Nach einer guten ersten Jahreshälfte zeigen sich in China gewisse Abschwächungstendenzen, wobei die Regierung die Wirtschaft weiterhin auf Kurs halten will. „Allerdings ist die Krise im Immobiliensektor noch nicht komplett überwunden, was die Inlandsnachfrage etwas dämpft“, so Christian Burger, Veranlagungsleiter der Volkskreditbank. China: Deutlich übergewichtet Der Experte ergänzt aber: „China ist nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und wird von uns deutlich übergewichtet, insbesondere chinesische Technologiewerte. Der nächste Fünf-Jahresplan im Frühjahr 2026 wird voraussichtlich die Bereiche Halbleiter, Künstliche Intelligenz, Bio-Technologie und Erneuerbare Energien inklusive deren Materialien fördern. Zusätzlich werden die staatlichen Stimulus-Maßnahmen vermutlich weiterhin das Wachstum im Rahmen des Ziels der Regierung stützen.“ David Striegl, Aktienexperte bei Kepler, sagt zu Asien-Investments und Länder-Favoriten: „Aus fundamentaler Sicht sind Chancen und Risiken in den meisten asiatischen Ländern derzeit ausgewogen. Daher sehen wir aktuell keine markante Übergewichtung in diesen Märkten. In unseren defensiven Aktienstrategien setzen wir jedoch aus technischen Gründen auf eine etwas höhere Gewichtung, insbesondere in Japan und China, um die Diversifikation gegenüber den dominanten US-Titeln zu stärken.“ Nikolaus Juhász, Vorstandsvorsitzender der BKS Bank, sieht im weltweiten Vergleich aktuell in der Pazifik-Region, langfristig vor allem in Japan, China, Indien sowie Südkorea und Taiwan, die größten Chancen: „Wir raten Anlegern jedoch davon ab, in einzelne Titel dieser Länder zu investieren, und empfehlen stattdessen breit gestreute Produkte wie aktiv verwaltete Investmentfonds oder ETFs. Dabei sind wir der Meinung, dass eine Überdiversifikation innerhalb dieser Märkte keinen Mehrwert bietet. Wir bevorzugen aktive Manager vor Ort, die sich auf die besten Unternehmen der jeweiligen Region konzentrieren. Ein Investment in diese Regionen sehen wir insbesondere als Beimischung – zur breiteren Diversifikation – zu den globalen, stark USA- lastigen Aktienfonds bzw. ETFs.“ Comeback: Japan Nun wurde bereits mehrmals Japan erwähnt, ein Land, das im Vergleich zu China und anderen asiatischen Emerging Markets eine sehr hochentwickelte und ausdifferenzierte Volkswirtschaft erreicht hat. Welche Vorteile bietet Japan nun gegenüber anderen Anlageregionen für Aktien-Investoren? Mehr als „nur“ China Am Reich der Mitte kommt man mit einem gut diversifizierten Asien-Portfolio nicht vorbei. Aber auch andere Staaten sollte man nicht vergessen: So signalisiert das hochentwickelte Japan neuen Drive unter neuer Führung. HARALD KOLERUS Credits: beigestellt; happy Wu/stock.adobe.com MÄRKTE & FONDS - Ausblick 2026 . Asien „Während viele Märkte in den vergangenen Jahren sehr teuer geworden sind, blieb Japan trotz steigender Kurse attraktiv bewertet.“ Harald Staudinger, Chief Investment Officer, ASPOMA Asset Management China: BIP und Inflation China ist die zweitgrößte ökonomische Super-Power der Welt, mit dem Wachstum hapert es aber etwas, und auch alle strukturellen Probleme (Stichwort Immobiliensektor) sind noch nicht gelöst. Peking versucht aber alles, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Quelle: IWF Inflationsrate, Durchschnitts-Verbraucherpreise reales BIP-Wachstum -5% 0% 5% 10% 15% 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 2030 20% 25% 30 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 6/2025
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