GELD-Magazin, Juni 2018

aktien  ° Anlagetipps 60 ° GELD-MAGAZIN – juni 2018 Der deutsche IT-Dienstleister Bechtle wächst zum Jahresauftakt 2018 ungebremst weiter. Zum sechsten Mal in Folge sind die Umsätze der Stuttgarter im zweistelligen Prozentbereich ge- wachsen, was für Applaus unter den Analysten sorgte. Die hohe Nachfrage trieb die Umsätze im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf gut 955 Millionen Euro. Zu dem Wachstum trugen beide Geschäftssegmente, also IT-Lösungen und das Handelsgeschäft,glei- chermaßen bei. Das operative Ergebnis stieg um 12 Prozent auf knapp 36 Millionen Euro, unter dem Strich kletterte der Gewinn auf 25 Millionen Euro. Analysten erklärten allerdings, dass die Margenentwicklung mit 3,7 Prozent et- was zurückgeblieben sei, was auf einen hohen Hardware-Anteil hindeute. Besonders stark war das Wachstum im Inland mit einem Plus von 19,2 Prozent.Aber auch die ausländischen Ge- sellschaften legten mit 12,9 Prozent zweistellig zu.Am höchsten war die Nachfrage bei mobilen Endgeräten sowie Monitoren und Servern. Am bisherigen Jahresausblick hält das TecDAX-Un- ternehmen weiterhin fest. Umsatz und Ergebnis sollen deutlich zulegen. Anleger sollten einen Rücksetzer abwarten. Bechtle ° Wachstumskurs fortgesetzt als einen möglichen Handelskrieg zwischen China und den USA. John Greenwood, der Invesco-Chefökonom, meint hierzu: „Da die US-amerikanische Notenbank (Fed) gleichzeitig die Zinsen erhöht und ihre auf- geblähte Bilanz reduziert, wird das Wohl und Wehe der US-amerikanischen Wirt- schaft künftig sehr stark von der Kredit­ schöpfung im Banken- und Finanzsystem abhängen. Diese könnte durch das restrik- tivere Basel III-Regelwerk jedoch stärker eingeschränkt sein.“ Greenwood befürch- tet, dass die Bilanzschrumpfung der Fed das Geld- und Kreditwachstum in den USA ver- langsamen und das Wirtschaftswachstum insgesamt bremsen könnte. Gleichzeitig könnte eine zu frühe Beendigung der Anlei- henkäufe der Europäischen Zentralbank das Wachstum in der Eurozone lähmen, wo das Geld- und Kreditwachstum nach wie vor sehr schwach sei. Potenzielle Fehler der Notenbanken sind jedenfalls gefährlicher als alle übrigen Risiken. zieren und ihre Leitzinsen nicht wie von den Märkten eingepreist zwei- oder dreimal anheben. Wenngleich mittelfristig eine Ak- tien-Korrektur wahrscheinlich ist, scheint es verfrüht zu sein, das Ende der Hausse zu proklamieren. Etwaige Hinweise auf ein Ab- rücken der US-Notenbank von ihren Straf- fungsplänen könnten Auslöser für ein letztes Hurra sein. Dennoch bleibt zu konstatieren, dass die wichtigen Aktienindizes ihre 200-Tage- Linien entweder halten (USA) oder zurück- erobern konnten (Europa, vor allem Deutschland). Das ist alles andere als ein Baissesignal. Offenbar rechnen die Bullen nicht mit einer Rezession, sondern nur ei- ner typischen Zwischenkorrektur im kon- junkturellenAufschwung, wobei dasWachs- tum um einen Wert, der sich etwas unter dem Jahreshoch befindet, mäandert. Was die wichtigsten Einflussfaktoren anbelangt, so sollten die Investoren geldpo- litische Fehlentscheidungen mehr fürchten I n den letzten Monaten sind wichtige glo- baleWirtschafts-Frühindikatorendurch- wegs gefallen. Daher scheinen sich Anlei- hen als attraktive – oder zumindest als nicht allzu unattraktive – Alternative gegenüber Aktien anzubieten, vor allem US-Staatspa- piere. Der US-Dollar hat auch schon positiv darauf reagiert. Die Positionierung wirkt sich möglicherweise ebenfalls stützend aus, denn rekordverdächtige 55 Prozent der von Merrill Lynch befragten Fondsmanager un- tergewichten US-Staatsanleihen. Und das, obwohl die zehnjährigen Treasuries erst- mals seit 2011 wieder eine Rendite von mehr als drei Prozent aufweisen. Auf den ersten Blick spricht die Zentral- bankpolitik ebenfalls für Anleihen. Globale Liquiditätsindikatoren deuten auf eine geld- politische Straffung hin. Wenn die Wirt- schaftsdaten allerdings auch im zweiten Quartal wieder zu wünschen übrig lassen, könnte sich die US-Notenbank gezwungen sehen, das Tempo ihrer Straffung zu redu- charts: onvista.de Der Chart weist einen Aufwärtstrend mit zuletzt sogar einem neuen Höchststand auf. Allerdings sind die Schwankungen sehr hoch, weshalb Anleger jetzt auf einem niedrigeren Niveau (68 bis 70 Euro) einsteigen sollten. Stopp Loss bei 48 Euro setzen. ISIN DE0005158703   Börse Frankfurt (Xetra) Die Nachrichtenlage ist ungünstig: Ein sich zuspitzender Handelskonflikt zwischen den USA und China, der Konflikt zwischen Europa und den USA um das Atomabkommen mit dem Iran sowie steigende Zinsen vor allem in den USA und Turbulenzen in Italien. Trotzdem erholten sich die Börsen kräftig. Wolfgang Regner Die Bullen schlagen zurück

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