GELD-Magazin, Juni 2019

9 von 10 der Handelstreibenden im Internet haben bereits unangenehme Bekanntschaft mit „Online-Übeltätern“ gemacht, so eine öster- reichweite Umfrage von CRIF. Demnach berichten Onlineshop-Betreiber von einem weiteren Anstieg der Betrugsfälle – im letzten Jahr um nahezu zehn Prozent. Knapp die Hälfte davon verzeichnet be- reits monetäre Verluste im fünfstelligen Bereich. Noch brisanter präsentiert sich das Bild in der Schweiz und in Deutschland. „Es gibt kaum noch Online-Händler, die nicht schon finanzielle Ein- bußen hinnehmen mussten“, heißt es in der Ana- lyse. Die Vielfältigkeit und Komplexität der Bedro- hungsszenarien seien derart groß geworden, dass einzelne Unternehmen selbst mit beachtlichen IT-Stäben keine Chance mehr haben, allen Facet- ten und Varianten von Betrügereien vorzubeugen. Die Lösung liege laut den Experten im Finden eines gemeinsamen Verständnisses über Aktivi- täten von Kriminellen und die Harmonisierung von Präventionsmaßnahmen.Trotz des bestehen- den harten Wettbewerbs zwischen den Online- Händlern. Das Zauberwort lautet also: „Zusam- menarbeit.“ 60 Prozent des Weltwirtschaftswachs- tums wird heute in Asien generiert, da- von wiederum immerhin rund die Hälfte in China. So weit, so gut. Die Stabilität des chinesischen Wirtschaftswachstums wird allerdings vor allem in diesen Tagen häufig angezweifelt. Begründet wird das unter anderem mit möglichen Übertrei- bungen, zum Beispiel bei der Kreditvergabe, Investitionen oder Immobilienpreisen, die das Wachstumsmodell an seine Grenzen bringen könnten. Auch Befürchtungen rund um US-Straf- zölle lassen derzeit an der Nachhaltigkeit des chinesischen Wachstumsmodells zweifeln. Doch gerade hier liegt laut der Deutschen Industrie- bank (IKB) der entscheidende Trugschluss: „Es gibt nicht das eine chinesische Wachstumsmo- dell, da sich China – maßgeblich gesteuert durch den Staat – in einem ständigen Prozess der Ver- änderung befindet.“ Vor allem die Angebotsseite der Wirtschaft im Reich der Mitte sei durch konti- nuierliche Erneuerung geprägt. Aus dieser Sicht sind laut den IKB-Experten selbst mittelfristig Sorgen über eine nachlassende chinesische Wachstumsdynamik unangebracht. zahlenspiel „Mini-Bots.“ Die italienische Lire galt nicht gerade als Hort von Stabilität und Werterhalt, da konnten alle Beteiligten über den Euro nur froh sein. Oder etwa doch nicht? Das italienische Abgeordnetenhaus sorgte mit der Entschei- dung für aufsehen, dass die öffentliche Hand mit sogenannten „Mini-Bots“ Lieferanten und Dienstleister bezahlen sowie Steuern gutschrei- ben kann. Die Abkürzung „Bot“ steht dabei für „Buoni Ordinari del Tesoro“. Solche Staatsanlei- hen mit drei bis zwölf Monaten Laufzeit gab es bislang nur ab 1000 Euro, nun wird die Ausga- italien: Kommt Parallelwährung? be mit deutlich geringerem Nennwert erlaubt, bis hinunter zu fünf Euro. So soll der klamme italie- nische Staat wieder liquider und zahlungsfähiger werden.Weiters kann jetzt mehr Geld ausgegeben werden, es droht dabei aber die Entstehung ei- ner Parallelwährung, die unter demWert des Euro liegen könnte. Tatsächlich wäre es möglich, dass durch so eine Abwertung die Wettbewerbsfähig- keit der italienischen Wirtschaft gestärkt und die Arbeitslosigkeit gesenkt werden könnte. Aber na- türlich handelt es sich bei den „Mini-Bots“ auch um eine Provokation gegenüber den anderen EU- Mitgliedsstaaten und einen Angriff auf den Euro, dessen Stabilität somit nicht gerade gestärkt wird. Politisch klar durchschaubar ist ebenfalls, dass die angestrebte Parallelwährung vor allem als Druckmittel verwendet werden soll, mit dem die italienische Regierung haushaltspolitische Zugeständnisse der EU-Kommission durchsetzen will. Das alles passiert vor dem Hintergrund, dass die EU-Kommission die Einleitung eines Defizit- verfahrens gegen die ausgabenfreudigen Italiener empfohlen hat. CrediTS: beigestellt,Archiv,pixabay 6 | GELD-MAGAZIN – Juni 2019 brennpunkt | Kurzmeldungen Mehr nachhaltigkeit. Seit vielen Jahren wird über Probleme durch ungesunde Ernährung diskutiert. Adipositas und andere Stoffwech- selkrankheiten haben in den letzten 50 Jahren stark zugenommen – dafür machen Wissenschaf- ter Zuckerkonsum verantwortlich. Aber nicht nur menschliche Schicksale stimmen nachdenk- lich, auch die gesellschaftlichen Kosten werden höher. Schätzungen zufolge belaufen sich die Ge- sundheitskosten infolge schlechter Ernährung auf ein bis zwei Prozent des Welt-BIP. Konsumenten können sich persönlich durch gesündere Ernäh- rung gegen den „Zuckerwahn“ wehren; aber auch Investoren sind die Hände keinesfalls gebunden. Das zeigt Candriam vor, das seine Portfolioposi- tionen sozusagen einem „Gesundheitstest“ im Sinne ihres Zucker-Exposures unterzogen hat. Das Unternehmen zeigt sich davon überzeugt, dass Shareholder Value geschaffen wird, wenn sich Aktiengesellschaften nachhaltiger positio­ nieren und somit auch besser gegen etwaige staatliche Eingriffe (Zuckersteuer) positionieren. Zucker: Gar nicht süß denkende maschinen. Künstliche Intelli- genz (KI) ist in aller Munde, sie verändert unseren Alltag – und belebt nicht zuletzt die Wirtschaft. Investitionen in KI nehmen weltweit rasant zu, das belegt eine aktuelle Studie der Unterneh- mensberatung BearingPoint und des Instituts für Internationales Handels- und Distributionsma- nagement. Sie prognostiziert für Europa bis 2020 KI-Investitionen in Höhe von 2,6 Milliarden US- Dollar. Für das BIP wird ein durch KI getriebenes Wachstum um insgesamt 2,7 Billionen Euro bis 2030 erwartet. Die enormen Wachstumsraten um jährlich 1,4 Prozent sind dabei maßgeblich auf Produktivitätssteigerungen zurückzuführen, die sich durch die Automatisierung von Prozes- sen ergeben. Studie: Smartes Wachstum

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