GELD-Magazin, Juni 2018

I nternet und Digitalisierung sind weiter auf dem Vormarsch und haben auch vor dem traditionellen Bankgeschäft nicht Halt gemacht. Wieviel Platz bleibt hier noch für die altehrwürdigen Institute? Dieser und vielen anderen Fragen ist die HYPO NOE auf den Grund gegangen, sie lud imMai zur bereits zwölften Auflage des HYPO Invest Club. Im Palais Niederösterreich in Wien begrüßte Generaldirektor Peter Harold rund 250 Gäste zur mittlerweile traditio- nellen Eventserie für Kunden und Wegbe- gleiter. Zum Thema „130 Jahre HYPO NOE – Banken im Wandel, was bringt die Zu- kunft?“ nahmen Ludwig Schleritzko, Nie- derösterreichs Landesrat für Finanzen und Mobilität, Zukunftsforscher Matthias Horx und Harold auf dem Podium Platz. Der HYPO-Chef meinte: „Wir setzen uns im- mer wieder mit der Zukunft auseinander. Banken haben eine lange Vergangenheit – und auch Zukunft. Wir müssen jedoch die Bedürfnisse der Kunden erkennen. Heutzu- tage ist Online-Banking die Regel und App- Bezahldienste wie ZOIN sind notwendig.“ Vertrauen entscheidet In seiner Rede hob Harold aber vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor: „Sie sind der Schlüssel zum Erfolg. Natürlich verändert sich unsere Produkt­ palette und wird digitaler, nur komplexere Bankgeschäfte wollen Kunden weiterhin mit Experten besprechen. Wenn es etwa da- rum geht, seine Ersparnisse anzulegen, ist Vertrauen wichtig. Und das gibt einem ein kompetentes Gegenüber.“ Auch Zukunfts- forscher Horx strich die Wichtigkeit der persönlichen Ebene für das „Gelingen der Zukunft“ hervor (siehe auch Interview auf der rechten Seite). Weiters meinte der Ex- perte: „Zukunftsforschung bedeutet mit­ unter, sich mit Irrtümern auseinanderzu- setzen. Zu beobachten ist, dass jeder Trend Gegentrends erzeugt. Globalisierung führt zum Beispiel zur Sehnsucht nach Heimat. Diese Rekursion zu verstehen, ist das Zu- kunftsgeheimnis.“ Eine solche Entwicklung erkennt Horx nicht zuletzt bei der Digitali- sierung. Humanistische Digitalisierung Mittlerweile werde hinterfragt, „was so- ziale Medien und Co. anrichten können. Der Mensch lernt eben erst aus Fehlern und adaptiert gewisse Technologien kulturell für sich.“ Das Erfolgsrezept für Bank 4.0 sieht er deshalb darin, „Mehrwert zu schaf- fen. Digitalisierung ist sinnvoll, wenn sie den Nutzen, die Ermächtigung und den Sinn hat. Ziel sollte eine humanistische Digitalisierung sein.“ Individuelle bedürfnisse In der Gesprächsrunde pflichtete Lan- desrat Schleritzko bei: „Wir treiben in Nie- derösterreich die Digitalisierung an vier Eckpfeilern voran: Arbeit, Gesundheit, Fa- milie und Mobilität.“ Die HYPO NOE ist dabei ein wesentlicher Baustein und forciert selbst das Thema Digitalisierung. Wobei Harold hinzufügte: „Die Technik soll unter- stützend sein. Menschen wollen von Ärzten untersucht werden und deren Empathie spüren. Online-Ratgeber können das Ge- spräch aber nicht ersetzen. Daher geht es für uns als Bank darum, die ganz indivi­ duellen Anforderungen zu erfüllen.“ credit: beigestellt Brennpunkt  ° Banken im Wandel 8 ° GELD-MAGAZIN – Juni 2018 Die HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien feiert heuer ihr 130-jähriges Bestehen. Eine aus- gezeichnete Gelegenheit, um über die Zukunft des Bankenwesens zu diskutieren. Eine hochkarätige Runde brachte Themen wie Kundenbeziehungen in Zeiten der Digitalisierung aufs Tapet. Eine Erkenntnis: Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg. Harald Kolerus „Kundennähe nicht ersetzbar“ Von links nach rechts: Prof. Dr. Günther Ofner (Vorstandsdirektor Flughafen Wien AG), Dr. Peter Harold (Generaldirektor HYPO NOE), DI Ludwig Schleritzko (NÖ Finanz-Landesrat), Matthias Horx sowie DI Wolfgang Viehauser (Vorstandsmitglied HYPO NOE).

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