anhand von fünf Indikatoren bezüglich ihrer Fortschritte bei der grünen Transformation bewertet wurden. Dabei liegen 15 Länder auf Kurs, bis 2050 klimaneutral zu werden. Weitere 20 Länder verfügen über das Potenzial, dieses Ziel ebenfalls noch zu erreichen, vorausgesetzt, sie verstärken ihre bestehenden Anstrengungen. Österreich belegt in diesem Fortschrittsranking Platz 22 und sei laut Allianz in einer guten Ausgangslage, bei weiter verstärkten Anstrengungen, die Klimaziele zu erreichen. Ein Co-Autor der Studie, Derik Broekhoff vom Stockholmer Umweltinstitut, fasste die Untersuchung von mehr als 50 internationalen Forschern nüchtern zusammen: „Es gibt weiter eine Entkoppelung zwischen Klimaambitionen und dem, was Länder tatsächlich hinsichtlich der Produktion fossiler Energien planen. Die bis 2030 vorgesehene Produktion von Kohle, Öl und Gas übersteigt die mit dem 1,5-°C-Ziel vereinbarte Menge derzeit um mehr als 120 Prozent“. Erleichterung in den USA „Nach langen Diskussionen um die CleanTech-Steuerkredite aus dem Inflation Reduction Act und einer Executive Order von Donald Trump zur Jahresmitte 2025, staatliche Subventionen vor allem für Wind- und Solarenergieanlagen zu beenden, kam Mitte August die Entwarnung. Mit Veröffentlichung der Treasury Guidance wurde im Wesentlichen bestimmt, dass Steuerförderungen für Projekte bis 2030 gültig bleiben, womit die mittelfristige Visibilität für Entwickler und Hersteller gestärkt wurde“, so Alexander Weiss, Fondsmanager bei der Erste Asset Management. Ein leichtes Aufatmen der Klimaschützer-Community folgte, denn immerhin sind die USA mit rund 15 bis 17 Prozent Anteil an den globalen CO2-Emissionen verantwortlich – nach China mit einem Anteil von rund 30 Prozent. Steigender Energiebedarf Ein Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zur Herstellung von Energie ist aber nicht einfach. Denn der Energiebedarf steigt enorm. Alleine für die Elektromobilität wird bis 2030 eine Vervierfachung des Bedarfs auf etwa 1.000 TWh erwartet, für Raumkühlung eine Verdoppelung auf 1.600 TWh und weit an erster Stelle rangieren Rechenzentren (Cloud- und KI-Datacenter), deren Verbrauch sich von derzeit etwa 350 TWh auf 945 bis 2.500 TWh verdrei- bis versiebenfachen wird. IT-Effizienz, grüne Stromversorgung und Rohstoffmärkte sind also die zentralen Stellhebel, um die Energiewende mit wachsendem Bedarf zu balancieren. Unter kurzfristigen Aspekten ist Energieeffizienz der wichtigste Faktor. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) könnten durch entAusgabe Nr. 6/2025 – GELD-MAGAZIN . 37 2024 wurde das 1,5-Grad-Ziel bereits überschritten. 2018 ging man noch davon aus, dass der Maximalwert halten könnte. Doch die Dekarbonisierung erfolgt zu langsam und die Stromnachfrage steigt rasant. S&P Global Clean Energy -40% 0% -20% 100% 120% 140% 160% 180% 60% 20% 40% 80% 2020 2021 2022 2023 2024 2025 S&P Global Clean Energy EUR MSCI World EUR Im zweiten Halbjahr 2025 zeigten Aktien aus dem Bereich Clean Energy zur Freude der Anleger eine kräftige Aufholbewegung. Die globalen Durchschnittstemperaturen steigen unaufhörlich „Mit Veröffentlichung der Treasury Guidance wurde in den USA die mittelfristige Visibilität für Neue Energien-Entwickler und -Hersteller gestärkt.“ Alexander Weiss, Fondsmanager, Erste Asset Management Quelle: Copernicus Climate Change Service/ECMWF *vorläufige Schätzung basierend auf den Werten für Januar bis Oktober 1940 +0,19°C 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 2024* +1,59°C +1,0°C +1,5°C 1981 +0,62°C 1998 +0,90°C
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