GELD-Magazin, Juni 2018

B ereits seit neun Jahren geht es an den Aktienmärkten – von zwischenzeit­ lichen Korrekturen abgesehen – aufwärts. Nun mehren sich wieder die Alarmzeichen für eine Korrektur: Ein verknapptes Öl­ angebot trieb den Ölpreis (Brent) binnen eines Jahres um 54 Prozent auf 77 Dollar. Schon mehrmals seit den 70er-Jahren gin­ gen steigende Ölpreise einer Rezession voraus. Aber es gibt einen noch zuverläs­ sigeren Indikator dafür, der langsam zur Vorsicht mahnt: die Entwicklung der US- Zinskurve. Sie wird infolge der laufenden Leitzinsanhebungen zunehmend flacher. In den vergangenen drei Jahren ging die Ren­ dite-Differenz zwischen zehnjährigen und dreimonatigen Treasuries von 2,11 auf 0,90 Prozentpunkte (30.05.) zurück. Allen sie­ ben Rezessionsphasen seit 1970 ging eine negative Differenz (inverse Zinsstruktur­ kurve) voraus. Zwischen deren Eintritt und dem Start der Rezession vergingen dabei zwischen sechs und 17 Monate. Die zuletzt gestiegenen Volatilitäten an den Aktien- und Anleihenmärkten sind erste Vorboten rauerer Börsenzeiten. Selektion aussichtsreicher Absolute Return Fonds Das Portfolio sollte deshalb wetterfest gemacht werden und wichtige Bausteine dazu sind Absolute Return Funds, deren Management versucht, in jedem Marktum­ feld Geld zu verdienen. Dabei gibt es unter­ schiedliche Strategie-Ansätze: Die Fonds­ manager können entweder einen klassi­ schen Mischfonds-Ansatz (Anleihen und Aktien) verfolgen, ein Multi Asset-Portfolio verwalten, das noch zusätzlich Rohstoffe, Immobilien und Hedgefunds berücksich­ tigt, oder sie können mit Short-Positionen fallende Märkte ausgleichen. Echte Dauer­ brenner im Total Return-Bereich sind je­ doch dünn gesät und es ist schwer vorher­ sehbar, wer in der nächsten Krise die Nase vorne haben wird. Deshalb wählten wir fol­ genden Selektions-Ansatz: Wir konzentrieren uns in der Folge auf Fonds, die auf fünf Jahre zumindest besser abschnitten als Festgeld mit einer Zinsbin­ dung von mehr als zwei Jahren – die Min­ destrendite der vergangenen fünf Jahre be­ trug hier 1,7 Prozent p.a. – und einemmaxi­ malen Verlust in den vergangenen fünf Jah­ ren von maximal 15 Prozent. Zusätzlich: Die Fünf-Jahres-Performance sollte im Idealfall in positiver Größenordnung min­ destens doppelt so hoch sein wie der maxi­ male Verlust in diesem Zeitraum. Das zeugt nämlich davon, dass Verluste wieder schnell wettgemacht werden konnten. Und genau das wird in den kommenden Jahre beson­ ders wichtig. Das Hauptziel liegt im Falle eines Krisenszenarios zumindest im Ver­ mögenserhalt auf einen Zeitraum von zwei Jahren. Die besten Chancen dafür generiert man durch eine Streuung auf insgesamt vier bis sechs einzelne Absolute Return Fonds gemäß vorgenommener Selektion. GREIFF „special situations“ Fund – Aktien im „abgesicherten Modus“ Sondersituationen im Zuge von Mehr­ heitsbeteiligungen und Übernahmen er­ möglichen solide Renditen. Laut Udo Wed­ ler, Mitglied des Vorstands der Greiff capi­ tal management AG, liegt das Performance- Ziel des Fonds bei fünf Prozent p.a. und ei­ ner Volatilität von drei bis fünf Prozent. Ein hohes Maß an Sicherheit bieten dabei Be­ herrschungs- und Gewinnabführungsver­ träge (BUGs). Dazu Wedler: „In solchen Si­ tuationen hat der Großaktionär bereits 75 Prozent an einemUnternehmen und möch­ te sich im Rahmen eines BuG, wie aktuell Volkswagen bei MAN, die vollen Durch­ griffsrechte an seiner Mehrheitsbeteiligung sichern. Diese Anlagestrategie profitiert da­ creditS: beigestellt geldanlage  ° Absolute Return-Konzepte 46 ° GELD-MAGAZIN – Juni 2018 Investmentfonds, die unabhängig von der Marktlage positive Gesamterträge anstreben, gewinnen in unsicheren Zeiten an Bedeutung. Die Verwaltungskonzepte dahinter sind vielfältig und interessant. Das GELD-Magazin zeigt eine Auswahl dieser sogenannten Absolute Return Fonds. Michael Kordovsky Vermögenserhalt auch in Krisen Greiff Special Situations FUnd FVS Multiple Opportunities Mit Übernahmen und Squeeze-Outs ein atypisch günstiges Risiko-Ertrags-Verhältnis. Noch bleiben Qualitätsaktien massiv überge- wichtet, Gold dient als Absicherung.

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