GELD-Magazin, Juli/August 2020

W ährend wir die heftigste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg durchlaufen und die Neuinfektionen weltweit noch im Steigen sind, haben einige Börsenindizes innerhalb von wenigen Mona- ten wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht. Man spricht bereits von der „meistge- hassten Börsenrally“, da viele Anleger aus Furcht vor einem neuen Tief den rechtzeitigen Einstieg verpasst haben. Die kräftige Erholung an den Börsen ist insofern erstaunlich, als Volkswirte davon ausgehen, dass die Ökonomien erst Ende 2021 wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen werden – also in eineinhalb Jahren. Wie lässt sich diese Diskrepanz erklären? Vor allem mit der schnellen Reaktion der Zentralbanken und staatlichen Institutionen, die in kurzer Zeit mit billionenschweren Liquiditätsspritzen und Förderprogrammen (siehe Arti- kel auf Seite 8) aushalfen. Sie konnten zwar wegen des Lock Downs nicht po- sitiv auf die BIP-Entwicklung einwirken und die Rezession verhindern, jedoch bilden sie ein starkes Auffangnetz, das zahllose Unternehmens- und Privatin- solvenzen verhindert. Mittelfristig wird die Ertragsstärke der Unternehmen dadurch weniger leiden und die Firmen rascher als ursprünglich erwartet wie- der aus der Krise kommen. Dies sowie die Hoffnung auf einen bald verfüg- baren Impfstoff bzw. wirksame Medikamente gegen den Coronavirus preisten sich offensichtlich an der Börse bereits ein. Das zweite Halbjahr wird jedoch nicht minder spannend. Auf der einen Seite müssen sich die positiven Erwartungen nun erfüllen. Auf der anderen Seite le- ben wir mit zahlreichen Unsicherheiten: einer möglichen zweite Coronawelle in Europa, einem Hard Brexit zum Jahresende, einer US-Wahl im November mit einem möglicherweise wirtschaftsfeindlicheren Sieger oder auch mit einem Wiederaufflammen des Schuldenthemas in Südeuropa. Letzteres wird zwar durch die EZB noch großzügig übertüncht, ist aber bei weitem nicht ge- löst. Im aktuellen GELD-Magazin liefern wir Ihnen mit einem Ausblick auf das zweite Halbjahr 2020 wieder jede Menge Markt- und Brancheneinschätzun­ gen (ab Seite 34) sowie zahlreiche wertvolle Tipps für Ihre Vermögensanlage. Viel Erfolg und bleiben Sie im Sommer mit Abstand gesund. Mario Franzin, Chefredakteur GELD-Magazin Starke Börsen editorial impressum MEDIENEIGENTÜMER UND HERAUSGEBER 4profit Verlag GmbH · MEDIENEIGENTÜMER-, HERAUSGEBER- UND REDAKTIONSADRESSE Rotenturmstraße 12, 1010 Wien T: +43/1/997 17 97-0 · E: office@geld-magazin.at · GESCHÄFTSFÜHRUNG Snezana Jovic, Mario Franzin · CHEFREDAKTEUR Mario Franzin REDAKTION Mario Franzin, Mag. Isabella de Krassny, Mag. Harald Kolerus, Michael Kordovsky, Wolfgang Regner, Moritz Schuh MSc, Mag. Christian Sec LEKTORAT Mag. Rudolf Preyer · GRAFISCHE LEITUNG Noura El-Kordy COVERFOTO alswart /stock.adobe.com · DATENANBIETER Lipper Thomson Reuters*, Morningstar · VERLAGSLEITUNG Snezana Jovic · EVENTMARKETING Ivana Jovic · PROJEKTLEITUNG Dr. Anatol Eschelmüller · IT-MANAGEMENT Oliver Uhlir DRUCK Berger Druck, 3580 Horn, Wiener Str. 80 VERTRIEB PGV Austria, 5412 Puch, Urstein Süd 13. www.geld-magazin.at ABO-HOTLINE: +43/1/997 17 97-12 · abo@geld-magazin.at * Weder Lipper noch andere Mitglieder der Reuters-Gruppe oder ihre Datenanbieter haften für Fehler, die den Inhalt betreffen. Performance-Ranglisten verwenden die zur Zeit der Kalkulation verfügbaren Daten. Die Beistellung der Performance-Daten stellt kein Angebot zum Kauf von Anteilen der genannten Fonds dar, noch gilt sie als Kaufempfehlung für Investmentfonds. Für Investoren gilt es zu beachten, dass die vergangenen Performancewerte keine Garantie für zukünftige Ergebnisse darstellen. Juli/August 2020 – GELD-MAGAZIN . 3

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