GELD-Magazin, Juni 2019

14 | GELD-MAGAZIN – Juni 2019 wirtschaft | Kurzmeldungen CrediT: pixabay unter der wachstumsschwelle. Die Verlangsamung der Industriekonjunktur in Österreich, ausgehend vom Höhepunkt zum Jah­ reswechsel 2017/18, schreitet weiter voran. Das zeigt ein erneuter Rückgang des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex: Das zweite Mo­ nat in Folge bleibt der Indikator mit 48,3 Punkten im Mai unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ein kleiner Trost ist, dass Österreich mit solchen Sorgen nicht alleine dasteht, das Gegen­ teil ist der Fall: Im europäischen Vergleich zeigt sich die heimische Industrie weiterhin in einer relativ guten Verfassung. Der vorläufige Einkaufs­ managerindex für die Eurozone liegt nach einem erneuten Rückgang auf 47,7 Punkte unter dem österreichischen Wert. Im europäischen Vergleich zeigt sich die heimische Industrie jedoch weiter­ hin in einer relativ gutenVerfassung.Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Eurozone liegt nach einem erneuten Rückgang auf 47,7 Punkte unter dem österreichischen Wert. Die zumeist ungüns­ tigen Vorgaben aus dem europäischen Ausland schlagen sich also dämpfend auf die Entwicklung der Industrie in Österreich nieder.Die andauernde Verschlechterung der Auftragslage, insbesondere das nachlassende Exportgeschäft, haben im Mai zu einem Rückgang der Produktionsleistung in Österreich geführt. „Während die Beschäftigung noch etwas zunahm, ist angesichts der geringeren Nachfrage die Einkaufsmenge stark reduziert wor­ den“, erklärt UniCredit Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Industriekonjunktur: Die Luft bleibt dünn Quelle: IHS Markit,UniCredit Research unicredit bank austria einkaufsmanagerindex saisonbereinigt unbereinigt zahlenspiel strategie. Jeden Tag schlittern in Österreich im Schnitt mehr als 13 Unternehmen in die Pleite, wobei nicht jeder Konkurs notwendig wäre. Der Kreditversicherungsmakler A.C.I.C. gibt Tipps aus der Praxis,wie insolvenzgefährdete Unter­ nehmen richtig reagieren sollten. So darf nur eine Person nach außen kom­ munizieren: Kursierende Insolvenz-Gerüchte drängen ein Unternehmen in die Ecke, egal ob die Behauptungennun stimmen oder nicht. Das Schlimmste, was man machen kann, ist eine Vogel-Strauß-Politik, denn dadurch geht man in der Gerüchtelawine unweigerlich unter. Tipps: Wie man die Unternehmenspleite abwendet Der beste Weg ist eine offensive Kommunikation mit Banken, Kreditversicherern und Wirtschafts­ auskunfteien. Neben der offenen Kommunikation kann auch eine Optimierung der Kreditliniendie Liquidität verbessern. Diese stellen eine individuelle Kredito­ bergrenze dar, die den Unternehmen von den Banken eingeräumt werden. Als Alterna­ tive können sogenannte Garantieversicherungen dienen. Diese werden von Versicherungen oder anderen Nicht-Banken ausgestellt und führen zu keiner Reduktion der Kreditlinien bei den Banken. 1700 ö s t e rr e i ch i s ch e KMUs haben die Konjunktur­ forscher von Creditreform nach der aktuellen Wirtschaftslage und den Ausblicken für die kom­ menden sechs Monate befragt. Hinsichtlich ihrer künftigen Umsatzentwicklung sind die mittelstän­ dischen Betriebe weniger optimistisch als vor einem Jahr. Derzeit rechnen 28,7 Prozent der Be­ fragten (Vorjahr: 40,6%) mit Umsatzsteigerun- gen, während 8,5 Prozent Umsatzrückgänge be­ fürchten (Vorjahr: 8,1%). Schlussfolgerung von Creditreform: Alle Indikatoren weisen auf eine nach wie vor gute und stabile Wirtschaftslage der österreichischen KMU hin. Aber einige Unsicher­ heiten trüben den Blick in die Zukunft: Zum Bei­ spiel der nahende Brexit, die heranziehenden Handelskriege der USA mit China und der EU so­ wie die wirtschaftspolitischen Unsicherheiten in Italien mit Ansteckungsgefahr für die Eurozone. 100 Milliarden Dollar machten 2018 die ausländische Direktin­ vestitionen in Europa aus, gegenüber 2017 be­ deutet das einen tiefen Einschnitt von 73 Pro­ zent. Dafür verantwortlich zeichnet in erster Linie die US-Steuerreform. In den Vereinigten Staaten ansässige Unternehmen ziehen nämlich ihre im Ausland erwirtschafteten Gewinne lieber ab, statt sie – wie früher – wieder direkt zu investieren, so eine Studie von A.T. Kearney. 88 Prozent der österreichischen Be­ völkerung haben einen Internetzugang, allerdings sind nur 5,75 Millionen Menschen (76%) fast täglich online. Tag für Tag wird das Web nur von 100 Prozent der 14- bis 49-Jährigen genutzt. Mit steigendem Alter nimmt die tägliche Nutzung auf 33 Prozent bei den über 70-Jährigen ab, so der aktuelle Austrian Internet Monitor.Wei­ tere interessante Details: 44 Prozent der Inter­ net-User kaufen online Kleidung und Schuhe, 33 Prozent buchen Hotels, 28 Prozent kaufen Bü­ cher, 25 Prozent diverse Tickets und 20 Prozent Körperpflege- und Kosmetikartikel. Laut der Stu­ die wird der stationäre Handel durch die Digitali­ sierung nicht aussterben, stattdessen würde „der stationäre Handel benötigt, um das Online-Ge­ schäft zu beleben und ihm einen glaubhaften Kontext zu geben“.

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