GELD-Magazin, Februar 2020

Tiefe Zinsen und hohe Kosten für Regulatorik setzen denVersicherungen seit Jahren zu und werden dies auch in Zukunft tun.Trotzdem freut sich die Branche über hoheWachstumsraten und geht zuversichtlich ins neue Jahr. CHRISTIAN SEC Vorsicht in guten Zeiten D ie größten Hürden für die Zukunft sehe ich vor allem in Verbindung mit unserem wirtschaftlichen Er­ folg während der letzten acht Jahre und der damit einhergehenden Gefahr einer mög­ lichen Selbstzufriedenheit“, erklärt Andreas Brandstetter, CEO der Uniqa. Nicht nur die Uniqa, sondern die gesamte Branche ist im Aufwind und für das kommende Jahr voller Zuversicht. Insgesamt verzeichneten die österreichischen Versicherungsunterneh­ men im dritten Quartal 2019 eine Prämien­ erhöhung von 4,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Vor allem die Bereiche Schaden-Unfall (+4,5%) und Krankenversicherung (+4,9%) waren für diese Steigerung verantwortlich und mani­ festieren die gesellschaftlichen Megatrends Gesundheit und Prävention, wie Sonja Steßl, Vorstandsdirektorin der Wiener Städ­ VERSICHERUNGEN . Pläne für 2020 tischen, erklärt. Diese Trends werden unge­ brochen anhalten, ist Steßl überzeugt – und werden für die Branche weitere Prämienzu­ wächse im Bereich Gesundheit und Schaden ermöglichen. Im Schadensegment stehen besonders die durch die Digitalisierung ent­ standenen Cyber-Risiken in diesem Jahr im Fokus, da sie von vielen Unternehmen noch immer unterschätzt werden. „Es gibt eine eklatante Unterversicherung in diesem Be­ Digitale Prozesse. Die Allianz gilt bran- chenweit als Trendsetter, v.a. bei ihrer IT und Prozess-Anpassungen. Dies bedeu- tet mehr Transparenz für Kunden, weni- ger Aufwand in der Bearbeitung sowie eine einfachere und schnellere Abwick- lung im Leistungsfall. Investiert wird da- her folgerichtig in das weitere Vorantrei- ben der Vereinfachung und in digitale Prozesse. Damit können auch die in- ternen Sachkosten gesenkt werden. So können wir in der Lebensversicherung Kostenvorteile an die Kunden weiterge- ben. Das bringt z.B. für unsere „Klas- sische Lebensversicherung“ einen inte- ressanten Renditevorteil. Neuer Premium-Tarif. Dialog ist in der Ablebensversicherung Marktfüh- rer in Österreich. Um auch anspruchs- volle Kundenschichten anzusprechen, hat Dialog 2019 einen neuen Premium- Tarif mit vielen neuen Features auf den Markt gebracht, u.a. vorgezogene Todesfallleistung bei nur noch kurzer Lebenserwartung des Versicherten. Es zeigt sich, dass Kunden den Premium-Tarif bevorzugen, zumal die Prämie ge- genüber dem Normaltarif nur wenig hö- her liegt. Hierbei fällt dem Berater eine wichtige Aufgabe zu. Daher werden wir v.a. in die Unterstützung unserer Ver- triebspartner investieren, um deren Pro- zesse zu optimieren. Recruiting-Programm. Als lebenslan- ger Partner stehen wir für persönliche Betreuung, Innovation und Einfachheit. Daher treiben wir die digitale Transfor- mation des Vertriebs voran. Prozesse werden vereinfacht und automatisiert, sodass mehr Zeit für die Betreuung der Kunden bleibt. In diesem Sinn messen wir dem laufenden Kostenmanagement große Bedeutung zu. Dem zukünftigen Fachkräftemangel und der bevorste- henden Pensionierungswelle begegnen wir mit einem Recruiting- und Weiter- bildungsprogramm sowie einer großen Lehrlingsoffensive. Wir investieren da- her auch 2020 intensiv in unsere Mitar- beiter. Allianz Dialog Generali Alfred Leu, CEO Michael Stille, CEO Rémi Vrignaud, CEO Credits: beigestellt; Sonja Steßl: Arman Rastegar; Alfred Leu: Lukas Lorenz; Andreas Branstätter: Irene Schaur 80 . GELD-MAGAZIN – Februar 2020

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