GELD-Magazin, Juni 2018

aktien  ° Österreich 62 ° GELD-MAGAZIN – Juni 2018 Internationale Turbulenzen Austrian Traded index (ATX) Aufwärtstrend gebrochen. Charttechnisch hat sich mit Unterschreiten der 3400 Punkte ein Verkaufssignal ergeben – der Aufwärts­ trend wurde nach unten verlassen. Nun ist zu erwarten, dass sich je nach wechselnder Nachrichtenlage ein volatiler Seitwärtstrend bilden wird.Als Unterstützung bietet sich die 3100 Punkte- bzw. vielleicht sogar bereits die 3200 Punkte-Marke an. Nach oben hin dürfte sich die ehemalige Trendlinie bei 3400 Punkten nun als Widerstand etablieren. Charts: Tai Pan/software-sysstems von Semperit, die sich in einem Übergangs­ jahr befindet, und von Porr. Einige wenige Unternehmen konnten mit den Quartals­ zahlen die in sie gesteckten Erwartungen nicht ganz erfüllen – so z.B. die Bawag oder auch Uniqa. Soweit ein grober Überblick über die letzten Geschehnisse. Viel interes­ santer ist jedoch, welche gute Unterneh­ mensentwicklung sich auf einem (noch) niedrigen Kursniveau abspielt – sprich: das größte Kurspotenzial erwarten lässt. AT&S mit einem kurspotenzial von bis zu 100 Prozent Mit Abstand wird das größte Kurs­ potenzial (imAnalysten-Durchschnitt rund 50 Prozent auf 26 Euro) dem Leiterplatten­ hersteller AT&S zugetraut. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser gehen sogar von einem Potenzial bis 35 Euro aus – das wäre eine glatte Kursverdoppelung. Und das ist gar nicht so unrealistisch. Heuer soll der Umsatz um sechs Prozent auf rund 1050 Millionen Euro weiter wachsen, nach plus 21,7 Prozent im Geschäftsjahr 2017/18. Die neue Fertigungslinie in Chongqing läuft auf Die holpernde Regierungsbildung in Italien und die Einführung der US-Zölle auf Stahl und Aluminium ab 1. Juni drückten in Europa auf die Marktstimmung. Zudem zeigen Erwartungsindikatoren eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Damit dürfte der Börsenaufschwung auf breiter Basis zu Ende zu sein. So manche Aktie ist es aber dennoch wert, im Depot zu bleiben bzw. gekauft zu werden. Mario Franzin I talien macht Europa aufgrund der hohen Verschuldung und des schwachen Wirt­ schaftswachstums Sorgen. Zudem nun eine populistische Regierung an die Macht kam (s. Artikel auf Seite 12). Das überlagerte kurzfristig den Handelsstreit zwischen USA und Europa, wobei Europa bereits konkret mit „Gegenzöllen“ reagierte. Beide Entwick­ lungen sind mit Unsicherheiten behaftet, die auf ein abschwächendes Wirtschafts­ wachstum treffen, womit viele Marktteil­ nehmer noch in Deckung bleiben und in der Folge die Börsenindizes konsolidieren. Konterkariert wird die schwache Bör­ senentwicklung von den zuletzt veröffent­ lichten Quartalsergebnissen, die in der Mehrzahl der Fälle gut ausfielen. Voest­ alpine, Strabag, AT&S (s. Kasten rechts) oder auch UBM Development gaben Rekordergebnisse bekannt, Immofinanz verdreifachte den FFO I und auch CA Immo, S Immo, Raiffeisen Bank Internatio­ nal sowie Flughafen Wien meldeten gute Zahlen. Zumindest innerhalb der Erwar­ tungen lagen die Ergebnisse der Vienna In­ surance Group, der Österreichischen Post, vollen Touren. In den nächsten vier Jahren dürften die Erlöse auf etwa 1,3 bis 1,4 Mil­ liarden Euro zulegen, der Gewinn auf rund 80 Millionen Euro steigen. Auf Basis des derzeitigen Aktienkurses von 17,50 Euro er­ gibt das ein KGV von spottbilligen neun. An der Börse ist AT&S im Vergleich zum Jahresumsatz von 1050 Millionen Euro mit lediglich 680 Millionen Euro bewertet – eine Kursverdoppelung ist angesichts der Zahlen und der erwarteten Entwicklung daher durchaus vorstellbar. FACCwerdenwieder kurse um 24 Euro zugetraut: +50 Prozent Ein Kursplus von knapp 50 Prozent könnte bei der FACC-Aktie ins Haus ste­ hen. Die Aktie startete Mitte 2016 von vier Euro einen konstanten Höhenflug. Das Hoch bei 24,25 Euro wurde am 20. März dieses Jahr erreicht. Seither drückten Ge­ winnmitnahmen den Kurs wieder auf 16 Euro. Doch das Geschäft von FACC ist infolge der extrem langfristigen Aufträge gut einschätzbar. Bei einem Jahresumsatz von heuer etwa 840 Millionen Euro sitzt der Flugzeugkomponenten-Hersteller auf einem Auftragspolster von 5,9 Milliarden Dollar. Das mit Ende Februar abgelaufene Geschäftsjahr 2017/18 war mit einem Um­ satz von 751 Millionen Euro und einem Jah­ resgewinn von 39,7 Millionen Euro das bis­ her beste Jahr in der Geschichte des Unter­ nehmens – und mit ziemlicher Sicherheit nicht das letzte Rekordjahr. Für das laufen­ de Geschäftsjahr wird von einem Gewinn von rund 44 Millionen Euro ausgegangen (KGV 16,6). Damit sollte nach Beendigung der Korrektur wieder der alte Hochkurs bei etwa 24 Euro erreichbar sein.

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