GELD-Magazin, Nr. 4/2023

Mittelstand läuft besser. Der IT-Dienstleister Bechtle geht dank besserer Stimmung im Mittelstand von einer Belebung im zweiten Halbjahr aus. Die Nachfrage nach Digitalisierungsprojekten ist ungebrochen hoch, nur das Online-PC-Geschäft läuft schlecht. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 6,5 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro und damit langsamer als im ersten Jahresviertel (+11,9 %). Das Vorsteuerergebnis kletterte um 5,9 Prozent auf 93,8 Millionen Euro. Die Profitmarge lag stabil bei 6,2 Prozent: eine positive Überraschung. Der Ausblick ist dank der Digitalisierung positiv. Höhere Kapazitäten bei grünem Strom. In den ersten sechs Monaten 2023 wurden bereits neun Milliarden Euro investiert, um das Portfolio an Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien auszubauen, z.B. für die Übernahme der US-Solarfirma Con Edison. Das Portfolio des DAX-Konzerns wuchs per Ende Juni um 5,1 Gigawatt (GW) und nähert sich damit bereits der Marke von 40 GW. Das Ziel von 30 GW bis 2030 wurde bereits im ersten Quartal übertroffen. Daher konnte RWE seine Jahresziele anheben. Vor allem hohe Margen in der Stromerzeugung durch Wasser, Biomasse und Gas gaben Rückenwind. Zuversicht durch Aktienrückkäufe. Der LKW-Bauer hat seine Prognose für dieses Jahr erhöht. 2023 soll im Industriegeschäft bei einem Umsatz von 54 bis 56 Milliarden Euro eine bereinigte Rendite zwischen 8,5 bis zehn Prozent erzielt werden: beide Werte waren besser als erwartet. Der starke Absatztrend im ersten Quartal setzte sich bis Ende Juni ungebrochen fort. Zudem sollen eigene Aktien im Wert von bis zu zwei Milliarden Euro in 24 Monaten zurückgekauft werden. Bis Ende 2023 ist Daimler Truck ausverkauft. Seit dem Börsengang Ende 2021 konnte die Aktie ihr Kurspotenzial – noch – nicht ausschöpfen. BECHTLE . Belebung im zweiten Halbjahr RWE . profitiert vom Ausbau der erneuerbaren Energien DAIMLER TRUCK . Starker Markt für Nutzfahrzeuge wertung hervorgeht. Das Wachstum verlor allerdings an Tempo und lag in Summe unter der Inflationsrate von mehr als sechs Prozent, sodass preisbereinigt bereits ein Minus zu konstatieren ist. Insgesamt stieg der Umsatz um 1,1 Prozent auf rund 446,2 Milliarden Euro und damit auf den höchsten Wert seit Beginn der Auswertung 2014. Das operative Ergebnis (EBIT) der 40 Konzerne verbesserte sich in der Summe um 2,7 Prozent auf knapp 40,5 Milliarden Euro – der zweithöchste Wert in einem zweiten Quartal. Nun wird die Luft für viele Unternehmen offenbar immer dünner. Zu den gewinnstärksten Unternehmen gehörten zwar die Automobilhersteller, doch diese dürften ihre besten Zeiten schon gesehen haben. Der Chemiebereich dagegen hat die Talsohle durchschritten – siehe BASF. Auch die noch gute Auftragslage der Industrie ist nicht wirklich nachhaltig, da einige Großbestellungen die Statistik nach oben verzerrten. Ohne diese sank der Auftragseingang im Juni um 2,6 Prozent. So etwa bei der Automobilbranche. DHL Group: Portokasse Die Deutsche Post darf das Briefporto nicht vorzeitig erhöhen, da der Behörde die Suppe zu dünn war: Die Kostensteigerungen seien nicht überzeugend nachgewiesen worden. Doch die DHL Group schlägt zurück: Sparmaßnahmen – wie etwa die Verkleinerung der erst kürzlich aufgebauten E-Lieferwagen- Flotte – sollen die Kosten weiter senken. Zudem erzielt DHL in der Briefsparte nach wie vor Gewinne. Der Quartalsbericht fiel erst auf den zweiten Blick enttäuschend aus. Zwar ist die Deutsche Post nun fürs Gesamtjahr optimistischer: Das EBIT soll nun statt 6,0 mindestens 6,2 bis 6,6 Milliarden Euro betragen. Besonders gut lief die Lieferketten-Logistik, wie Lagerbetrieb und -haltung, sowie Retoursendungen. Unter dem Strich blieben mit 978 Millionen Euro sogar fast ein Drittel weniger als im Vorjahresquartal hängen. Der Ausblick ist dennoch gut genug, um eine Kaufempfehlung zu rechtfertigen. 2022 war ein Rekordjahr. DHL ist ein Profiteur des Trends zu größerer Automatisierung, 2024 sollte wieder Rekorde brechen. EUR 30 35 50 55 40 45 65 60 70 2020 2021 2022 2023 EUR 20 22 28 24 26 30 35 40 45 2020 2021 2022 2023 ISIN DE0005158703 Kurs (25.08.2023) 43,75 € KGV 2023 e 22,1 Marktkap. 5,55 Mrd.€ KGV 2024 e 21,4 Umsatz 2023 e 6,51 Mrd.€ KGV 2025 e 19,5 BW/Aktie 2023 e 13,61 € DIV. 2023 e 1,61 % ISIN DE0007037129 Kurs (25.08.2023) 39,20 € KGV 2023 e 8,2 Marktkap. 28,85 Mrd.€ KGV 2024 e 12,5 Umsatz 2023 e 43,68 Mrd.€ KGV 2025 e 14,8 BW/Aktie 2023 e 39,36 € DIV. 2023 e 2,30 % ISIN DE000DTR0CK8 Kurs (25.08.2023) 32,30 € KGV 2023 e 7,4 Marktkap. 27,57 Mrd.€ KGV 2024 e 7,9 Umsatz 2023 e 56,67 Mrd.€ KGV 2025 e 6,8 BW/Aktie 2023 e 27,10 € DIV. 2023 e 5,09 % EUR 22 24 32 26 30 28 34 36 2022 2023 Ausgabe Nr. 4/2023 – GELD-MAGAZIN . 65

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