GELD-Magazin, Dez. 2021 / Jän. 2022

Netto-Null-Emissionsziel profitieren. Das macht sich auch an den Weltbörsen bemerk- bar: In den letzten drei Jahren sind „Öko-­ Aktien“ stark im Wert gestiegen. Solarzel- lenhersteller oder Windkraftproduzenten haben bereits hohe Bewertungen erreicht. „Hier sollte man sich die gesamte Wert- schöpfungskette statt nur einige bekannte Firmen ansehen“, rät Fondsmanager Funk. Bei der Elektromobilität bietet sich statt Tes- la etwa der Elektromotorenhersteller Nidec an. Die Japaner investieren Milliarden, um Marktführer in diesem Bereich zu werden. Die Firma motorisiert bereits Fahrzeuge von Toyota, Opel, Peugeot, Citroën, Fiat, oder Jeep. Investmentchancen Auch bei erneuerbaren Energien finden sich Firmen, die keine Anlagen bauen und trotz- dem von der Energiewende profitieren. Etwa Kabelhersteller und Erzeuger von Stromleitungen und Netzwerken wie NKT aus Dänemark und Nexans aus Frankreich. Daneben ist Ressourcen- und Energieeffizi- enz eines der ganz großen Themen, die beim Klimaschutz eine wichtige Rolle spie- len und für Investoren interessant sind. „Wohnen und Gebäude verursachen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs“, erklärt Funk. Senken kann man den Verbrauch mit besserer Isolierung, die sich Immobilienbe- sitzer dank staatlicher Förderung leisten können. Das lässt bei Produzenten von Dämmmaterialien wie Rockwool in Däne- mark oder Kingspan in Irland die Kassen klingeln. Der Kreislaufwirtschaft verschrie- ben hat sich Xylem, einer der weltgrößten Hersteller von Wasseraufbereitungsanlagen, Wasseranalysegeräten und Pumpen. Anla- gen von Xylem helfen auch, heiße und tro- ckene Gebiete wie Teile des Iraks mit Trink- wasser zu versorgen. Bei den Fonds über- zeugen der Ökoworld Klima, der ERSTE WWF Stock Environment und der Pictet Glo- bal Environmental Opportunities. Renditeträchtige Fonds Chancen sieht Ökoworld-Fondsmanager Funk bei First Solar. Einer Studie des US-En- ergieministeriums zufolge kann die Solare- nergie bis zum Jahr 2035 rund 45 Prozent des US-Strombedarfs decken. Aktuell sind es gerade mal drei Prozent. Für den Pictet Glo- bal Environmental Opportunities schließt Jennifer Boscardin-Ching: „Dass sich alle wichtigen Staaten zu ehrgeizigen Emissions- senkungszielen und zur Kohlenstoffneutrali- tät verpflichten, stärkt das Vertrauen in eine sehr attraktive langfristige Perspektive für dieses Thema.“ Welche Rolle spielt der WWF bei Ihrer Anlagestrategie? Der ERSTE WWF Stock Environment in- vestiert in Unternehmen aus dem Be- reich Umwelttechnologie. Die Titelaus- wahl erfolgt mit Fokus auf Bereiche wie Wasseraufbereitung und -versorgung, Recycling und Abfallwirtschaft, Erneu- erbare Energien, Energieeffizienz und Mobilität. Zwischen Erste Asset Manage- ment und dem WWF besteht seit Okto- ber 2006 eine Kooperation, in deren Rahmen das Fondsmanagement durch einen vom WWF initiierten Umweltbei- rat unterstützt wird. Mit Spenden der Erste AM werden seitdem Wasser-, Kli- ma- und Naturschutzprogramme des WWF unterstützt. Ein messbarer posi- tiver Impact (Auswirkung) auf Umwelt und Gesellschaft steht bei der Invest- mententscheidung im Vordergrund. Wie sehen Sie den fundamentalen Hintergrund? Durch die in den Klimakonferenzen fest- geschriebenen CO 2 -Reduktionsziele – was den Kohleausstieg betrifft, und ab- geleitet von den offensiven Plänen der deutschen Bundesregierung in Richtung Dekarbonisierung oder die ökosoziale Steuerreform in Österreich – werden In- vestitionen in den Klimaschutz auf Dau- er wachsen. Wir gehen davon aus, dass diese Beispiele in ganz Europa Schule machen werden. Aber auch außerhalb Europas setzt China mit der Einführung einer CO 2 -Abgabe Zeichen. INTERVIEW Clemens Klein, Fondsmanager ERSTE WWF Stock Environment Jänner 2022 – GELD-MAGAZIN . 39

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxOTU=