Ausgabe Nr. 6/2025 – GELD-MAGAZIN . 65 Wie soll sonst z.B. ein 60 Tonnen-Kampfpanzer aus Westeuropa an eine Ostfront gebracht werden? Von diesen Vorhaben profitieren auch die heimischen Baukonzerne Strabag und Porr. Die zuletzt akquirierten großen Bauaufträge liegen auch im Bereich Bahnstreckenausbau und -sanierung. So z.B. bei der Porr in Südostpolen (400 Mio. Euro), in Rumänien (428 Mio. Euro), etc. Aufträge aus dem deutschen Infrastrukturprogramm erwartet die Porr 2027 (weiteres zu Porr im Kasten auf Seite 66). Während Porr in Mittel- und Osteuropa punktet, expandiert Strabag zusätzlich international. In Australien wurde heuer das Bauunternehmen Georgiou übernommen. In den ersten drei Quartalen 2025 erhöhte Strabag die Bauleistung um sechs Prozent auf 14,4 Milliarden Euro, wobei rund die Hälfte des Leistungszuwachses auf die australische Georgiou Group zurückgeht. Erstmals in seiner Geschichte erreichte Strabag einen Auftragsbestand von mehr als 30 Milliarden Euro – konkret 31,4 Milliarden. Den größten Beitrag zum Auftragsplus leisteten laut Strabag mehrere Großprojekte im Energie- und Wasserinfrastrukturbereich sowie im Bahnbau und bei High-Tech-Bauten. Für das Gesamtjahr 2025 wird ein Gewinn von rund 675 Millionen Euro erwartet (KGV: 13,4), der 2026 weiter auf gut 700 Millionen Euro steigen soll (KGV: 12,9). Die für 2025 erwartete Dividende von 2,55 Euro je Aktie entspricht einer Rendite von 3,25 Prozent. Neben den Bauunternehmen ist auch Palfinger in den Startlöchern, um von einer Belebung im Bau durch die Bereitstellung von Kränen zu profitieren (siehe Kasten auf Seite 66). Man könnte nun meinen, dass auch Wienerberger als Hersteller von Ziegeln, Dach- und Rohrsystemen von höheren Investitionen profitieren würde, das hat sich bislang aber kaum im Kursverlauf widergespiegelt. Mit der erwarteten Erholung im Wohnungsbau sollte aber wieder etwas Schwung in die Aktie kommen. Für 2026 wird ein Anstieg des Konzerngewinns auf knapp 290 Millionen Euro erwartet, was ein KGV von 11,3 ergebe. Die Dividende für 2025 dürfte bei etwa 0,85 Euro je Aktie liegen (Rendite: 2,72 %). Das Kursziel von rund 35 Euro lässt ein wenig Spielraum nach oben zu. Gute Auftragslage. Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer konnte in den ersten drei Quartalen den Umsatz um 13 Prozent auf 951 Millionen Euro steigern. Das EBITDA legte um ein Fünftel auf 63,5 Millionen Euro zu. Das Periodenergebnis landete aufgrund von einmaligen Sonderbelastungen mit -3,1 Millionen Euro im roten Bereich. Der Auftragseingang lag mit 1,16 Milliarden Euro klar über dem Periodenumsatz, die Nettoverschuldung wurde von 468 auf 305 Millionen Euro reduziert. Bis 2027 sollte es gelingen, den Jahresgewinn auf gut 70 Millionen Euro zu steigern, was ein günstiges KGV von 6,3 ergebe. ROSENBAUER . Deutliches Umsatzwachstum Geothermie, 3D-Druck. Unsichere Zollregelungen und die Investitions-Zurückhaltungen in der Ölindustrie machen SBO zu schaffen. Der Umsatz gab in den ersten drei Quartalen um 15,8 Prozent auf 358 Millionen Euro nach, das Periodenergebnis ging von 34,4 auf 21,6 Millionen Euro zurück. Auch der Auftragseingang war mit 307 Millionen Euro schwach. Die Bilanz blieb hingegen solide: Die Eigenkapitalquote liegt bei 47,6 Prozent, die liquiden Mittel bei 281,9 Millionen Euro. Strategisch forciert SBO eine Diversifizierung in die Bereiche 3D-Metalldruck und ins Geothermie-Geschäft. SBO . Entwicklung neuer Geschäftsfelder Wachstumsregion. Die Erste Group Bank steigerte in den ersten drei Quartalen das Kreditvolumen um 4,5 Prozent, der Zinsüberschuss legte um drei Prozent auf 5,76 Milliarden Euro zu. Aufgrund der gleichzeitigen Kosteninflation stieg der Periodengewinn allerdings nur um zwei Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. Im Mai kündigte die Erste Group Bank an, die Santander Bank Polska für sieben Milliarden Euro zu übernehmen. Das Closing dürfte um das Jahresende 2025 erfolgen. Die Erstkonsolidierung im Jahr 2026 wird die Kennzahlen der Erste Group Bank deutlich in die Höhe treiben. ERSTE BANK . Größte Übernahme der Firmengeschichte ISIN AT0000922554 Kurs (09.12.2025) 45,00 € KGV 2025 e 14,8 Enterprise Value 769 Mio.€ KGV 2026 e 7,5 Umsatz 2026 e 1.667 Mio.€ KGV 2027 e 6,3 BW/Aktie 2026 e 40,56 € DIV. 2025 e 0,0 % ISIN AT0000946652 Kurs (09.12.2025) 27,90 € KGV 2025 e 14,8 Enterprise Value 769 Mio.€ KGV 2026 e 7,5 Umsatz 2026 e 1.667 Mio.€ KGV 2027 e 6,3 BW/Aktie 2026 e 40,56 € DIV. 2025 e 0,0 % ISIN AT0000652011 Kurs (09.12.2025) 97,15 € KGV 2025 e 12,3 Marktkapital. 37,71 Mrd.€ KGV 2026 e 10,4 Umsatz 2026 e 14,80 Mrd.€ KGV 2027 e 9,4 BW/Aktie 2026 e 64,40 € DIV. 2025 e 0,79 % EUR 25 45 50 35 40 30 55 60 2021 2022 2023 2024 2025 EUR 25 35 45 55 60 65 50 40 30 70 2021 2022 2023 2024 2025 EUR 20 60 40 30 50 70 80 90 100 2021 2022 2023 2024 2025
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