GELD-Magazin, Nr. 4/2023

01234567 BRENNPUNKT . Kurzmeldungen Credits: beigestellt; Olivier Le Moal & Petru/stock.adobe.com Gasspeicher Prall gefüllt Gerüstet. Fossile Rohstoffe haben längst nicht ausgedient (siehe auch Bericht links unten). Nach dem vergangenen Winter lagen die Gasvorräte in Europa auf einem beeindruckend hohen Niveau. In den letzten Monaten hat sich dieser Trend fortgesetzt, sodass sich die Gasspeicher bis fast an die Kapazitätsgrenze füllten, berichtet J.P. Morgan. Die Großhandelspreise für Erdgas schwankten zuletzt aufgrund der Besorgnis über LNG-Streiks, aber dank der hohen Füllstände ist Europa für den kommenden Winter gut gerüstet. Auch die Strompreise sind so niedrig wie seit Sommer 2021 nicht mehr, die Energieinflation in der Eurozone war in den letzten drei Monaten im Jahresvergleich negativ. Die Deflation im Energiebereich sollte andauern und zu einer weiterhin rückläufigen Gesamtinflation führen. Schwierige Bedingungen. Die Asset & Wealth Management Branche steht in den nächsten vier Jahren vor einer weiteren Konsolidierungsphase. Laut Prognose wird bis 2027 weltweit jeder sechste (16 %) Vermögensverwalter vom Markt verschwinden oder von einem größeren Anbieter übernommen. Grund dafür sind laut einer PwC-Studie die deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen: eine Mischung aus Marktvolatilität und hohen Zinssätzen bei weiterhin steigendem Margendruck. Fast drei Viertel (73 %) der Vermögensverwalter erwägen daher eine strategische Konsolidierung mit einem Wettbewerber, um Zugang zu neuen Segmenten zu erhalten, Marktanteile aufzubauen und Kosten sowie Risiken zu mindern. Der Ausblick auf den drohenden Kahlschlag ist vor allem den Entwicklungen des vergangenen Jahres geschuldet: 2022 fiel das weltweit verwaltete Vermögen im Vergleich zum Höchststand 2021 (127,5 Bio. Dollar) um knapp zehn Prozent auf 115,1 Billionen-Dollar. Gründe für den größten Rückgang seit einem Jahrzehnt sind laut der PwC-Befragung von 250 Vermögensverwaltern und 250 institutionellen Investoren die Inflation, die Marktvolatilität sowie der Anstieg der Zinsen. Vermögensverwalter: Kahlschlag 6 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 4/2023 DIE ZAHL DES MONATS 2,1 Millionen Jobs, Jobs, Jobs. Kein Unternehmen der Welt beschäftigt mehr Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als Walmart. Laut den aktuellen Quartalszahlen des US-Einzelhandelsriesen sind es 2,1 Millionen. Auch nicht E-Commerce-Riese Amazon kommt an diese Zahl heran, er belegt mit rund 1,5 Millionen Beschäftigten den zweiten Rang unter den größten staatlichen und privatwirtschaftlichen Unternehmen. „Einzig die Verteidigungsministerien beziehungsweise Armeen Indiens, Chinas und der USA schaffen es mit jeweils mehr als 2,5 Millionen Arbeitskräften und Soldaten, diese beiden US-Firmen zu überbieten“, analysiert Datenexperte René Bocksch auf statista.com. Die einzigen europäischen Vertreter in der Liste der zehn größten Arbeitgeber sind die Consulting-Firma Accenture (721.000 Mitarbeitende) mit Sitz im irischen Dublin und der deutsche Automobilhersteller Volkswagen, der weltweit etwa 676.000 Menschen beschäftigt. Unsaubere Geschäfte. „Europäische Ölkonzerne wie Shell, BP, TotalEnergies und Wintershall Dea nutzen ihre jüngsten Rekordgewinne, um in den kommenden Jahren weiter klimaschädliche Öl- und Gasvorkommen auszubeuten“, übt Greenpeace scharfe Kritik. Und tatsächlich lassen folgende Zahlen wenig Gutes erhoffen: Knapp 93 Prozent der Investitionen von zwölf untersuchten Unternehmen flossen im vergangenen Jahr in fossile Projekte, lediglich etwa sieben Prozent investierten sie in erneuerbare Energien. Das zeigt die neue Studie „The Dirty Dozen“ des Hamburger Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag der Umweltschutzorganisation. Die Untersuchung wertet die offiziellen Jahresberichte der Erdöl-Multis aus. Sie zeigt, dass erneuerbare Energien im vergangenen Jahr mit 0,3 Prozent im Durchschnitt einen winzigen Anteil an der Energieproduktion hatten. Angesichts niedriger Investitionen in die Energiewende werde sich dies zukünftig kaum ändern. Die Unternehmen BP, Equinor, Wintershall Dea und TotalEnergies haben ihre Investitionen in die Erzeugung sauberer Energie im Jahr 2022 verglichen mit dem Vorjahr sogar gesenkt. Schade, denn Kapital wäre dafür reichlich vorhanden: Durch den rasant gestiegenen Ölpreis haben die 12 Konzerne ihre Gewinne im vergangenen Jahr um 75 Prozent gesteigert. Öl-Multis: Auf alten Pfaden

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