% 44% 46% 48% 28.01.2025 03.02.2026 50% 52% 54% 56% 58% BRENNPUNKT . Geopolitik
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