GELD-Magazin, März 2021

Nach dem eher verhaltenen Jahresstart begann der DAX doch zu klettern und erreichte bei rund 14.120 Punkten einen neuen Rekordstand. Zuletzt lag er zwar wieder unter der Marke von 14.000 Punkten, aber das Chartbild bleibt posi- tiv. Ein mögliches Doppel-Top sendet zwar Warnsignale, doch scheint der Kor- rekturbedarf nicht allzu hoch zu sein. Bei rund 13.500 Punkten befindet sich die erste Unterstützung. Anleger sollten weiter investiert bleiben. AKTIEN . Deutschland D er Einfluss Chinas auf die Entwick- lung deutscher Unternehmen zeigt sich auch an den Finanzmärkten. Ein Depot aus den aktuellen Indexmitglie- dern mit dem höchsten Asien-Anteil – laut Daten der Commerzbank waren das zuletzt Infineon, Covestro, Adidas, BMW und Merck – ist über die vergangenen fünf Jahre im Wert um knapp 145 Prozent gestiegen und damit fast drei Mal so stark wie der DAX. Aus dem Quintett entwickelte sich nur BMW schlechter als der Index, Infineon und Adi- das waren sogar die größten Gewinner im DAX. Zuletzt hat zwar die deutsche Indus- trieproduktion stagniert, aber den achten Monat in Folge ohne negatives Vorzeichen geschafft. Solch einen guten Lauf hätte im März 2020 kaum jemand zu prognostizieren gewagt. Allianz peilt Rekordgewinn an Die Allianz ist in der Corona-Pandemie mit einem blauen Auge davongekommen und sieht im laufenden Jahr schon wieder gute Chancen auf einen Rekordgewinn. Mit einem Endspurt übertraf der Münchner Ver- sicherungsriese 2020 die Erwartungen der Analysten: Der operative Gewinn fiel zwar um neun Prozent auf 10,8 Milliarden Euro, die Experten befürchteten im Schnitt aber 400 Millionen weniger. Für 2021 wird ein operatives Ergebnis von zwölf Milliarden Euro angestrebt, das wäre etwas mehr als im Rekordjahr 2019. 2020 hatte Corona 1,3 Milliarden Euro ver- schlungen, den Löwenanteil davon in der Sachversicherung. Dort schlugen der Ausfall von Großveranstaltungen, Hotel- und Re- staurantschließungen, weniger Reisen (Alli- anz Partners) und der Ausfall von Lieferan- tenkrediten (Euler Hermes) negativ ins Kon- tor. Trotzdem sollen die Aktionäre für 2020 eine stabile Dividende von 9,60 Euro be- kommen. Die Solvenzquote erreichte zum Jahresende mit 207 Prozent (Ende 2019: 212 %) fast wieder das Vorjahresniveau. Porsche-Fantasie beflügelt VW Bei Volkswagen wurden Planspiele für einen möglichen Börsengang der Tochter Porsche bekannt. So ließen sich die hohen zweistelli- gen Milliarden-Investitionen für E-Mobilität und Digitales in den kommenden Jahren besser bezahlen. Auch in puncto finanzielle Schlagkraft gegenüber Tesla könnte man wohl ein wenig aufholen. Allerdings werde VW in einem solchen Fall höchstens 25 Pro- zent der Anteile abgeben, man kalkuliere dafür mit einem Wert von 20 bis 25 Milliar- den Euro. Zudem dürfte eine Aktienemissi- on erst 2022 stattfinden. Porsche war bereits bis 2008 an der Börse gelistet, bis ein damals fehlgeschlagener Ver- such der Tochter, die VW-Mutter zu über- nehmen, erst zu Kurskapriolen führte (die VW-Aktie stieg in einem Short Squeeze bis über 1000 Euro) und dann in einem Delis- ting endete. Die VW-Dachgesellschaft Por- sche SE ist bereits mit Vorzugsaktien an der Börse. VW-CEO Herbert Diess will den Kon- zern vom Fahrzeugbauer zu einem software- und servicegetriebenen Mobilitäts- und Technologiekonzern umformen. Während des ersten Lock Downs im vergangenen Frühjahr flossen bei VW wegen geschlos- sener Werke bis zu zwei Milliarden Euro pro Woche an Liquidität ab. Das Unternehmen gab daher bereits neue Anleihen aus, um den verfügbaren Finanzpolster zu stabilisie- ren. Den sogenannten Netto-Cashflow im Auto-Kerngeschäft setzte der Konzern zu- letzt mit rund sechs Milliarden Euro an. Rettende Chinaexporte Die deutsche Industrie befindet sich bereits auf demWeg der Besserung. Nicht so gut läuft es im Dienstleistungssektor. Doch die Stabilisierung der Konjunktur hat Deutschland vor allem China zu verdanken. WOLFGANG REGNER Allerdings werden die Kosten wieder klet- tern, wenn sich die Wirtschaft erholt. FMC: Böse Überraschung Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care meldete, dass der Gewinn 2021 noch vor möglichen Restrukturierungskosten bis zu 25 Prozent sinken könne. Analysten hatten Gewinnsteigerungen auf ihrer Rechnung. Der Grund für die Warnung liegt laut dem Unternehmen an Covid-19. Zum einen sei die Übersterblichkeit bei Dialysepatienten größer. Das belastet die Auslastung und die Erlöse in der ganzen Wertschöpfungskette rund um die Behandlung von Nierenerkran- kungen. Zudem würden die Kosten für DAX . Neues Rekordhoch 12.000 11.000 10.000 9.000 8.500 13.000 14.000 2020 2021 54 . GELD-MAGAZIN – März 2021

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